Kommentar zu RKI-Meldungen

Ist das im Sinne des Erfinders?

Ein Kommentar zum Thema RKI-Meldungen für den Landkreis Diepholz - von Jannick Ripking.

Mit der umstrittenen Bundes-Notbremse verfolgt die Regierung das Ziel, die dritte Welle der Corona-Pandemie zu stoppen. Wenn man aber anhand eines einzigen Faktors – in diesem Fall die Inzidenzwerte des Robert-Koch-Instituts – festmacht, wann und wo die Notbremse in Kraft tritt, dann muss dieser Faktor absolut wasserfest sein. Wenn er es nicht ist, dann verlieren die Beteiligten a) an Glaubwürdigkeit oder es ist b) mindestens angebracht, ihre Kompetenzen infrage zu stellen.

Was bringt ein Konzept zum Schutz der Bevölkerung, wenn es nicht greift, weil der auslösende Faktor nicht die Realität abbildet? Gerade bei der Sieben-Tage-Inzidenz können wenige Fälle darüber entscheiden, ob der Wert über 100 liegt oder darunter, was für einige Landkreise bedeutet, dass keine Notbremse gezogen wird, obwohl sie gezogen werden müsste. So kommt unweigerlich die Frage auf: Ist das noch im Sinne des Erfinders?

Dazu wabern immer mehr Verschwörungstheorien durch Medien und Gesellschaft. Wäre es dann gerade in diesen Zeiten nicht angebracht, allen Corona-Leugnern und Querdenkern mit größtmöglicher Transparenz entgegenzutreten? Das ist in diesem Fall nicht passiert. Hätte ein Leser nicht den entscheidenden Hinweis gegeben, wäre der simple Rechenfehler des RKI möglicherweise nie ans Licht gekommen.

Denn auffällig ist, dass die falschen Inzidenzen des Instituts wochenlang mehr oder weniger hingenommen wurden. Und nur einen Tag nach der Anfrage unserer Zeitung sind auf der Homepage des RKI plötzlich zwei Inzidenzen pro Tag zu finden: Zu den falschen „eingefrorenen“ kamen aktualisierte Werte hinzu, die nachträglich die echten Sieben-Tage-Inzidenzen widerspiegeln. Vorher waren sie nirgends zu finden. Ob das eine direkte Reaktion auf unsere Anfrage war, lässt sich nicht belegen, die deutlichen zeitlichen Zusammenhänge legen diese Vermutung aber nahe.

Auch das Herumeiern bei der Suche nach Antworten, weshalb die Diepholzer Neumeldungen immer zu spät beim RKI ankommen, wirft kein gutes Licht auf die Beteiligten. Glaubt man den Aussagen des Landkreises und des Lndes-Gesundheitsamts, dann müssten dem RKI die Meldungen aus Diepholz für den Vortag nämlich immer rechtzeitig vorliegen. Tun sie aber nicht. Das RKI verweist selbst allerdings nur auf die Behörden. Anstatt auf echte Fehlersuche zu gehen, wird mit dem Finger auf andere gezeigt. Transparenz sieht anders aus.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte

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