Zweite Teststrecke / Polizei kontrolliert Einhalten von Veranstaltungsverboten

Infektionszahl steigt weiter: 16 neue Corona-Fälle

Mithilfe einer zweiten Teststrecke sollen ab diesem Wochenende mehr Abstriche vorgenommen werden. Foto: Traut

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Die Zahl der Corona-Infektionen im Landkreis Diepholz steigt schneller als bisher: Hatte das Gesundheitsamt am Donnerstagnachmittag noch zehn neue Infizierte und insgesamt 47 genannt, so meldete es bis gestern Vormittag 63 – und damit 16 Neuerkrankungen in nicht mal 24 Stunden. „Seit Dienstag gelten im Landkreis Diepholz zahlreiche einschränkende Verfügungen, Veranstaltungsverbote und Betriebsuntersagungen zur Eindämmung des Coronavirus. Die Polizei wird deren Einhaltung in den nächsten Tagen verstärkt kontrollieren“, betont die Kreisverwaltung in ihrer Mitteilung vom Freitag.

„Die erlassenen Maßnahmen sind elementare Schritte im Kampf gegen die rasante Verbreitung des Virus“, so Landrat Cord Bockhop. „Nur wenn diese strikt umgesetzt werden und sich tatsächlich jeder Einzelne solidarisch verhält, kann die Ausbreitung des Virus in Schach gehalten werden. Gelingt die Einhaltung nicht, müssen schärfere Maßnahmen ergriffen werden. Schließlich geht es um Menschenleben.“

Nicht nur die Zahl der Infizierten steigt, sondern auch die Zahl der Testmöglichkeiten: „Im KVN-Testzentrum wird für Samstag und Sonntag eine zweite Teststrecke eingerichtet, sodass am kommenden Wochenende täglich bis zu 100 Abstriche durchgeführt werden können“, teilt der Landkreis mit. Zuständig für das Testzentrum in Diepholz ist die Kassenärztliche Vereinigung (KVN).

Das Testzentrum ist nicht frei zugänglich, sondern als verlängerter Arm der Hausärzte zu sehen: „Bei einem begründeten Verdacht sollen sich die Bürgerinnen und Bürger weiterhin zunächst telefonisch an die hausärztlichen Praxen oder außerhalb der Sprechzeiten an den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden, die dann an das Testzentrum überweisen“, heißt es in der Mitteilung. Will heißen: Außerhalb der Sprechzeiten gilt die zentrale Rufnummer 116 117. Der Abstrich erfolgt nach Terminvergabe.

Offensichtlich missbrauchen Menschen immer noch den Notruf, um Fragen zur Infektionsgefahr beantwortet zu bekommen. Das kann für andere Menschen fatale Folgen haben. Aufgrund der großen Anzahl von Anrufen zu Corona-Fragen beim Notruf weist der Landkreis erneut darauf hin, dass die 112 keine Info-Hotline ist. „Die Notrufnummer ist ausschließlich akuten medizinischen Notfällen vorbehalten. Ein Missbrauch ist strafbar“, betont der Landkreis.

Wie ernst die Lage ist, beweisen auch die Maßnahmen bei der Polizei im Landkreis Diepholz. Deren Einsatzkräfte werden, so Polizei-Pressesprecher Thomas Gissing, von Mitgliedern der Bereitschaftspolizei unterstützt – um flächendeckend kontrollieren zu können, ob die Bürger die geltenden Schutzregeln gegen die Ausbreitung des Virus auch befolgen. „Im Landkreis Diepholz kontrolliert die Polizei seit Donnerstag verstärkt die Einhaltung der Einschränkungen, die im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus erlassen wurden“, erklärte der Polizei-Pressesprecher. Konsequent werde die Einhaltung der Regelungen überwacht und durchgesetzt.

In einem Fall musste eine Gaststätte unter polizeilicher Aufsicht geschlossen werden. „Der Betreiber war einsichtig, hatte den Ernst der Situation aber unterschätzt“, hieß es. Die Polizei musste auch in anderen Fällen einschreiten: „An mehreren Orten im Landkreis, auf Schulhöfen und Spielplätzen, wurden Donnerstag am Nachmittag und in den Abendstunden noch Jugendliche angetroffen. Sie hielten sich in kleinen und zum Teil auch größeren Gruppen dort auf, unter anderem zum Fußballspielen.“ Die kontrollierenden Beamten machten sie eindringlich auf die Situation aufmerksam und schickten die Jugendlichen nach Hause.

Ihre Kontrollen will die Polizei in den nächsten Tagen verstärken und dafür sorgen, dass alle Schutzregeln eingehalten werden. Ihre Botschaft dafür: „Wir ALLE müssen den Ernst der Lage erkennen.“

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