Vieles hat sich verändert

1 Jahr Corona im Landkreis Diepholz: 365 Tage Ausnahmezustand

„Drei Frauen und drei Männer sind im Landkreis Diepholz positiv auf das Coronavirus getestet worden. Einer der Betroffenen lebt in Stuhr und gehört laut Angaben des Landkreises zur Risikogruppe, also zu den älteren Menschen.“ So begann genau vor einem Jahr der erste Bericht über Corona im Landkreis Diepholz.

  • Seit 365 Tagen gibt es bestätigte Covid-19-Infektionen im Landkreis Diepholz
  • Das Team Infektionsschutz im Gesundheitsamt ist von acht auf 120 Mitarbeiter angewachsen
  • Bislang sind 85 Personen gestorben, während sie mit Covid-19 infiziert waren.

Landkreis Diepholz – Niemand ahnte damals, wie viele noch folgen sollten, welche tief greifende Strukturveränderungen – vor allem in der Kreisverwaltung – das Virus auslösen würde und welch exorbitanter, bis heute andauernder Kraftakt die Krise für alle Beteiligten werden sollte.

Team Infektionsschutz im Gesundheitsamt: Von acht auf 120 Mitarbeiter

Damals berichteten Landrat Cord Bockhop, Kreisrätin Ulrike Tammen und Dr. Daniel Tabeling als Leiter des Gesundheitsamtes über sechs Corona-Infektionen. Auch zwei Männer und drei Frauen aus der Gemeinde Weyhe hatten sich infiziert. Alle sechs waren von Ski-Freizeiten aus Südtirol zurückgekehrt. Plötzlich stand das Leben kopf: Seit 365 Tagen herrscht Ausnahmezustand.

Acht Mitarbeiter umfasste das Team Infektionsschutz im Gesundheitsamt am 10. März 2020, so Kreisrätin Ulrike Tammen auf Anfrage. Die Zahl stieg – analog zu den Herausforderungen – auf bis zu 120 (!). Zwei Testzentren stampfte der Landkreis faktisch aus dem Boden. Das erste nur vier Tage nach den ersten bestätigten Covid-19-Fällen in Diepholz. Dorthin überwiesen Ärzte Patienten. Wegen stark steigender Zahl von Infektionen und Kontaktpersonen eröffnete der Landkreis im Oktober ein Testzentrum im Twistringer St. Annen-Stift, in dem sich heute noch alle Kontaktpersonen testen lassen können. Neun Kilometer liegen zwischen dieser Einrichtung und einer noch wichtigeren Zentrale im Landkreis: dem Impfzentrum in der Klinik Bassum. Seit der Eröffnung haben 15 000 Menschen ihre Impfung erhalten – 4 000 davon bereits ihrer zweite. Viele andere warten darauf.

Krisenstab im Landkreis Diepholz tag innerhalb von einem Jahr 106-mal

In Zeiten, in denen Menschen zum Schutz vor Krankheit und Tod Masken tragen müssen, scheinen manche die moralischen Masken fallen zu lassen. Anders ist nicht zu erklären, dass es „Impfdrängler“ gibt. Darauf lässt ein Zitat von Landrat Cord Bockhop schließen: „Es bringt niemanden weiter, wenn wir ein und denselben Brief in vierfacher Ausführung von verschiedenen Absendern einer Berufsgruppe erhalten. Dies hat lediglich den Effekt, dass unnötig Kräfte gebunden werden, die an anderer Stelle dringend gebraucht werden.“

Covid-19-Fälle im Landkreis Diepholz

Man denke nur an den Krisenstab: Am 12. März 2020 gebildet, hat dieses Gremium laut Ulrike Tammen sage und schreibe 106 mal getagt, um alle nur denkbaren Maßnahmen gegen das Virus auf den Weg zu bringen und um die immer wieder wechselnden Vorgaben von Land und Bund ganz praktisch – vor allem nachvollziehbar für die Bürger – im Landkreis zu verankern. Es sind Mitarbeiter aus dem Gesundheitsamt, der Krankenhäuser sowie des Fachdienstes Bevölkerungsschutz, der Feuerwehr und – je nach Infektionslage – anderen Bereichen mehr, die dabei ihre Kräfte bündeln.

23000 Anrufe beim Covid-19-Bürgertelefon im Landkreis Diepholz

Viele Institutionen sind in den Kampf gegen die Pandemie und ihre Bewältigung eingebunden. Immer wieder müssen neue Verordnungen von Bund und Land umgesetzt werden. Allein von einer, der Corona-Verordnung an sich, gibt es laut Ulrike Tammen bis jetzt zwischen 20 und 25 Fassungen. Sie genau zu zählen, würde äußerst knappe Zeit binden: Die kann besser in den Infektionsschutz investiert werden.

Nicht wenige Bürger sind mit den Finessen der Pandemie-Bewältigung überfordert. Rund 23  000 Anrufe sind seit dem 12. März über das Bürgertelefon im Kreishaus eingegangen. „Nicht immer freundliche“, sagt Ulrike Tammen. Sie freut sich andererseits darüber, dass ihre Mitarbeiter in der Krise immer wieder Verantwortung übernehmen. Viele melden sich demnach sogar freiwillig für den Wochenenddienst.

Alle wissen, dass die meisten Menschen nur ein Ziel haben: endlich wieder die ganze Familie sehen, Schwimmen gehen, ein Restaurant oder den Tierpark besuchen und auch mal einen Einkaufsbummel unternehmen. Doch Voraussetzung dafür ist nicht nur die sorgfältige Einhaltung aller geltenden Hygienevorschriften: Die Impfung – und ausreichend Impfstoff – sind elementar.

Rubriklistenbild: © PRIVAT

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