Jugendliche begleiten Jugendliche

Mehr als 30 junge „Guides“ führen durch Ausstellung „Deine Anne“

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Elena Schlegel und Michael Röder stellten den „Guides“ gestern Nachmittag in der Mediothek vor, was sie bei der Anne-Frank-Ausstellung erwartet.

Diepholz - Von Sven Reckmann. „Deine Anne – ein Mädchen schreibt Geschichte“, so heißt die Ausstellung, die vom 1. bis zum 28. Februar in der Diepholzer Mediothek zu sehen ist. Bestandteil der Ausstellung ist das Konzept „Jugendliche begleiten Jugendliche“: Dabei engagieren sich junge Menschen als Ausstellungsbegleiter, bringen ihren Altersgenossen als „Peer Guides“ die Inhalte nahe.

Gestern Nachmittag kamen diese Peer Guides zum ersten Mal in der Mediothek zusammen. 31 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren hatten sich im Vorfeld gemeldet und wollen nun aktiv an der Ausstellung mitwirken. In der großen Mehrheit kommen sie von der Graf-Friedrich-Schule (GFS) und der Realschule in Diepholz sowie der Christian-Hülsmeyer-Schule in Barnstorf.

Elena Schlegel und Michael Röder von der Geschäftsstelle NordWest des Vereins Niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB) stellten den Guides vor, was sie erwartet.

Das Tagebuch des jüdischen Mädchens Anne Frank ist Symbol für den Völkermord an den Juden durch die Nationalsozialisten und zugleich Dokument der Lebens- und Gedankenwelt einer jungen Schriftstellerin.

Aber die Ausstellung zielt auch auf das Heute: Ausgehend von den Zitaten in dem Tagebuch wendet sich die Ausstellung direkt an Jugendliche mit Fragen zur Identität, Gruppenzugehörigkeit und Diskriminierung: Wer bin ich? Wer sind wir? Wen schließe ich aus? Und: Was kann ich bewirken?

Während der Schnuppernachmittag gestern noch freiwillig war, ist ein zweitägiges Trainingsseminar für die Guides verpflichtend, bei dem auch zwei Vertreter des Anne Frank Zentrums aus Berlin dabei sind. Dann geht es zum einen um Inhalte, aber es wird auch geprobt, wie man sich vor einer Gruppe präsentiert. Immerhin dauern die Führungen jeweils zwischen anderthalb und zwei Stunden. „Aber es lohnt sich, man wird auch selbstbewusster“, ermunterte Röder die Guides. Und mit der Teilnahme gibt es für die jungen Leute nicht nur eine Menge Wissen und Erfahrungen, sondern auch ein Zertifikat.

Geschichtsexperten werden nicht erwartet, aber doch das Bemühen, die meist jüngeren Mitschülerinnen und Mitschüler anzuregen, sich intensiv mit der Ausstellung zu befassen und Themen wie Toleranz, Ängste und Fremdenfeindlichkeit anzusprechen.

Alle Infos

Die „Peer Guides“ sind natürlich auch dabei, wenn die Ausstellung offiziell eröffnet wird, am Montag, 5. Februar, um 18.30 Uhr.

Auch Erwachsene sind eingeladen, die Ausstellung während der Öffnungszeiten der Mediothek zu besuchen – auch ohne Führung.

Die Organisatoren weisen darauf hin, dass schon jetzt Termine für den Besuch von Gruppen, besonders Schulklassen, gebucht werden können. Näheres im Internet:

www.annefrankdiepholz.de

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