Steine statt Handtaschen im Riesen-Regal 

„Ippenburg-Gitter“ am Diepholzer Skulpturenpfad eingeweiht

Die Skulptur „Ippenburg-Gitter“ (nun „Steine der Weisen“) wurde am Skulpturenpfad „Die Sicht 2“ eingeweiht. - Foto: Bechtel

Diepholz - Von Christa Bechtel. 2015 schuf der Osnabrücker Künstler Volker-Johannes Trieb für das Ippenburger Sommerfestival das Riesenregal „Handbag/Back To Peace“, das Prominente mit Handtaschen füllten, um ihre Solidarität mit den syrischen Flüchtlingskindern im Irak zu zeigen.

Als im Frühjahr 2016 die Bürgerstiftung Agenda 21 Diepholz für ihren Skulpturenpfad „Die Sicht 2“ einen zweiten Kunstwettbewerb ausschrieb, machte Trieb sie auf die Gitter-Skulptur in Lockhausen aufmerksam. Und Viktoria Freifrau von dem Bussche (Schloss Ippenburg) schenkte sie den Diepholzern.

Am Mittwoch wurde die sechs Meter hohe Skulptur mit dem neuen Namen „Steine der Weisen“ am Skulpturenpfad im Süden von Diepholz (Nähe Lehmder Damm) eingeweiht. Statt Handtaschen sollen nun Steine die Fächer füllen. Mit dabei waren Viktoria von dem Bussche, Harff-Peter Schönherr für den erkrankten Künstler Volker Trieb, Helfer, Handwerker, Firmen, Vertreter der Stadt Diepholz und des Unterhaltungsverbandes Hunte. 

Weitere Teilnehmer waren Mitwirkende der Agenda 21 Diepholz sowie Vertreter der Volksbanken-Raiffeisen (VR)-Stiftung. Diese hatte das Projekt nicht nur mit 8000 Euro bezuschusst, sondern auch gemeinsam mit Ulrich Halfpap, Motor und Projektpate des Skulpturenpfads, zu der Einweihung eingeladen. Grundstückseigentümer Aloys Kamphake war es, der das rot-weiße Flatterband offiziell durchschnitt.

Viktoria von dem Bussche hatte sich für den Standort gewünscht: „Es wäre schön, wenn die Skulptur wieder ‚erhaben‘ auf einer Insel stehen würde, leicht erhöht mit grünem Hintergrund.“ Das ist bestens gelungen! In der Nähe steht eine große Weide – ein Naturdenkmal. Weiter dahinter auf der linken Seite ist das Naturschutzgebiet „Huntebruch“, auf der rechten Seite erahnt man den Dümmer und sieht die Dammer Berge. Zudem wurde die Hunte an der Stelle durch einen Seitenarm erweitert. Ein neuer ökologischer Ort.

„Den ersten, für mich sichtbar gewordenen Kommentar zu dieser Arbeit – „Hässlich“ in Blutrot– finde ich nicht schlimm. Ich finde es schön, wenn diese Skulptur Reaktionen auslöst“, meinte Harff-Peter Schönherr, der näher auf das Kunstwerk „Steine der Weisen“ einging. „Ippenburg-Gitter“ sei eigentlich ein Arbeitstitel, „der sich aber in die Köpfe der Leute begeben hat“, so Schönherr: „Letztendlich haben wir hier eine Anmutung von Weltkugel. 

Das heißt, wir haben eine Anmutung von Längen- und Breitengrad, von Nähe und Ferne. Sie ist wie eine Landmarke, so, als würde sie hierhin gehören.“ Weiter sagte der Vertreter des Ateliers Trieb: „Wir wünschen uns, dass man hier Steine reinstellt.“ Volker-Johannes Trieb hatte dazu schriftlich mitgeteilt: „Steine der Welt finden sich hier zusammen, als Zeichen der Vielfalt des Lebens, als Zeugnisse glückserfüllter Erinnerungen an Gefühle, Gedanken, Orte.“ So könne jeder Träger einer eigenen Geschichte werden, die weiterlebe. Jeder aber, der einen Stein ablegt, werde so selbst zum weltverändernden Künstler.

Erste Steine in die Skulptur legten Landtagsvizepräsident Karl-Heinz Klare und Reinald Schröder, Vorsitzender der Bürgerstiftung Agenda 21.

„Ich finde es wunderbar, dass die Skulptur auf einer Insel steht“, freute sich Viktoria von dem Bussche: „Dieses Gitter/Raster ist die Urform des menschlichen Eingriffs in die Natur.“ Sie finde es spannend, „dass wir mit diesem Raster unseren Abdruck in der Natur hinterlassen. Dieses Raster ist eigentlich das Klarste, was man der Naturform entgegen stellen kann.“

Im Café/Restaurant „Gänsestübchen“ sprachen danach Heinrich Gödke, Vorstand der Volksbank Diepholz-Barnstorf und in diesem Fall Vertreter der VR-Stiftung, der stellvertretende Diepholzer Bürgermeister Ulrich Püschel, Viktoria von dem Bussche und Reinald Schröder Grußworte.

Püschel: „Die Skulptur bereichert unsere Stadt“. An Ulrich Halfpap gerichtet unterstrich er: „Du bist der Ideengeber für diese Skulpturen insgesamt.“ Reinald Schröder meinte: „Schön, dass es beim Ab- und Aufbau so viele Mitstreiter gab.“

Der Skulpturenpfad beginnt am Schloss in Diepholz und endet am Dümmer-Museum in Lembruch. Am Dümmer schließt sich seit dem vergangenen Jahr der Skulpturenpfad „See Sicht“ an.

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