Heiligenfelde siegt

Handwerksolympiade: „Keine Angst, sich dreckig zu machen“

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Eine der Aufgaben bei der Handwerkerolympiade: Pflastersteine richtig anordnen.

Aschen - Geschickt verbindet Kevin Hartung die Rohre. Noch vor Ablauf der Zeit sitzt alles, wo es hingehört. Volle Punktzahl. Allerdings hat der 14-jährige Wagenfelder keine Stahlrohre aneinandergekuppelt, wie es auf dem Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr wohl am ehesten zu erwarten wäre.

Es handelte sich um Abflussrohre. Denn in diesem Moment nimmt er nicht an feuerwehrtechnischen Wettbewerben teil, sondern an der Handwerkerolympiade.

Die Kreishandwerkerschaft Diepholz/Nienburg bietet diesen Wettbewerb seit vier Jahren abwechselnd auf den Zeltlagern in den Landkreisen Diepholz und Nienburg an. Das Prinzip: An verschiedenen Stationen warten auf die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Aufgaben, die Bezug zu handwerklichen Berufen haben.

Breites Berufsspektrum

Das Spektrum umfasste am Mittwoch folgende Berufe: Dachdecker, Maurer, Maler beziehungsweise Lackierer, Elektroniker, Anlagenmechaniker, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechniker, Zimmerer sowie Tischler.

Nachdem er die Rohre verbunden hat, misst Kevin Hartung die Abstände aus.

Am Stand der Elektroinnung durften die Lagerteilnehmer zum Beispiel solarbetriebene Miniwindräder zum Drehen bringen. Bei den Maurern pflasterten sie, bei den Dachdeckern drehte sich hingegen alles um Dachpfannen. Die Teilnehmer durchliefen die Wettbewerbe in Gruppen. Insgesamt gingen 18 Jugendfeuerwehren mit 27 Teams an den Start.

Am geschicktesten zeigte sich die Truppe Heiligenfelde 1. Sie erkämpfte die meisten Punkte – und somit 300 Euro für die Jugendkasse. Die Plätze zwei und drei belegten die Jugendwehren Syke und Wachendorf. Sie bekamen 200 beziehungsweise 100 Euro.

„Mitglieder der Jugendfeuerwehr sind gern gesehen im Handwerk“, sagt Kreishandwerksmeister Matthias Wendland. „Das sind gute Techniker.“ Dass sie später, wenn sie aus der Jugendfeuerwehr herauswachsen, gegebenenfalls in ihrer Arbeitszeit zu einem Einsatz ausrücken müssen, stört ihn nicht. „So oft kommt das nicht vor – und man ist froh, wenn im Notfall die Feuerwehr kommt.“

Bilder vom Mittwoch aus dem Feuerwehr-Zeltlager Aschen

Auch der stellvertretende Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Patric Rasche sieht in den angehenden Brandschützern Potenzial. „Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr haben eine gewisse Disziplin, die nicht von Nachteil ist“, sagt er. „Außerdem sind sie technikaffin. Und sie haben keine Angst, sich dreckig zu machen.“

Feuerwehren und die Kreishandwerkerschaft haben laut Rasche ein gemeinsames Anliegen: junge Leute in der Region halten. Denn ohne bleibenden Nachwuchs würde es der Feuerwehr bald an Einsatzkräften fehlen.

Aufgrund der guten Resonanz auf die Handwerkerolympiade kann sich die Kreishandwerkerschaft vorstellen, in zwei Jahren wieder auf dem Kreisjugendfeuerwehrzeltlager im Landkreis Diepholz für ihre Berufe zu werben.

ks

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