Glitzernde Kunstwerke aus Stehlampen

Ingried Radons möchte ihr Atelier in Diepholz für Besucher öffnen

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Die Diepholzerin Ingried Radons bastelt glitzernde Kunst aus Schrott. Die Inspiration findet sie überall, wie bei diesem Werk „die Rundliche“, welcher der Figur ihrer Freundin nachempfunden wurde.

Diepholz - Von Louisa Manholt. Was andere als Schrott betrachten, ist für Ingried Radons vor allem eins: Eine Herausforderung. Seit fast vier Jahren bastelt sie glitzernde Kunstwerke in ihrem Atelier an der Hindenburgstraße, Ecke Grafenstraße. Momentan haben es der Diepholzerin vor allem Stehlampen angetan.

Ihre Figuren, die daraus entstanden sind, sind alle weiblich. „Stehlampen haben obenrum mehr, so wie Frauen auch, also wurden es Frauen. Aus den Schirmen mache ich zum Beispiel Hüte“, erklärte die 67-Jährige.

Die umgewandelten Lampen bekommen auch Namen, damit sie diese auseinanderhalten kann. Und so heißen die Figuren ihres Damen-Bataillons zum Beispiel die Magere, die Fröhliche, die Prachtvolle, die Gehandicapte oder auch die Mimose. Die Namen sind meist naheliegend am Design des Kunststücks angelehnt. Die Gehandicapte hat beispielsweise nur einen Arm und die Prachtvolle kann ihre prachtvollen Kleider mit schnellen Handgriffen austauschen. Die Idee dazu kam ihr während der Fertigung. 

Inspiration findet die Künstlerin überall

„Es war schwer, die Dinge an ihr zu fixieren, also habe ich am Tisch vorgearbeitet und dann mit Draht an ihr befestigt. Da kam mir die Idee zu einer Anziehpuppe“, erinnerte sich Radons. Inspiration findet die Künstlerin überall. Die Rundliche ist beispielsweise von ihrer Freundin inspiriert: „Bei ihrer fülligen Figur hat sie hin und wieder zu einer Korsage gegriffen. Das habe ich hier versucht nachzubilden.“

Gebastelt wird vor allem, wenn es dunkel ist und ausschließlich bei Kerzenschein. Nur da kann die Rentnerin erkennen, welche Steine ihre Wirkung am besten Entfalten. Und durch das Schimmern kommt ein gewisses Leben in ihre Kunstwerke.

An Material kann die Künstlerin alles gebrauchen: Radkappen, Lampenschirme oder Teekannen. Einige Dinge stellen sie vor eine große Herausforderung: „Manchmal plant man etwas, aber dann hält der Kleber nicht oder es ist nicht stabil genug. Dann muss man umdenken. Aber genau das hält ja auch fit!“ Aber es geht nicht darum, einfach Dinge mit Strasssteinen und Pailletten zu bekleben. „Das wäre ja langweilig und doof!“, macht Radons deutlich. „Nein, das muss schon Schmiss haben!“

Größtes Kompliment kommt vom Sohn

Und diesen Schmiss weiß sogar ihr Sohn zu wertschätzen. „Als ich mich früher bunt anzog, verzog er schon immer das Gesicht, das mochte er gar nicht. Aber als er mich nun besuchte und meine Werke sah, da war er erstaunt und meinte: ,Boa, Mama, das ist ja interessant!‘ Ein größeres Kompliment konnte es für mich gar nicht geben.“

Auch Radons’ Freundinnen sind immer wieder begeistert, wenn sie zu Besuch kommen, und raten immer wieder zu Ausstellungen. Doch das kann die Künstlerin nicht: „Ich würde ja gerne, aber ich benötige Hilfe beim Transport. Das schaffe ich nicht alleine!“ Davon möchte sich die Rentnerin nicht beirren lassen. Stattdessen möchte sie nun ihr Atelier für Besucher und Neugierige öffnen. Immer sonntags zwischen 15 und 17 Uhr soll es möglich sein, sich ihre Kunstwerke anzusehen. Der erste Termin ist der 1. April. Da sie dafür aber ihre Außentüren zur Straße öffnen muss, könnte es zu kalt werden. Tritt dieser Fall ein, verschiebt sich der Termin auf den Pfingstsonntag, 20. Mai.

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