Fläche bei Falkenhardt wird renaturiert

Fällgreifer im Moor bei Diepholz in Aktion

Fällgreifer in Aktion: Mit dem Spezialgerät entfernt eine Firma aus Ströhen einen Teil der Birken auf dem Gebiet im Heeder Moor westlich von Falkenhardt. Die Fläche soll wiedervernässt werden.
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Fällgreifer in Aktion: Mit dem Spezialgerät entfernt eine Firma aus Ströhen einen Teil der Birken auf dem Gebiet im Heeder Moor westlich von Falkenhardt. Die Fläche soll wiedervernässt werden.

Diepholz – Ein kurzes „Knack“ und die Birke ist gekappt. Im gleichen Arbeitsgang greift das Spezialgerät, das auf den ersten Blick wie ein Bagger aussieht, den abgeschnittenen Baumstamm und legt ihn auf einen Stapel. Mit einem Fällgreifer entfernt eine Fachfirma aus Ströhen derzeit Birken von einer schon vor Jahrzehnten entwässerten Fläche im Heeder Moor westlich des Rittergutes Falkenhardt (Verlängerung des Heeder Moorweges). Die Arbeiten stehen am Beginn mehrerer Maßnahmen, um dieses Gebiet wieder zu vernässen und dem Moor zurückzugeben.

Das Wäldchen auf der rechteckigen Fläche, die von einem Weg umgeben ist, den gern Spaziergänger und Jogger nutzen, wird nicht komplett gerodet. Mit dem Fällgreifer wird lediglich ein Streifen am Rand freigeräumt. Auf dieser Fläche kann dann ein Bagger eingesetzt werden, der mit Bodenmaterial Staupunkte in die Entwässerungsgräben einbaut. Durch diese Stauungen der die Fläche umgebenden Gräben fließt das Wasser nicht mehr ab, Torfmoose können wieder wachsen und das Moor sich so langsam wieder regenerieren.

Reptilien haben Zeit zum „Umzug“

Die Birken, die sich seit der Trockenlegung und Abtorfung angesiedelt haben, sterben durch den höheren Wasserstand nach und nach ab. In dieser Zeit haben dort lebende Reptilien Zeit, sich an anderen Stellen in der Umgebung anzusiedeln. „Trockene Flächen mit Birken gibt es in der Umgebung viele“, verweist Detlef Tänzer von der Unteren Naturschutzbehörde Landkreis Diepholz auf nahe Lebensräume für Schlingnattern und Eidechsen.

Einer der Entwässerungsgräben, in die Staupunkte gesetzt werden.

In diesem Winter soll sich das Wasser schon stauen. Im Sommer könne man sehen, ob die Staupunkte noch optimiert – also anders gesetzt – werden müssen. Während Birken entfernt werden oder in den nächsten Jahrzehnten im Wasser absterben, sollen am Rand stehende Eichen und der große Bestand des widerstandsfähigen Gagelstrauches erhalten werden.

Die 17 Hektar große Waldfläche ist in Privatbesitz. Die Kosten für die freiwillige Renaturierung trägt laut Tänzer der Eigentümer.

In einem nächsten Schritt soll auch die sich westlich an das Wäldchen anschließende, derzeit extensiv genutzte, Grünfläche vernässt werden, um Wiesenbrüter wie Kiebitz, Brachvogel und Uferschnepfe bessere Möglichkeiten zur Vermehrung zu bieten. Im Jahr 2025 wird der Torfabbau in dem Gebiet noch weiter westlich beendet. Ziel ist, dass das jetzige Birkenwäldchen, die Grünfläche und diese dann abgetorfte Fläche wieder zu einem Moorgebiet werden, in dem CO₂ gebunden wird.

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