589 Menschen suchten 2016 Rat bei der Fachstelle Sucht des Diakonischen Werkes

Mit elf Jahren schon ein Alkoholproblem

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Mit Jahresbericht und Wasser statt Alkohol: Das Team der Fachstelle Sucht (v.l.): Christian Caselitz, Erik Walsemann, Nantke Fangmann, Jens Rusch, Berta Helbling und Udo Telsemeyer.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Der jüngste Ratsuchende in der Fachstelle Sucht, der große Probleme mit Alkohol hatte, war erst elf Jahre alt. Der Junge war nach exzessivem Konsum mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht worden.

Alkohol ist weiterhin die Nummer eins bei den Suchtproblematiken. 382 Menschen suchten deswegen im Jahr 2016 Hilfe bei der Fachstelle Sucht des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz – 65 Prozent der Klienten.

Das sechsköpfige Team der Fachstelle bietet in Diepholz am Postdamm 4 und in Sulingen am Amselweg 6 Suchtberatung für Betroffene und Angehörige an und legte jetzt pünktlich zur „Aktionswoche Alkohol“ (13. bis 21. Mai) den 28-seitigen Jahresbericht 2016 vor.

Die Fachstelle Sucht hat ein speziell auf Kinder und Jugendliche ausgerichtetes Beratungsangebot, betreut und berät aber natürlich auch Erwachsene. „Der älteste mit Alkoholproblemen war 81 Jahre“, berichtet Fachstellenleiter Jens Rusch.

589 Menschen kamen 2016 in die Beratungsstelle

Wegen unterschiedlicher Suchtproblematiken kamen im vergangenen Jahr insgesamt 589 Menschen in die Beratungsstelle, davon 484 als Neuaufnahmen.

Neben Alkohol (382 Betroffene und Angehörige) stehen Probleme mit Opiaten (76 Personen, elf Prozent), Cannabis (47 Personen), Glücksspiel (42 Personen) und Medien (23 Personen) in der Statistik der Fachstelle.

Insbesondere die Probleme mit exzessiver Nutzung von Medien (Internet, Computerspiele) werden immer größer, berichtet Christian Caselitz, der im Team der Diakonie-Fachstelle Sucht Experte für Medien ist. Ein Hintergrund sind neue Spiele, die Nutzer immer länger und intensiver binden.

Das betrifft längst nicht nur junge Leute. „Wir haben auch Jugendliche, die sich Sorgen um ihre Eltern machen“, berichtet Caselitz. Das Durchschnittsalter der Ratsuchenden im Bereich Medien sei 30 Jahre. Sein Rat: Regeln zur Nutzung aufstellen, bevor ein Gerät oder Spiel angeschafft wird, und diese konsequent einhalten. Dabei gehe es nicht nur darum, wie lange ein Medium genutzt wird, sondern, ob dadurch soziale Kontakte verloren gehen und das Verhalten somit problematisch wird.

Glücksspiel ist ein weiteres wachsendes Problem. Die Fachstelle Sucht kritisiert die Werbung für Sportwetten. Hier wie bei der Automatenspiel-Nutzung sei die Dunkelziffer der Betroffenen sehr hoch. Ihr Suchtverhalten fiele oft nicht auf.

In der Fachstelle können Betroffene unter anderem lernen, wie sie ohne ihre Suchtmittel auskommen.

Nähere Informationen unter Tel. 05441/987920 in Diepholz oder unter Tel. 04271/1400 in Sulingen.

www.suchtberatungsstelle.de

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