Bilanz 2015 der Kreissparkasse Grafschaft Diepholz

Jahresüberschuss von 3,3 Millionen Euro

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Vorstandsvorsitzender Ralf Finke (rechts) und Vorstandsmitglied Claus Nordsieck stellten die Zahlen der Kreissparkasse Grafschaft Diepholz des Geschäftsjahres 2015 vor.

Diepholz - Die Kreissparkasse Grafschaft Diepholz erzielte 2015 einen Jahresüberschuss von 3,3 Millionen Euro. Die Bilanzsumme stieg um 45 Millionen Euro auf 1,645 Milliarden Euro, das Geschäftsvolumen erhöhte sich um 51,1 Millionen Euro auf 1,684 Milliarden Euro. Das teilte die Kreissparkasse jetzt mit.

„Das Wachstum lag dabei über unseren ursprünglichen Erwartungen“, erklärte Vorstandsvorsitzender Ralf Finke: „Ursächlich war hier in erster Linie die überdurchschnittliche Zunahme unserer Kundeneinlagen“.

Ralf Finke und Vorstandsmitglied Claus Nordsieck zeigten sich laut der Pressemitteilung zufrieden. „Vor dem Hintergrund der sich weiter verschlechternden Rahmenbedingungen – Negativzinsen der EZB und der permanent zunehmenden aufsichtsrechtlichen Regulierung – bewerten wir die Geschäftsentwicklung im 150-jährigen Jubiläumsjahr der Sparkasse noch als erfreulich.“

Nach Zuführung des Gewinns in die Sicherheitsrücklage verfügt die Kreissparkasse Grafschaft Diepholz über eine Gesamtkapitalquote als Relation der Eigenmittel zum Gesamtrisikobetrag von 16,1 Prozent. Damit liegt sie deutlich über dem gesetzlich vorgeschriebenem Wert von acht Prozent. „Einlagen sind bei uns tatsächlich sicher“, bemerkt Claus Nordsieck und betont: „Die Basis für eine solide Geschäftsausweitung ist gegeben“.

Zurzeit nutzen rund 16.000 Kunden das Onlinebanking. Die Sparkasse verknüpft ihr umfangreiches Online-Angebot mit realen Beratern vor Ort. Ergänzend wurden das Personal und die Aufgaben des in der Diepholzer Hauptstelle ansässigen KundenServiceCenters erweitert. Online- und Telefonkunden können nun auch Giro- und Sparkonten eröffnen, Anlagekonten einrichten oder Kredite aufnehmen. „Unsere örtlichen Sparkassen werden immer seltener für alltägliche Aufgaben von unseren Kunden aufgesucht“, berichtet Ralf Finke. „Die Onlinesparkasse, das KundenServiceCenter und die örtlichen Geschäftsstellen lassen die Kunden frei entscheiden, zu welchem Thema sie wann und auf welchem Weg die Sparkasse besuchen“.

2015: Personalstärke um 2,5 Prozent erhöht

Die Kreissparkasse hat nach eigenen Angaben 2015 die Personalstärke um 2,5 Prozent heraufgesetzt. Aktuell hat sie 371 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 20 örtlichen Sparkassen inklusive der Hauptstelle mit KundenServiceCenter. 26 junge Menschen erlernen den Beruf des Bankkaufmanns in der Kreissparkasse Grafschaft Diepholz.

Obwohl das hohe Vorjahreswachstum des Kundenkreditvolumens nicht erreicht wurde, entsprach der Zuwachs mit 4,5 Prozent auf 1,205 Milliarden Euro in etwa der Entwicklung der niedersächsischen Sparkassen. Bestandszuwächse konnten vor allem bei den Wohnungsbaukrediten und den gewerblichen Krediten erzielt werden. Die Kunden nutzten die im langjährigen Vergleich niedrigen Zinsen und bevorzugten langfristige Festschreibungen.

„Im vergangenen Jahr standen erneut gebrauchte Immobilien im Fokus der Interessenten. Infolge des knapper werdenden Angebots konnten wir allerdings im Vermittlungsgeschäft nicht ganz an das sehr gute Vorjahresergebnis anknüpfen“, betont Sparkassenchef Finke. Das Bauspargeschäft übertraf sogar das Vorjahresergebnis; der Absatz wurde vor allem über eine gestiegene Nachfrage nach Wohnungsbaufinanzierungen forciert.

Das niedrige Zinsniveau führte zu einer Belebung des Wertpapierumsatzes mit Aktien und Investmentfonds. Um 91,4 Millionen Euro sind die Kundeneinlagen im Vergleich zu anderen Sparkassen überdurchschnittlich gestiegen auf einen Bestand von 1,133 Milliarden Euro. Im aktuellen Zinsumfeld bevorzugen die Kunden in erster Linie liquide beziehungsweise kurzfristige Anlageformen. Bei den Sach-, Lebens- und Rentenversicherungen ging die vermittelte Beitragssumme etwas zurück. Die Umsätze im Auslandsgeschäft konnten dagegen um 9,9 Prozent gesteigert werden. Hierbei machte sich im Wesentlichen das stark gestiegene Volumen an Devisenhandelsgeschäften bemerkbar.

Niedrigzinsen werden Banken weiter belasten

„Die voraussichtlich noch länger andauernde Niedrigzinsphase wird die Erträge aller Kreditinstitute in den nächsten Jahren sichtbar belasten“, erklärt der heimische Sparkassenvorstand. „Das Auslaufen eigener „alter“ hochverzinslicher Anlagen und die entsprechende Neuanlage zu fast Null Prozent schmälert unsere Zinserträge. Und – das klingt jetzt verrückt – aufgrund der Geldpolitik der EZB ist es so, dass das gesamte Kreditgewerbe selbst bei einer Verzinsung von Null Prozent auf Guthabenkonten negative Deckungsbeiträge erzielt. Denn: würde sich eine Bank das Geld am Kapitalmarkt anstelle bei seinen Kunden „leihen“, bekäme es bedingt durch die Negativzinsen einen Zinsertrag von 0,35 Prozent. Das heißt, als „guter“ Kaufmann müssten wir Kreditinstitute von unseren Kunden Zinsen für ihre Guthaben verlangen. Diese Strategie verfolgen wir nicht, sondern haben zur Gegensteuerung eine Mehrjahresplanung aufgelegt, um mit den hier genannten betriebswirtschaftlichen Herausforderungen langfristig umgehen zu können“, so der Kreissparkassen-Vorstand.

Bedingt durch zahlreiche Jubiläums-Sonderspenden betrug das Spenden- und Förderaufkommen der Sparkasse im vergangenen Jahr 858 000 Euro. Hinzu kommen gezahlte Steuern in Höhe 6,3 Millionen Euro. „Wir stehen zu unserer Region und führen deshalb unseren fiskalen Anteil direkt zum Finanzamt Sulingen ab – ohne Zwischenstopp in Panama“, bemerkt Ralf Finke schmunzelnd.

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