Der spontane Bewerber

Dietmar Edel: „Ich bin weder links noch rechts“

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Dietmar Edel (58) möchte Diepholzer Bürgermeister werden.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Politische Erfahrung hat er nicht, auch keine in Verwaltungen. Trotzdem: Dietmar Edel will Diepholzer Bürgermeister werden und als solcher etwas verändern. Der 58-jährige aus Ridderade/Twistringen hat sich spontan entschlossen zu kandieren. Als Parteiloser, wie der 58-Jährige betont.

Er hatte in der Zeitung gelesen, dass die Diepholzer am 27. Mai einen neuen Bürgermeister wählen. „Veränderungen müssen in den kleinsten Einheiten, den Kommunen, anfangen“, erklärte er im Gespräch mit unserer Zeitung seine Motivation.

Als Bürgermeister will er gleich hauptamtlich in die Politik einsteigen, für ehrenamtliches politisches Engagement habe er keine Zeit: „Die Sitzungen sind abends und ich arbeite nur in der Nachtschicht“, erklärt Edel, der seit vielen Jahren Monteur bei Mercedes-Benz in Bremen ist.

Gelernt hat der aus der Nähe von Magdeburg stammende und seit 1990 im Landkreis Diepholz lebende Dietmar Edel den Beruf des Maschinisten für Wärmekraftwerke, war dann Emaillierer und Kfz-Schlosser, bildete sich zum Industriemeister Elektrotechnik/Industrieelektronik weiter. Als Meister habe er auch Gruppen-Leitungsfunktion gehabt. Im Diepholzer Rathaus hätte er Verantwortung für 140 Mitarbeiter der Verwaltung – und für alle Vorgänge.

Im Fall seiner Wahl möchte Edel beispielsweise zinslose Darlehen für junge Familien anbieten, die Gewerbesteuer senken und Existenzgründern helfen, um Geschäfts-Leerstände zu verringern.

Dass er dafür die Mehrheit des Rates braucht, in dem der Bürgermeister nur eine Stimme hat, ist ihm klar. Es müsse viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Mit den Parteien des Diepholzer Rates hat er aber noch nicht gesprochen. Dafür sei die Zeit zu knapp gewesen.

172 Unterschriften von Unterstützern

Auf jeden Fall hat Dietmar Edel in einem Diepholzer Supermarkt und bei Hausbesuchen 172 Unterschriften von Unterstützern zusammen bekommen.

Ob 160 davon gültig sind und Edel auch andere Voraussetzungen erfüllt, stellt heute der Diepholzer Gemeindewahlausschuss in seiner öffentlichen Sitzung ab 14.30 Uhr im Rathaus fest. Wenn er von dem Gremium als Kandidat zugelassen wird, will Edel Flyer und Plakate drucken lassen: „Ich finanziere meinen Wahlkampf ganz allein.“

Der 58-jährige, vierte Bewerber um das Bürgermeisteramt wehrt sich gegen Gerüchte, er stünde den sogenannten „Reichsbürgern“ nahe, die die Existenz der Bundesrepublik Deutschland als legitimer und souveräner Staat bestreiten: „Davon distanziere ich mich deutlich.“

Wie er seine politische Haltung bezeichnet? „Ich bin weder links noch rechts. Und die Mitte gibt es ohnehin nicht mehr.“

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