Wista: „Brauchen Industriegebiete“

Keine Diepholzer Firma ruft Corona-Hilfen ab

„Wir brauchen Industriegebiete“, sagt Gerhard Friedrichs (links). Er ist seit fünf Jahren Vorsitzender der Diepholzer Wista-Gesellschafterversammlung und blickte zusammen mit Geschäftsführer Bernd Öhlmann zurück und in die Zukunft.
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„Wir brauchen Industriegebiete“, sagt Gerhard Friedrichs (links). Er ist seit fünf Jahren Vorsitzender der Diepholzer Wista-Gesellschafterversammlung und blickte zusammen mit Geschäftsführer Bernd Öhlmann zurück und in die Zukunft.

Diepholz – 100 .000 Euro hat die Diepholzer Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing (Wista) in einem Sonder-Förderungstopf: Damit sollte Diepholzer Firmen geholfen werden, deren Existenz bedroht war, obwohl sie Corona-Hilfen von Bund und Land bekommen oder beantragt hatten. Doch keine Firma hat bislang Hilfen aus diesem Topf abgerufen.

Vermutlich waren ihnen die Hürden zu hoch, denn die Betriebe hätten ihre finanzielle Situation der Wista komplett offenlegen müssen, bevor es Geld gegeben hätte, das der Rat der Stadt Diepholz eigens dafür locker gemacht hatte. „Das sind Steuergelder“, verteidigt Gerhard Friedrichs die hohen Hürden. „Und alle Betriebe, die so gejammert haben, gibt es immer noch“, ergänzt Bernd Öhlmann. Die beiden Diepholzer stehen an der Wista-Spitze: Ratsherr Gerhard Friedrichs (CDU) ist Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, Bernd Öhlmann Geschäftsführer. Beide blickten am Dienstag in die Zukunft der Diepholzer Wirtschaftsförderung und zurück auf die vergangenen fünf Jahre, in denen Gerhard Friedrichs Vorsitzender ist.

Firmen mit insgesamt 400.000 Euro in fünf Jahren gefördert

In diesen fünf Jahren hat die Wista heimische Firmen mit insgesamt etwa 400 .000 Euro gefördert. Für Investitionen können Betrieb unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse in Höhe von zehn Prozent der nachgewiesenen Investitionskosten von der Wista bekommen. Wichtig ist dabei, dass sie Arbeitsplätze schaffen. Für den Bau einer Lagerhalle allein gibt es demnach kein Geld von der Wista. Darüber hinaus förderte die Wista in den fünf Jahren spezielle Veranstaltungen mit insgesamt 71 .000 Euro.

Weitere Wista-Zahlen

In den vergangenen fünf Jahren hat die Wista beziehungsweise die Stadt Diepholz 108157 Quadratmeter Gewerbeflächen verkauft. Es wurden in dieser Zeit in der Stadt laut Wirtschaftsförderer Bernd Öhlmann 624 Arbeitsplätze geschaffen. Zudem habe es 22 erfolgreiche Existenzgründungen gegeben. 

Aber nicht nur als Zuschussgeber ist die Wista da. Bernd Öhlmann berät auch Unternehmer in vielen Fragen und freut sich, dass beispielsweise im neuen Gewerbegebiet Reessingstraße etwa 200 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Dort siedeln auch Firmen aus dem Kreis Vechta neu an (wir berichteten).

Neue Flächen für Firmen

Friedrichs und Öhlmann sind sich einig: Die Stadt braucht neue Flächen für Firmen, denn die Grundstücke im Gebiet „Reessingstraße“ sind laut Öhlmann zu mehr als Zweidritteln vergeben: „Dabei müssen auch Industriegebiet ausgewiesen werden, nicht nur Gewerbegebiete.“ In Industriegebieten gibt es andere Immissionsvorschriften für Luftschadstoffe, Staub und Gerüche. In solchen Gebieten darf beispielsweise rund um die Uhr produziert werden. Wegen der zulässigen höheren Immissionswerte müssen sie einen Abstand zu Wohngebieten haben. „Zum Beispiel sind für Recyclingunternehmen Industriegebiete interessanter als Gewerbegebiete“, erklärt Bernd Öhlmann, der seit 2009 Geschäftsführer der Wista ist.

Eigenständige Gesellschaft

Sein Chef Gerhard Friedrichs wurde 2016 Wista-Vorsitzender und Nachfolger von Bernd Habersack in der städtischen GmbH. Der 68-jährige hat in den vergangenen Monaten mehrere andere Tätigkeiten und Posten aufgegeben, will sich mehr der Wista widmen. Er wünsche sich mehr Eigeninitiatve der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, sagt Friedrichs nicht ohne Selbstkritik. Dabei meint er nicht die Arbeit von Bernd Öhlmann, der sich als hauptamtlicher Wirtschaftförderer um die Ansiedlung von Firmen, um die Bestandspflege von Betrieben und mit Unterstützung einer Mitarbeiterin auch um den Tourismus kümmert. Die Bereiche Stadtmarketing und Stadtmanagement hat die Wista an die Fördergemeinschaft Lebendiges Diepholz abgegeben. „Eine richtige Entscheidung“, meint Gerhard Friedrichs. Er will auch, dass die Wista eine eigenständige Gesellschaft der Stadt bleibt und nicht in die Verwaltung integriert wird. Der Gesellschafterversammlung gehören sieben Mitglieder an: sechs Ratsmitglieder und der Bürgermeister.

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