Junge Aale in der Hunte ausgesetzt

Auf ihrem Weg aus der Sargassosee abgefangen

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Etwa 16 000 junge Aale für die Hunte: Ein Mitarbeiter der Albe-Fischfarm verteilt die Tiere an Vertreter heimischer Fischereivereine zum Besatz als Naturschutzmaßnahme.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. 15 750 Aale zappeln in den Eimern. So viele müssten es zumindest sein, hat Jürgen Pfeiffer, 2. Vorsitzender des Sportfischereivereins Diepholz, schnell ausgerechnet. 63 Kilogramm lebende Aale hat ein Mitarbeiter der Albe-Fischfarm aus Haren-Rütenbrock im Emsland in Diepholz angeliefert.

Die etwa zwölf Zentimeter langen und vier Gramm schweren Jungtiere werden in der Hunte ausgesetzt. Eine Naturschutzmaßnahme der Angler, denn nur ein ganz geringer Teil dieser Aale wird später von ihnen gefangen.

Die Fischereigenossenschaft Hunte 2 und die Besatzgemeinschaft Diepholz, Heede-Sankt Hülfe, Drebber, Cornau und Barnstorf organisieren und finanzieren den Aal-Besatz. Die 63 Kilo Aal kosten etwa 4000 Euro. 60 Prozent davon gibt es als Zuschuss der Europäischen Union.

„Trotzdem ist das für die einzelnen Vereine noch viel Geld“, sagt Erich Drebbermüller, Vorsitzender der Fischereigenossenschaft Hunte 2.

Vertreter der Sportfischereivereine Diepholz, Barnstorf, Heede-Sankt Hülfe, Cornau und Drebber holten sich am Vereinsheim der Diepholzer Sportfischer am Lohneteich im Süden der Kreisstadt ihre Anteile ab, um die Aale dann jeweils in ihrem Bereich der Hunte umgehend auszusetzen. Die beiden großen Vereine Diepholz und Barnstorf bekommen je 15,6 Kilogramm.

Im Emsland herangewachsen

Nach Diepholz hatte der Spezial-Lkw der Fischfarm die Aale gebracht. Die Jungtiere waren als Glasaal im Atlantik abgefangen und in der Fischfarm im Emsland bis zur jetzigen Größe gehalten worden. In freier Natur hat der europäische Aal kaum noch eine Chance zu überleben, beziehungsweise sich zu vermehren. Grund ist sein ungewöhnlicher Lebenszyklus. Geschlechtsreife Tiere wandern im Alter von etwa zehn bis 15 Jahren flussabwärts ins Meer, schwimmen durch den Atlantik bis zur Sargassosee südlich der Bermuda-Inseln. Dort laichen sie und sterben. Die Jungtiere („Glasaale“) wandern zwei Jahre lang durch den Atlantik Richtung Europa und dann flussaufwärts. In Flüssen und Seen leben sie, bis sie zum Laichen in den Westatlantik zurückkehren.

Während diese Wanderung in früheren Jahrhunderten noch ohne große Hindernisse war und nur natürliche Fressfeinde eine Gefahr darstellten, sind Deiche, Wehre und Wasserkraftturbinen heute oft kaum oder gar nicht zu überwindende Hindernisse. So ist der Bestand des europäische Aals stark rückläufig. „Seit über 100 Jahren gibt es in Deutschland und anderen europäischen Ländern die Tradition des Besatzes geeigneter Gewässer mit Jungaalen – entweder direkt mit Glasaalen, die vor allem vor der französischen Küste gefischt werden, oder mit ,vorgestreckten' Aalen, die nach dem Fang als Glasaal eine gewisse Zeit in der Aalfarm großgezogen werden“, heißt es in einer Informationsschrift des „Eel Stewardship Fund“ (ESF), der von der „Initiative zur Förderung des Europäischen Aals“ (Brandenburg) gegründet wurde.

Die heimischen Angler leisten durch jährlichen Besatz ihren Anteil am Fortbestand des Aals in der Hunte. Einige der Tiere werden wohl auch flussaufwärts in den Dümmer wandern.

Wie viele der Jungaale überleben und in einigen Jahren die Geschlechtsreife erreichen, ist unklar. Denn auch in Hunte und anderen Gewässern lauern Fressfeinde wie der Kormoran.

Aale, die meist geräuchert auf dem Teller landen, stammen zum großen Teil aus Aquakulturen.

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