Aschener Firma Siebrecht investiert drei Millionen Euro

Jetzt auch Spritzguss-Produktion

Vor dem neuen Büro-Anbau in Aschen: Das Leitungsteam der Firma Siebrecht Kunststoffverarbeitung mit (von links) Susanne Iggena, Felix Meyer, dem Gründer und Geschäftsführer Wilhelm Siebrecht und Wolfgang Iggena. Foto: Jansen

Aschen - Von Eberhard Jansen. Der neue Bürotrakt am Flaggeweg in Aschen strahlte in der fast frühlingshaften Sonne. Wilhelm Siebrecht konnte das schöne Wetter auch von seinem neuen Arbeitsplatz im ersten Stock aus genießen: Er hatte neben moderner Technik große Fensterflächen in seinem Büro vorsehen lassen. Aber der Ausblick ist natürlich nichts das Wichtigste: Der 54-jährige Unternehmer hat in die Zukunft seiner Firma investiert, die seit 30 Jahren ständig wächst. Außer dem 350 Quadratmeter großen Bürotrakt-Anbau mit Archiv, Computertechnik und modernem Konferenzraum hat die Firma Siebrecht Kunststofftechnik GmbH auch eine neue, 1 200 Quadratmeter große Halle erstellt. Damit wird die Produktionsfläche auf 4 500 Quadratmeter erweitert.

In der neuen Halle baut Siebrecht eine neue Produktionslinie auf: die Fertigung von Kunststoff-Spritzgussteilen. In die Gebäude, Außenanlagen und drei Spritzguss-Maschinen hat die Aschener Firma nach eigenen Angaben insgesamt etwa drei Millionen Euro investiert.

Bislang hatte sich das Unternehmen auf die Montage von Teilen zu Komponenten für den Automobilbau, für Sanitärfirmen und andere Kunden konzentriert. Zum Beispiel entstehen in Aschen für Audi die Abdeckungen des Schlitzes zwischen Armaturenbrett und der verstellbaren Lenksäule - gefertigt aus Leder und Kunststoff. Die Firma übernimmt auch Arbeiten für Zulieferer, die für diese in der Produktion zu kleinteilig sind. „Das soll auch unser Kerngeschäft bleiben“, erklärt Wilhelm Siebrecht, für den die Qualität der Produkte ganz wichtig ist.

Um den Kunden auch fertige Komponenten komplett aus eigener Herstellung anbieten zu können, liefert Siebrecht nun auch Spitzgussteile - und hat dadurch nach eigene Aussagen schon zwei neue Kunden gewonnen. Bislang hatte Siebrecht die Spritzguss-Teile von Partnerfirmen bezogen. Als Fachmann für die neue Produktion hat Siebrecht Felix Meyer aus Barnstorf eingestellt, der Industriemeister für Kunststoff- und Kautschuktechnik ist.

Wilhelm Siebrecht geht davon aus, dass er mindestens zehn weitere Mitarbeiter einstellt, wenn die Produktion - voraussichtlich im Mehrschichtbetrieb - voll angelaufen ist. Derzeit bietet das Unternehmen etwa 35 Arbeitsplätze. Demnächst soll ein Ausbildungsplatz für einen Verfahrenstechniker dazukommen.

Bei der stetigen Weiterentwicklung des Unternehmens wird Geschäftsführer Wilhelm Siebrecht seit vielen Jahren von seiner Schwester Susanne Iggena im Personal- und Bürobereich sowie von deren Mann Wolfgang Iggena als Betriebs- und Produktionsleiter unterstützt.

Wilhelm Siebrecht lobt auch die Unterstützung durch die Stadt Diepholz: „Das hat bestens geklappt.“ So hat der Diepholzer Rat schon vor Jahren dem Wunsch Siebrechts entsprochen, ein benachbartes Gelände planungsrechtlich zu einem Gewerbegebiet zu machen. Darauf ist die neue Produktionshalle entstanden.

Das Gewerbegebiet umfasst auch die vier Hektar große Fläche, die sich in Richtung Norden (Straße „Wraggerei“) anschließt. Auch diese gehört Siebrecht und bietet Platz für weitere Expansionen des Unternehmens, das vor 30 Jahren ganz klein angefangen war und heute nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz von etwa fünf Millionen Euro hat.

Firmengeschichte

Am Anfang waren Ansaugrohre für Motoren des Audi A8. Vor 30 Jahren begann Wilhelm Siebrecht in der elterlichen Garage in Aschen - einem früheren Schweinestall –, diese zu bearbeiten. Daraus entwickelte sich ein erfolgreiches mittelständisches Unternehmen der Kunststoffbranche. Zuvor war der gelernte Kaufmann, dessen Eltern in Aschen einen Lebensmittelladen betrieben, mit einem Verkaufswagen durch die Region gefahren. Über Bekannte in Lohne kam Wilhelm Siebrecht auf die Idee, sich in der Kunststoffbearbeitung zu versuchen. Mit zwei Mitarbeiterinnen und einem Heizlüfter begann er. Später pachtete er die gegenüberliegende Scheune dazu, die heute vom Aschener Heimatmuseum mitgenutzt wird. 1994 erstellte Wilhelm Siebrecht eine 450 Quadratmeter große Halle auf dem elterlichen Gelände, pachtete noch mehrere verstreute Gebäude. 2001 baute der heute 54-jährige Unternehmer den jetzigen Firmensitz am Flaggeweg in Aschen.   ej

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