Ein Besuch im Kleingartenverein Diepholz

Idylle an der Hunte: „Hier fühle ich mich zuhause“

Die Schrebergartenanlage im Süden von Diepholz mit 41 Parzellen aus der Luft gesehen. Im Bild links unten das „Haus am Wasser“ der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz. - Foto: Merk

Diepholz - Von Louisa Manholt und Maleen Klenke. Eine leichte Brise raschelt durch die Baumkronen. Die Hunte plätschert leise vor sich hin. Der Geruch von frisch gemähtem Gras liegt in der Luft. Während die Tauben gurren und die Grillen in dem vom Morgentau glitzernden Rasen zirpen, erklingen Stimmen in der Ferne. Vor Heckentoren stehen Fahrräder, deren Besitzer hier ein kleines Plätzchen Idylle in der Hektik des Alltags geschaffen haben: 41 Parzellen des Kleingärtnervereins Diepholz bieten Ruhe und Natur. Von der nahen Bundesstraße 51 ist kaum etwas wahrzunehmen.

Unterschiedlichste Pächter der Kleingärten treffen hier zusammen. Auch die Parzellen können unterschiedlicher nicht sein. Ob Bienensummen und Kükenpiepsen oder früchtetragende Birnenbäume und Tomatensträucher: Einige Gärtner arbeiten viel in ihren systematisch angeordneten Beeten, während andere lieber in der selbstgepflanzten Blütenpracht entspannen. Ob Alleinstehend oder junge Familien, jeder kann sich in seinem eigenen Garten selbst verwirklichen. Doch nicht nur die Pächter nutzen die Kleingartenkolonie, auch Spaziergänger nutzen die grünen Graswege.

Akkurat in Form geschnittene Hecke

Lydia Eirich und Martin Lassel fühlen sich in der Kleingartenkolonie wohl. 

Einer der 41 Pächter ist der ehemalige Vorsitzende des Vereins, Martin Lassel, der seit 1993 seinen Kleingarten pflegt. „Hier fühle ich mich zuhause“, erklärt der 83-Jährige Diepholzer. In seinem Garten züchtet er verschiedene Obst- und Gemüsesorten. So wachsen Bohnen, Zwiebeln, Salat, Mohrrüben, Tomaten, Weiße Maulbeeren, Kirschen, Weintrauben und vieles mehr in dem 350 Quadratmeter großem Areal. Aber auch fast drei Meter hohe Sonnenblumen ragen über die akkurat in Form geschnittene Hecke seiner Parzelle. Lassel versuchte sich sogar ein Jahr an der Weinproduktion aus seinen eigenen Trauben. Allerdings war dieser Versuch nicht von Erfolg gekrönt. Die Beete und das große Vordach vor dem Haus hat er eigenhändig angelegt. Jeden Nachmittag erfreut er sich an und arbeitet in seiner Parzelle. Die Beete werden mit Regen- oder Flusswasser aus der Hunte bewässert, da die gesamte Kleingartenkolonie über keine Wasser- oder Stromversorgung verfügt.

Von der Japanischen Weinbeere bis zum Bienenstock

Auch Exotisches lässt sich in den Gärten finden. So zum Beispiel die Japanische Weinbeere, eine Verwandte der Brombeere und Himbeere. Doch nicht nur Pflanzen finden in der Kolonie ein Zuhause, auch Hühner und Tauben werden dort gehalten. Für diese ist aber ein Antrag an den Verein zu stellen. Auch Bienenstöcke finden ihren Platz bei den Pächtern.

Lydia Eirich, die seit zehn Jahren Vorsitzende des Vereins ist, erzählt, dass die Stadt die Versorgung auch in Zukunft nicht plane, jedoch bei der Vereinsgründung mitgeholfen hätte. Einmal im Jahr treffen sich die Vereinsmitglieder aus Diepholz, Vechta und Holdorf zur Versammlung. Dort werden Themen wie Sauberkeit und Heckenhöhe besprochen. Auch die Einteilung des Rasenmähens für die Wege zu den Parzellen werden dort zugeteilt.

Hohe Nachfrage bei den Schrebergärten

Durch die niedrigen Pacht- und Mitgliedsgebühren um die rund 450 Euro im Jahr besteht bei den Schrebergärten eine hohe Nachfrage. Zur Zeit ist jede Parzelle verpachtet und es stehen schon mehr als zehn Interessenten auf einer Warteliste.

Der seit 1993 bestehende Verein fürchtet jedoch um seine Existenz. Zwar gibt es derzeit keine Planungen, aber das Grundstück ist in Privatbesitz und der Pachtvertrag läuft in zwei Jahren aus. Lydia Eirich hofft darauf, dass die Stadt Interesse am Kauf des Grundstücks zeigt, sodass der Verein auch in Zukunft noch bestehen bleiben kann. Laut Aussage der Stadtverwaltung bestehen derzeit aber keine Bestrebungen, das Grundstück zu kaufen.

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