Jungen und Mädchen angeschnallt und dadurch unverletzt

Nach schwerem Busunfall: Kinder trösten den Fahrer

+
Trost für den verletzten Busfahrer nach dem Unfall auf der Bundesstraße 51 im Süden von Diepholz – in kindlicher, nicht ganz korrekter Rechtschreibung.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Der 60-jährige Busfahrer liegt noch im Krankenhaus in Sulingen. Dort werden seine Fuß- und Beinverletzungen behandelt, die er sich bei dem schweren Busunglück am 31. März im Süden von Diepholz auf der B 51 zugezogen hatte. Die 17 Kinder, die den Unfall nahezu unverletzt überstanden hatten, machten dem erfahrenen Kraftfahrer jetzt eine besondere Freude.

Die Jungen und Mädchen malten für ihn Bilder und brachten auch zum Ausdruck, dass der Mann, der ihren Bus lenkte, kein schlechtes Gewissen haben muss.

Der Bus war (wie berichtet) gegen einen entgegenkommenden Lkw geprallt, dessen Anhänger plötzlich durch den an diesem Tag tobenden Orkan auf die Gegenfahrbahn gedrückt worden war.

So schrieb eines der Kinder, die zwischen sechs und neun Jahre alt sind: „Hallo, lieber Busfahrer. Wie geht es Dir? Das war nicht Deine Schuld, das war der Wind“. Andere malten das Fahrzeug, in dem sie gesessen hatten, in bunten Farben.

Der Düversbrucher Busunternehmer Heiko Öhlmann („Dümmerschwalbe“) brachte seinem Fahrer die Bilder ins Krankenhaus.

„Er hat bei dem Unfall durch seine Erfahrung vollkommen richtig reagiert“, erklärte Öhlmann gegenüber unserer Zeitung. Der Fahrer verriss nicht das Lenkrad, so dass der Bus auch nach dem Aufprall nicht ins Schleudern kam, was vermutlich noch schlimmere Folgen gehabt hätte

Der 60-Jährige war nach dem Unfall eingeklemmt. Seine blutenden Fußwunden verdeckte er, als die Kinder den Bus verließen, um sie nicht durch den Anblick zu belasten.

Dass alle 17 Kinder und ihre Betreuer, die von einem Besuch des Technik-Museums in Heede kamen, unverletzt blieben, ist auch einer anderen Tatsache zu verdanken: Alle waren angeschnallt. Darauf hatten nicht nur die Betreuer und der Fahrer geachtet, sondern darauf legt Heiko Öhlmann immer großen Wert – auch bei dem von ihm seit 50 Jahren betriebenen „freigestellten Schülerverkehr“.

Hingegen müssen Kinder und Jugendliche, die im Linienverkehr zu Schule fahren, laut gesetzlicher Regelung nicht angeschnallt sein und auch keinen Sitzplatz haben.

Neben der Gesundheit seines Mitarbeiters sorgte sich Heiko Öhlmann auch sehr um die um die Bus-Insassen, als er im Urlaub von dem Unfall erfuhr. Gestern konnte er noch einmal erleichtert bestätigen: „Alle sind wohlauf!“

Die verunglückten 17 Jungen und Mädchen sind Kinder von ZF- und BASF-Mitarbeitern. Die beiden Unternehmen veranstalteten gemeinsam eine Osterferien-Betreuung.

Laut ZF-Pressesprecherin Nicole Weber sind alle Kinder gleich am Tag nach dem Unfall zur nächsten Ferien-Aktion gekommen. Sie hätten teilweise mit gewissem kindlichen Stolz von dem Unfall erzählt.

Der Bus, in dem sie eine verantwortungsvolle Begleitung und viel Glück gehabt haben, hat übrigens nur noch Schrottwert.

Bus mit Kindern kracht mit Lastwagen zusammen

Mehr zum Thema:

Jupiter Award 2017: Verknallt in Senta Berger

Jupiter Award 2017: Verknallt in Senta Berger

Mercedes-AMG GT Roadster: Sturmwarnung aus Stuttgart

Mercedes-AMG GT Roadster: Sturmwarnung aus Stuttgart

Klein-Kanada im Karwendel: Mautstraßen im Tölzer Land

Klein-Kanada im Karwendel: Mautstraßen im Tölzer Land

Geheimdienst-Kontrolleure: Umgang mit Gefährdern neu ordnen

Geheimdienst-Kontrolleure: Umgang mit Gefährdern neu ordnen

Meistgelesene Artikel

Appletree: Zeltplatz wird mit Zaun gesichert

Appletree: Zeltplatz wird mit Zaun gesichert

B6: Dauerärgernis ist behoben, aber es gibt neue Probleme

B6: Dauerärgernis ist behoben, aber es gibt neue Probleme

24-Jähriger bei Unfall schwer verletzt

24-Jähriger bei Unfall schwer verletzt

Syrerin rutscht durch Handyvertrag in Schuldenfalle

Syrerin rutscht durch Handyvertrag in Schuldenfalle

Kommentare