Fußgängerzone in Diepholz

Anwohner können „Blumenkübel-Partnerschaft“ übernehmen

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Die Stadt Diepholz will die pflegeintensiven Blumenkübel in der Fußgängerzone entfernen – es sei denn, die Anwohner kümmern sich selbst um Pflege und Wässerung. Auch auf Flächen sollen keine Sommerblumen mehr gepflanzt werden. 

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Die Stadt Diepholz wird voraussichtlich im nächsten Jahr etwas weniger bunt sein: Die Stadtverwaltung hat sich entschieden, ab 2018 keine einjährigen Sommerblumen mehr zu pflanzen.

Öffentliche Flächen im Stadtgebiet, die bisher mit einjährigen Sommerblumen bepflanzt wurden, sollen zu Beeten mit einer Dauerbepflanzung aus Stauden, Gräsern und bodendeckenden Gehölzen werden.

Zudem ist vorgesehen, sämtliche Gitterpflanzkübel und Sandsteintröge aus der Fußgängerzone Lange Straße und Kolkstraße zu entfernen.

Hintergrund ist, dass Sommerblumen und Kübel sehr pflegeintensiv sind. Die Arbeiten hat bisher der städtische Bauhof übernommen, der offenbar immer mehr an seine Grenzen kommt.

Bei der Planung der Kapazitäten des städtischen Bauhofes für das nächste Jahr habe die Verwaltung die Entscheidung gegen die Sommerblumen-Anpflanzung getroffen, erklärte Stefanie Becker, Leiterin des Fachdienstes Bauen, im Rathaus bei der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt. Sie tat das aber erst kund, als SPD-Fraktionssprecher Manfred Albers am Ende der Sitzung einen Brief der Stadt an Anwohner von Lange Straße und Kolkstraße präsentierte und nachfragte. Unter dem Tagesordnungspunkt „Mitteilungen der Verwaltung“ hatte Becker nichts davon gesagt, wofür sie sich entschuldigte.

In dem Brief an die Anwohner erklärte die Stadtverwaltung nicht nur die Änderungen bei den Pflanz-Flächen und informiert über die geplante Entfernung der Kübel und Tröge, sondern bietet den Anliegern betroffener Straßen auch die Möglichkeit, „Pflanzkübel als Gestaltungselement einer grünen Innenstadt zu erhalten“. Dabei sei ein „partnerschaftliches Vorgehen“ möglich: Die Stadt übernimmt weiterhin die jährliche Bepflanzung der Kübel mit Sommerblumen und die Anlieger kümmern sich im Gegenzug um Pflege und Wässerung in Eigenregie.

Wenn sich die angeschriebenen Anwohner nicht bis zum 1. November dazu melden, geht die Stadt laut dem Brief davon aus, dass kein Interesse an so einer „Blumenkübel-Partnerschaft“ besteht.

SPD-Sprecher Manfred Albers kritisierte, dass die Maßnahme ohne ein Konzept und ohne die Ratsmitglieder einzubeziehen umgesetzt werden soll. Für Stefanie Becker war die Einbeziehung der Kommunalpolitiker nicht notwendig: „Das ist ein laufendes Geschäft der Verwaltung.“ Ein Konzept zur möglichen Neugestaltung der Fußgängerzone könne entwickelt werden, wenn Diepholz in das Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ aufgenommen werde. Wann das geschehe, sei noch unklar.

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