Kreisverwaltung führt intensive Gespräche mit Klinikverbund 

Impfzentrum im Krankenhaus?

Diese Impfung ist noch simuliert (in einem Ulmer Testzentrum), aber so schnell wie möglich soll es im Landkreis Diepholz Impfungen gegen Corona geben. Daran arbeitet die Kreisverwaltung mit Hochdruck.
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Diese Impfung ist noch simuliert (in einem Ulmer Testzentrum), aber so schnell wie möglich soll es im Landkreis Diepholz Impfungen gegen Corona geben. Daran arbeitet die Kreisverwaltung mit Hochdruck.

Zwei Corona-Impfzentren hat das Land Niedersachsen dem Flächenlandkreis Diepholz zugebilligt. Wo sie eingerichtet werden, steht noch nicht fest. Aber es ist durchaus möglich, dass sie an Kliniken entstehen – oder sogar gebündelt an nur einem Standort. Kreisverwaltung und Klinikverbund führen zurzeit intensive Gespräche über die besten Möglichkeiten, war am Mittwoch von Kreisrat Jens Hermann Kleine zu erfahren.

Landkreis Diepholz - Maxime dabei: Wie können möglichst viele Impfwillige in möglichst kurzer Zeit geimpft werden? „Der Klinikverbund ist unser Wunschpartner“, sagt Kreisrat Jens Hermann Kleine. Denn in Kliniken ließen sich viele Synergieeffekte nutzen.

In spätestens vier Tagen muss die Entscheidung stehen. Denn bis zum 30. November muss der Landkreis die Liegenschaften und das Nutzungskonzept der Impfzentren (oder des Impfzentrums) an das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz melden. Grund: Für die Impfzentren ist der Katastrophenschutz zuständig – damit fallen sie auf Kreisebene in den Zuständigkeitsbereich von Kreisrat Jens-Hermann Kleine.

Land stellt Impfstoff zur Verfügung

„Wir diskutieren gerade mehrere Liegenschaften“, berichtet der Kreisrat über den Prozess der Entscheidungsfindung. Dabei müssten, so gibt Jens Hermann Kleine zu bedenken, beeinflussbare und nicht beeinflussbare Fakten genau berücksichtigt werden. „Beeinflussen können wir die Zahl des impfbefähigten Personals“, nennt er einen Aspekt. „Nicht beeinflussen können wir die Verfügbarkeit von Impfstoff.“

Das Land stellt sowohl den Impfstoff als auch das notwendige medizinische und technische Zubehör (wie Trockeneis zur Kühlung des Impfstoffs) zur Verfügung – und rekrutiert in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN) die Ärzte für die Impfzentren. Außerdem: Landesweit soll es ein zentrales Terminmanagement-Verfahren mit Bürgertelefon und Bürgerservice für eine analoge Terminbuchung geben.

Landkreis Diepholz muss impfbefähigtes Personal finden

Aufgabe des Landkreises ist es, das Impfzentrum nach den Vorgaben des Landes einzurichten und impfbefähigtes Personal zu finden, aber genauso Kräfte für den Sanitäts- und Betreuungsdienst sowie für die Sicherheit und die Reinigung. Außerdem müssen die Landkreise die Impfungen unter Berücksichtigung der Terminvergabe des Landes koordinieren.

Nach aktuellen Informationen sind pro Impfzentrum ein Arzt und vier Impfplätze vorgesehen. „Deshalb kann eine Bündelung Vorteile haben“, sagt der Kreisrat. Will heißen: Mit einem doppelten Team an nur einem Standort könnten weitere Synergieeffekte erreicht werden. Ein Impfzentrum im Krankenhaus mache auch dann Sinn, wenn ein Rettungswagen gebraucht werde, nennt Jens Hermann Kleine einen weiteren Aspekt.

Bundesweites Ziel ist es, möglichst am 15. Dezember mit den Impfungen zu beginnen. Dem Landkreis bleiben also noch 19 Tage. „So viel Zeit brauchen wir auch“, blickt Jens Hermann Kleine auf die detaillierten Vorbereitungen.

Ältere und vorerkrankte Menschen sollen zuerst geimpft werden

Und wer soll zuerst geimpft werden? Ein Positionspapier unter Mitwirkung der Ständigen Impfkommission schlägt vor, Ältere und vorerkrankte Menschen zuerst an die Reihe zu nehmen – ebenso Beschäftigte im Gesundheitswesen sowie Personen, die in „Bereichen der Daseinsvorsorge“ Schlüsselfunktionen innehaben – wie Beschäftigte in der Altenpflege, bei den Sicherheitsbehörden, der Feuerwehr, in Gesundheitsämtern oder auch Lehrkräfte. Der Landkreis habe noch keine konkreten Informationen über die Reihenfolge erhalten, so der Kreisrat.

Mobile Teams sollen alle impfen, die nicht selbst in die Impfzentren kommen können. Die notwendigen Einsatzfahrzeuge und die Technik für diese Teams sollen laut Landeskonzept die Landkreise stellen.

Der Ablauf in den Zentren ist genau festgelegt. Nach den Formalitäten bei der Anmeldung (mit Messung der Körpertemperatur) folgen Registrierung sowie Impfgespräch und danach die Impfung gegen Corona.

Im Anschluss verbringen die Geimpften etwa 15 Minuten im Wartebereich, heißt es im Konzept des Landes: „Der Wartebereich ist für die Nachbeobachtung vorgesehen, die insbesondere in Anbetracht mangelnder Erfahrung mit den Impfstoffen erforderlich ist.“

Diese Voraussetzungen fordert das Land für ein Impfzentrum

  • Räumliche Unterteilungsmöglichkeit für einzelne Stationen, eventuell durch mobile Raumteiler
  • Gesicherter Lagerraum für den Impfstoff
  • Stabile Internetverbindung
  • Getrennte Ein- und Ausgangsbereiche
  • Ausreichend Parkflächen
  • Gute Anbindung an öffentlichen Personennahverkehr
  • Wartebereiche, möglichst an Ein- und Ausgang
  • Barrierefreier oder zumindest barrierearmer Zugang
  • Ausreichend sanitäre Anlagen
  • Ausreichend Platz auf Fluren und in Funktionsräumen zur Wahrung des Infektionsschutzes

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