Erholung in einmaliger Landschaft

Erster offizieller Rundgang: Diepholzer Moor-Erlebnispfad neu gestaltet

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Mit „Moor-Medaille“: (vorn, von links); Maria Schmutte (GFS), Matthias Bahr (Realschule Diepholz), Detlef Tänzer (Geschäftsführer Naturpark Dümmer), Dorothee Wibbing (Naturschutzring Dümmer), Maren Walter (Lebensbaum), dahinter v. l. Hajo Wittich (aktiver Ehrenamtler), Cord Bockhop (Landrat), Martinus Kalkwarf (aktiver Ehrenamtler), Michael Klumpe (Stadt Diepholz), Reinald Schröder (Vorsitzender Agenda 21-Bürgerstiftung) und Dieter Tornow (Naturschutzbeauftragter Landkreis Diepholz).

Diepholz - Von Simone Brauns-Bömermann. Welches Kleinod und welchen Raum zum Naturerlebnis die Kreisstadt Diepholz vor ihren Toren im Westen besitzt, erfuhren die, die es noch nicht wussten, beim offiziellen Einführungsspaziergang: Der Moor-Erlebnispfad im Diepholzer Moor wurde gestern nach einer Umgestaltung wieder eröffnet.

Vertreter von Stadt- und Landkreisverwaltung, Naturschutzvertretungen und Akteuren, die sich um die Landschaft rund um die Grafenstadt bemühen, waren am Mittag zum Startpunkt gekommen, um sich die zehn Moor-Themenkreise auf dem zwei Kilometer langen Rundweg von Fachleuten erklären zu lassen.

Die Agenda 21-Bürgerstiftung in Diepholz und die Stadt Diepholz hatten dazu eingeladen. „Wir haben das Schloss und das Moor“, sagte stellvertretender Bürgermeister Hans-Werner Schwarz. „Ich finde es hervorragend, wir präsentieren uns über diesen Standortfaktor und unseren Umgang mit Natur“.

Das sei durch und durch „Dieters Ding“ meinte Reinald Schröder, Vorsitzender Agenda 21-Bürgerstiftung, und schaute Dieter Tornow an, der als Initiator gilt.

Großes Netzwerk der Moorförderer

Wie groß das Netzwerk der Moorförderer bereits ist, zeigte der Eröffnungs-Termin: Sie verbinden Professionalität und Ehrenamt, Sachverstand und Interesse am Moor – oder sie finanzieren die Umsetzung des Pfades in der einmaligen Landschaft.

Eine der neu gestalteten Informations-Tafeln an den insgesamt zehn Stationen. Der Gang über den Diepholzer Moor-Erlebnispfad ist nach wie vor kostenlos.

Bevor es durchs Moor zu den zehn Stationen ging, verlieh Dieter Tornow, ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter des Landkreises Diepholz, zehn „Diepholzer Moor-Medaillen“. Diese bekamen Landrat Cord Bockhop, Michael Klumpe (Stadt Diepholz), Detlef Tänzer (Naturpark Dümmer), Maria Schmutte (Gymnasium Graf-Friedrich-Schule), Matthias Bahr (Realschule Diepholz), die ehrenamtlich Engagierten Hajo Wittich und Martinus Kalkwarf, Maren Walter (Firma Lebensbaum), Dorothee Wibbing (Naturschutzring Dümmer) und Reinald Schröder. Sie standen dort als Vorbilder und tatkräftige Vorarbeiter, Drahtzieher und Ermöglicher und Kostenersparer für das Projekt.

Die Erneuerung des alten Moorerlebnispfades durch die bildschöne, erholsame und meditative Landschaft kostete Geld. Die Finanzierung der acht großen Erklärungstafeln, 16 kleinen Tafeln und diversen Info-Drehelementen sowie die „Moorleiche“ übernahm die Stadt Diepholz mit einem Zuschuss von 20.000 Euro.

Eine Tafel widmet sich der „Moorleiche“

Die „Moorleiche“ ist aber nur eine Tafel, die im Moorwasser steht. Der Nachbau des Bohlenweges an der Station zwei („Geheimnisvoll“) ist das Meisterwerk des Bauhofes. Stellvertretend für die unzähligen ehrenamtlichen Helfer nannte Dieter Tornow Hajo Wittich und Martinus Kalkwarf, die eine Moor-Loipe aus Lärchenbohlen realisierten. Diese führt in Bögen durchs Moor, ohne dass die Besucher nasse Füße bekommen – entlang an dem Rohbau eines Unterstandes, wie ihn die Torfstecher bei Sonne und Regen nutzten.

„Das ist eines der Beispiele wie wir das Moor als außerschulischen Lern- und Aktionsort verstehen“, erklärte Tornow.

Aktuell haben die Realschule Diepholz und die Graf-Friedrich-Schule (GFS) das Projekt „Jugendliche begeistern Jugendliche für das Diepholzer Moor“.

Die Erneuerung des Moor-Erlebnispfades spiegelt die interdisziplinäre Zusammenarbeit von vorhandenen Komponenten wider: Zum Geldeinsparen halfen der Naturpark Dümmer und die Naturschutzverwaltung im Landkreis Diepholz, die Diepholzer Bio-Firma Lebensbaum und die Lebensbaumstiftung mit stetem Engagement unter dem Motto „Moore für den Natur- und Klimaschutz“. 

Der Naturschutzring Dümmer und die Naturschutz-Bürgerstiftung Kuckuck bildeten die Schnittstelle zwischen Profession und Naturbildung. Die Agenda 21-Bürgerstiftung zeichnete verantwortlich für das Gesamtgelingen.

Informationen von Fachleuten

An den Stationstafeln finden sich keine heroischen Wortschöpfungen, sondern beschreibende Adjektive: „wertgeschätzt und pflegebedürftig“, „geheimnisvoll“, „ganz schön durstig“, „technisch perfekt und ein bisschen gemein“ und „sehr langsam und klimafreundlich“ als einige Beispiele.

An den Stationen bekamen die Teilnehmer des offiziellen Rundganges Informationen von Fachleuten zum Lebensraum Moor, Historie, Biologie, Praxis des Torfabbaus und Fortschritt der Wiedervernässungs-Maßnahmen.

Das von Dieter Tornow erarbeitete „Kursbuch Diepholzer Moorniederung“ als Standardwerk für Moore erscheint Ende Mai.

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