Archäologische Funde im Gebiet „Lange Wand III“ in Sankt Hülfe

Jahrtausende alte Öfen im Boden

Archäologische Funde im geplanten Baugebiet „Lange Wand III“ in Sankt Hülfe. Unter anderem tauchten dort Keramikscherben und Reste von 13 in den Boden eingegrabenen Öfen aus der Eisenzeit und der beginnenden römischen Kaiserzeit auf.
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Archäologische Funde im geplanten Baugebiet „Lange Wand III“ in Sankt Hülfe. Unter anderem tauchten dort Keramikscherben und Reste von 13 in den Boden eingegrabenen Öfen aus der Eisenzeit und der beginnenden römischen Kaiserzeit auf.

Sankt Hülfe – Siedlungsreste aus der Eisenzeit und der beginnenden römischen Kaiserzeit sind in Sankt Hülfe im Bereich des geplanten Baugebietes Lange Wand III gefunden worden. Während der archäologischen Ausgrabungen im Auftrag der Stadt Diepholz in der Zeit von November bis Juli durch Archäologen der Vechtaer Grabungsfirma denkmal3D traten die Siedlungsreste zutage. Sie konnten datiert werden auf den Zeitraum zwischen etwa 2500 vor Christus und dem Beginn der Zeitrechnung nach Christus. Das teilte die Stadt Diepholz am Freitag mit. Es ist geplant, die Fundstücke in niedersächsischen Museen auszustellen.

Die Stadt Diepholz beabsichtigt, den Bebauungsplan „Lange Wand III“ aufzustellen und auf dem Areal in Sankt Hülfe ein Wohngebiet zu entwickeln. Da sich das Gelände in einem archäologisch sensiblen Gebiet befindet, forderten die zuständigen Denkmalschutzbehörden im Vorfeld der Erschließungsarbeiten archäologische Voruntersuchungen.

Besonders spannend für die Archäologen bei den Ausgrabungen war, dass das Areal vor über 2 000 Jahren offenbar vor allem von Handwerkern genutzt wurde: So fand das Grabungsteam Reste von 13 in den Boden eingegrabenen Öfen. Diese dienten größtenteils wohl zum Brennen von Keramikgefäßen. So konnte die Grabungsmannschaft nicht, wie sonst in Siedlungen eher üblich, nur vereinzelte Keramikscherben bergen, sondern oftmals gleich mehrere Eimer voll, so die Mitteilung der Stadt Diepholz.

Die Keramikscherben waren häufig verhältnismäßig weich. Dies spricht dafür, dass der Brennvorgang nicht abgeschlossen werden konnte – wohl, weil die Ofenkuppel nach vielfacher Nutzung über dem Brenngut zusammenbrach.

Auch die übrigen in Sankt Hülfe dokumentierten Funde können im Zusammenhang mit dem Handwerk gesehen werden. Es wurden zahlreiche große Gruben und mehrere Wasserschöpfstellen freigelegt.

Derart tiefe Eingrabungen mit den damals zur Verfügung stehenden Mitteln in dem schweren Boden von Sankt Hülfe stellen nach Auskunft des Grabungsteams eine wirkliche Leistung dar. Viele dieser Eingrabungen fanden gleich mehrfach Verwendung. Zum einen handelte es sich vermutlich um reine Abbaugruben, um Ton und Lehm aus im Boden verteilten „Linsen“ zu gewinnen. Zum anderen wurden die Gruben später als Ofengruben, Wasserschöpfstellen oder in zwei Fällen als Baugruben für kleine, teilweise in den Boden eingegrabene Gebäude – sogenannte Grubenhäuser – weiterverwendet, bis sie schließlich aufgegeben und mit Abfällen gefüllt oder wieder zugeschüttet wurden.

Auswirkungen auf die weitere Planung des neuen Baugebietes gab es trotz der langen Ausgrabungszeiten nicht. Die Änderung des Aufstellungsbeschlusses zur Erweiterung des Bebaungsplan-Geltungsbereiches wurde jetzt durch den städtischen Verwaltungsausschuss beschlossen. Im nächsten Schritt wird die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden für Ende des Jahres geplant.

Wann Bauinteressierte Grundstücke im neuen Wohngebiet „Lange Wand III“ in der Nähe des Kirchwegs in Sankt Hülfe erwerben können, kann die Stadt Diepholz noch nicht sagen.

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