Jetzt heißt es wieder: „Film ab“

Central Kino Cineworld in Diepholz öffnet unter Auflagen nach Corona-Pause

  • Edgar Haab
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Diepholz – Der rote Vorhang in den Kinosälen im Central Kino Cineworld in Diepholz wird sich am Donnerstag nach gut drei monatiger Corona-Pause wieder öffnen. Solch eine Zwangspause habe es lediglich zum Ende des Zweiten Weltkriegs gegeben, berichtet Inhaber Gunnar Schäfers.

Dessen Erwartungen für die erste Zeit sind nicht sehr euphorisch: „Nach der langen Corona-Pause muss sich alles erst wieder einspielen. Außerdem fehlen die Filme, die das breite Publikum ansprechen“, erklärt der 42-Jährige. Seine Hoffnung: Krisenjahre seien in der Vergangenheit insgesamt gute Kinojahre gewesen. Viele Familien würden sich einen Besuch im Kino „gönnen“, um aus dem Alltag heraus zu kommen.

Die Kinos müssten ihr Programm mit „Alter Ware“ von vor drei Monaten beginnen, da Neuerscheinungen vorerst ausblieben. „Wir holen uns aber Filme dazu, die speziellere Zielgruppen ansprechen.“ So starte das Kino an der Wellestraße 26 in Diepholz beispielsweise mit der Deutschland-Premiere der Jugend-Komödie „Take Over“.

Kinoinhaber Gunnar Schäfers (links) und Simon Frese, Betriebsleiter des Cineworld Diepholz, freuen sich auf die Öffnung nach drei Monaten Zwangspause.

Den Beginn der Corona-Zeit empfand Kinoinhaber Schäfers als entspannt, da er mehr Zeit für seine Kinder und den Garten hatte. Aber mit der Zeit fehlte etwas. „Drei Monate war echt null und man wusste nicht wann es weitergeht. Der Betrieb stand allerdings nie still“, betont er. Wenn der Inhaber seine Filmhäuser in Diepholz oder auch in Vechta betrat, merkte er jedes Mal, dass etwas verkehrt war: „Das Geräusch der Kühlung fehlte, das Rauschen der Projektoren war nicht zu hören und auch sonst war kaum jemand in dem Gebäude oder ich war ganz allein“.

Das Veranstalten eines Autokinos auf dem Stoppelmarktgelände empfand Schäfers als eine aufwendige, aber interessante Angelegenheit. „Für einen Film war das schon sehr viel Aufwand, es hat sich aber gelohnt, da das Einzugsgebiet, aus dem die Besucher extra angereist sind, ziemlich groß war.“

Unter Auflagen dürfen nun die Kinos wieder öffnen. Viele Neuerscheinungen werden sich jedoch um etwa einen Monat verschieben, da auch die Filmproduzenten mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen hatten.

Gruppenweise kann man online seine gewünschten Plätze reservieren. Jede zweite Reihe bleibt allerdings unbesetzt, um den Abstand zu wahren. Auch zwischen den Besuchergruppen lässt das System jeweils zwei Sitzplätze frei. Das Gebäude muss mit einem Mund-Nase-Schutz betreten werden. Da es sich bei den Kinos um eine Restauration handelt, darf beim Verzehr der gekauften Lebensmittel und Getränke der Mundschutz am Platz abgenommen werden. Die Abstandsregeln müssen gruppenweise auch beim Anstehen an der Ticketkasse oder bei der Snack-Ausgabe eingehalten werden.

Der Mitarbeiterstamm zeigte sich während der zwangsweisen Schließung über die Corona-Zeit verständnisvoll, berichtet der 42-Jährige.

Unterstützung gab es über die Corona-Zeit auch vonseiten der Politik: „Der Staat hat Kinos mit Kunst auf eine Stufe gebracht und somit Zuschussförderungen ermöglicht. Zum Erhalt des breiten Angebots der Filmhäuser gibt es auch Förderprogramme, die nachhaltig unterstützen sollen“, so Schäfers. Kunden müssten vor allem in kleineren Städten einsehen, dass Kinos unterstützungswürdig seien und ihr Erhalt nicht selbstverständlich ist, führt der Kinoinhaber aus.

Seit 2007 ist der 42-jährige Familienvater nun schon Inhaber der Kinos in Diepholz und Vechta. In der Familie sind die Filmhäuser bereits seit 1998.

Rubriklistenbild: © Haab

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