Inge Rostek setzt sich für Aktion ein

„Ein Leben ohne Kinderlähmung“: 500 Deckel für eine Impfung

Bunte Deckel gegen Kinderlähmung: Inge Rostek sammelt die Verschlüsse, die an Recylclingunternehmen verkauft werden. Dieter Möller unterstützt die Aktion. Foto: Reckmann
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Bunte Deckel gegen Kinderlähmung: Inge Rostek sammelt die Verschlüsse, die an Recylclingunternehmen verkauft werden. Dieter Möller unterstützt die Aktion.

Diepholz – Von Sven Reckmann. Die zurückliegenden Feiertage und erst recht die Silvesternacht haben vermutlich jede Menge Leergut in den Haushalten „angespült“, das nun in den nächsten Tagen entsorgt oder zurückgegeben werden muss. Dabei lohnt es sich, genauer hinzusehen – vor allem auf die Verschlüsse, die „Deckel“, denn die können Leben retten.

Das sagt Inge Rostek. Die Diepholzerin, die in Schobrink wohnt, gilt nicht nur in dem Aschener Ortsteil als „Original“. Sie setzt sich gern für Menschen ein, hat schon Tee zugunsten einer Psychiatrie in Afrika verkauft und sie unterstützt heimische Vereine, wo sie nur kann.

Bei ihrer jüngsten Aktion geht es nun um Schraubverschlüsse aus Kunststoff, wie sie auf vielen Getränkeflaschen vorhanden sind.

Ziel ist es, in Kooperation mit verschiedenen Rotary-Clubs durch das Sammeln und Verwerten von Plastikdeckeln Projekte zu finanzieren. In diesem Fall die Rotary-Aktion „End Polio now“, also die Bekämpfung der Krankheit Polio durch Impfungen.

Inge Rostek wirbt für die Aktion „Deckel gegen Polio“ des Vereins „Deckel drauf“ mit Sitz in Nürnberg. Sie wirbt und sie nutzt selbst jede Möglichkeit, selbst Deckel zu sammeln.

Großer Bekanntenkreis ist hilfreich

Dass sie jede und jeden hier in der Umgebung kennt, kommt Inge Rostek dabei zugute. „Neulich hatte ich Geburtstag, da hat mir jemand eine große Kiste mit Deckeln geschenkt. Das hat mich richtig gefreut“, berichtet die Schobrinkerin mit einem Lächeln.

Auch das Team vom Diepholzer Bahnengolfclub um Platzwart Werner Radzei und Fidi Möller macht mit. „Und viele Menschen nicht nur aus Diepholz und den Ortsteilen, sondern auch aus Wagenfeld, Lohne, Drebber und Sulingen“, erzählt Inge Rostek.

Über eine Ärztin aus Twistringen war Rostek auf die Aktion aufmerksam geworden.

Hauptsammelstelle ist das Technikmuseum Diepholz-Heede an der Bremer Straße. Museumsgründer Dieter Möller hat einen eigenen Sammelbehälter im Eingangsbereich des Museumscafés aufgestellt. Aber wenn jemand wie Inge Rostek – wie kürzlich – mit einer Großlieferung von vier Riesenkartons voller Schraubverschlüsse auf dem Hof steht, dann kommt es direkt in einen großen Behälter in der Werkstatt.

Von dort aus werden die Deckel regelmäßig weitergeleitet. Der Kunststoff wird verkauft. Mit dem Erlös werden Schluckimpfungen in Nigeria, Afghanistan und Pakistan finanziert. Der Verein „Deckel drauf“ hat nach eigenen Angaben seit seiner Gründung im Jahr 2014 knapp 70.000 Schluckimpfungen ermöglicht.

Sammelstellen in Diepholz und Umgebung sind: Der Friseursalon Zargus Aschen, die Blumenstube Aschen, das Pfarrbüro in Drebber, Edeka Warneking in Drebber und natürlich das Technikmuseum in Heede. Auch Inge Rostek selbst (Schobrinker Weg 106) nimmt die Deckel gern in Empfang.

Hintergrund 

„500 Deckel – für ein Leben ohne Kinderlähmung.“ Unter dieser Überschrift steht die Aktion „Deckel gegen Polio“. Teilnehmer sammeln die Kunststoffdeckel und -verschlüsse von Getränkeflaschen und Tetrapaks (beispielsweise Erfrischungsgetränke, Saft- und Milchkartons). Die Verschlüsse bestehen aus Polyethylen (HDPE), einem hochwertigen und recyclingfähigen Material. Mit dem Erlös aus dem Verkauf an Recyclingunternehmen werden weltweit Impfaktionen gegen Kinderlähmung mitfinanziert. Ein einzelner Deckel wiegt rund zwei Gramm, 500 Deckel ergeben etwa ein Kilogramm Material. Der Erlös decke die Kosten einer Impfung. Die Rückgabe von Pfandflaschen ist auch ohne Deckel möglich, erläutert „Deckel drauf“. Der Verein: „Ob Einweg- und Mehrwegflaschen – bei der Rückgabe ist der Flaschenkörper mit dem darauf befindlichen Pfandzeichen entscheidend.“

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