Informationen, Kurse und viele Ausflüge

Landfrauenverein Diepholz feiert 70-jähriges Bestehen

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Ulrike Meyer, seit 2012 Vorsitzende des Landfrauenvereins Diepholz, berichtete über die vergangenen Jahre.

Sankt Hülfe - Von Louisa Manholt. „Es geht nicht immer alles glatt, aber man weiß sich zu helfen“: Das ist das Resümee des Landfrauenvereins Diepholz, der gestern sein 70-jähriges Bestehen feierte. 180 Vereinsmitglieder aus Diepholz, Wagenfeld, Rehden, Lemförde und Drebber kamen dazu im Saal des Hotels Castendieck in Sankt Hülfe zusammen.

Jede einzelne Landfrau wurde zu Beginn der mehrstündigen Feier von Butler „James Pont“ – einer Künstlerfigur, gespielt von Erwing Rau – begrüßt. Der zwölfköpfige Vorstand des Vereins wurde ebenfalls, fast wie bei Hofe, von „James Pont“ namentlich aufgerufen. Nach dieser Einlage begann die 1. Vorsitzende Ulrike Meyer ihre Eröffnungsrede. Sie ließ die Jahre seit der Gründung des Landfrauenvereins 1947 Revue passieren und betonte dabei, dass der Verein immer noch gegen die Vorurteile über die Landfrauen kämpfen müsse: „Es herrscht immer noch die Meinung vor, das sei hier nur ein Treffen zu Kaffee und Kuchen und wir tauschen hier nur Rezepte aus. Aber wir machen mehr. Wir setzen uns für Frauen vom Lande ein, um das Leben auf dem Lande interessanter zu gestalten.“

Glückliche Erinnerungen an länger werdende Ausflüge

Zu dem aktuellen Programm gehören Informationsveranstaltungen, zum Beispiel zum Thema Wechseljahre, handwerkliche Kurse oder Kochkurse und vor allem Ausflüge. Dazu gehören nicht nur die Radtouren durch die Ortschaften, sondern auch Tagesausflüge nach Bremen oder längere Fahrten, beispielsweise nach Sizilien.

Ulrike Meyer gab das Wort an die beiden Ehrenvorsitzenden Ilse Diepholz und Angelika Schütter.

Ilse Diepholz aus Ströhen war von 1971 bis 1992 Vorsitzende und berichtete über die Entwicklung in ihrer Amtszeit. Besonderen Spaß hatte sie an der Organisation der Fahrten. Sie erinnerte sich daran, dass in ihrer Amtszeit die Ausflüge an Länge zugenommen hatten: „Zu Anfang waren es noch Tagesfahrten, dann drei Tage und später dann auch acht- bis zehntägige Fahrten.“ Und bei diesen Fahrten nach Polen oder Schweden sei es immer lustig zugegangen. Aber auch Theater- und Musicalbesuche seien immer toll gewesen.

„Ohne die Landfrauen hätten wir nicht soviel von Europa gesehen“

Angelika Schütter folgte auf Ilse Diepholz und blieb von 1992 bis 2012 Vorsitzende. Nachdem Diepholz ihren Rücktritt verkündet hatte, folgten weitere Vorstandsmitglieder, sodass nur noch fünf von elf ursprünglichen Vorständen im Amt waren. Durch die Hilfe von Ilse Diepholz konnte sich Schütter allerdings schnell in ihre neue Position einarbeiten.

Auch die Tradition, für jedes Tagungsthema ein passendes Lied auszuwählen, hatte Schütter von Diepholz übernommen. Die Fahrten waren ebenfalls ein ganz besonderes Erlebnis: „Mein Mann und ich haben viel von Deutschland und Europa gesehen. Ohne die Landfrauen wäre das wohl nicht so gewesen.“

Im Anschluss berichtete Ulrike Meyer über die letzten zehn Jahre im Verein. Wie zum Beispiel die Panne zum 60. Geburtstag, die mehr aus vielen Pannen bestand: Der Chor sagte einen Abend vorher ab, die Lautsprecheranlage kam viel zu spät und die Beleuchtung reichte nicht aus. Die Vorsitzende: „Aber Landfrauen wären nicht Landfrauen, wenn sie Herausforderungen nicht meistern würden.“

2016 wurde die 500. Landfrau im Verein begrüßt

Auch andere Änderungen hätte es gegeben. So wurden aus Rundbriefen Flyer und seit 2013 werden diese professionell gestaltet und nicht nur an Mitglieder verteilt.

Jährlich finden Aktionen statt wie „Hereinspaziert – Landfrauen öffnen ihre Gärten und Dörfer“ und der „Tag des offenen Hofes“.

Zum Abschluss verkündete Meyer schließlich, dass im letzten Jahr die 500. Landfrau in den Verein aufgenommen wurde. Die Mitgliederzahl wachse stetig und auch junge Landfrauen könnten regelmäßig neu im Verein begrüßt werden.

Butler „James Pont“ prüfte Teller auf ihre Bruchsicherheit.

Nach dem Mittagessen, bei dem „Butler Pont“ jeden einzelnen Teller auf Bruchsicherheit prüfte, folgte bei der Feier das Programm „Von Landfrauen für Landfrauen“. Christiane Tegeler-Kliche aus Wagenfeld sang für die Landfrauen, Gunda Landgraf aus Diepholz führte einen Sketch auf.

Eine Landfrau muss nicht aus der Landwirtschaft stammen

Danach wurde der Imagefilm der Landfrauen gezeigt, der nicht den Fokus darauf legte, was Landfrauen machen, sondern wer eigentlich Landfrau ist. In 30 Minuten wurde gezeigt, dass Landfrauen nicht unbedingt aus der Landwirtschaft stammen, sondern auch ganz andere Berufe ausüben. Acht Frauen wurden dabei durch den Alltag als Landwirtin, Lehrerin oder Tierarzthelferin begleitet und vorgestellt.

Danach hielt Motivationstrainerin Beate Recker aus Wetschen einen Ausschnitt ihres Vortrags „Was hat der Maserati mit den Landfrauen gemeinsam?“ und die Plattdeutsche Bühne Rehden führte Sketche auf. Dann wurde die Country- und Western-Tanzgruppe Drebber begrüßt, sowie Sigrun Hagelmann aus Wagenfeld, die mit einer Krimilesung die Teilnehmer in ihren Bann zog.

Zum Abschluss trat die Gitarrengruppe Brockum auf, bis der runde Geburtstag des Landfrauenvereins Diepholz bei Kaffee und Kuchen gemütlich ausklang.

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