Drittes Buch von Ex-GFS-Leiter Eugen Füner

„Ich möchte unterhalten – aber nicht nur“

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Eugen Füner (81), früherer Chef der Diepholzer Graf-Friedrich-Schule, mit seinen aktuellen Büchern.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Eugen Füner ist kein Pensionär im verbreiteten Sinn, kein Ruheständler, dem die Ruhe das Wichtigste im Leben ist. Mit 81 Jahren ist der ehemalige Leiter  des Diepholzer Gymnasiums Graf-Friedrich-Schule (GFS) noch fit und voller Tatendrang. Jetzt präsentierte er sein drittes Buch.

„Die Lösung oder Empfehlung an die Frau Gemahlin“ heißt die Sammlung von sechs Kurzgeschichten mit sehr unterschiedlichen Themen.

Über die Geschichte, die dem Buch den Titel gab, hat der frühere Diepholzer GFS-Lehrer Manfred Redetzky eine mehrseitige Rezension geschrieben. Sein Fazit: „Bestechend ist diese Geschichte in ihrer Vielschichtigkeit, ihrer insgesamt sprachlichen Leichtigkeit mit immer wieder überraschenden Wendungen und Zwischenpointen. Sie bewegt sich zwischen privaten Einsichten, verwaltungstechnischer Realitätsfremdheit und Sysyphosarbeit und der Arroganz der Macht, die mit Kurzsichtigkeit gepaart ist, in diesem Falle zu unser aller Glück.“

In einer anderen Geschichte beispielsweise („Tschek“) beschreibt Füner das Verhältnis zu seinem elf Jahre älteren Bruder, der von der Nazi-Ideologie verblendet war und im Krieg fiel.

Füners Geschichten sind tiefgründig, eignen sich aber auch als Lektüre zur Entspannung. „Ich möchte unterhalten – aber nicht nur“, fasst der 81-Jährige, der von 1997 bis 2001 GFS-Leiter war, seine Intention zusammen. Er möchte den Leser dazu bringen, sich in die Situation der Protagonisten zu versetzen und sich zu fragen: „Wie hätte ich mich verhalten?“

Eugen Füner hat bislang drei Bücher geschrieben. Er begann 2006 mit einem Werk aus seinem beruflichen Fachgebiet: „Ist die Schule noch zu retten? Gründe und Vorschläge für ein anderes Bildungssystem“ ist im Verlag Hartmut Becker erschienen.

Dass er später wieder anfing, sich schriftstellerisch zu betätigen, hängt mit einem Schicksalsschlag zusammen: Nach dem Tod seiner Frau suchte sich Eugen Füner eine Aufgabe und schrieb 2017 zunächst „Der Nestflüchter“, eine Geschichte über einen Spatzenjungen, der aus dem Nest gefallen ist – zum Vorlesen für Kinder von fünf bis acht Jahre. GFS-Kunstlehrer Matthias Stock steuerte die sehr detailreichen Illustrationen bei.

Eugen Füner lebt auf einem Hof in Bruchhausen-Vilsen, wo er auch eine Alpacazucht betreut. Sein Berufsleben hat der Lehrer für Mathematik und Physik, der in Karlsruhe geboren wurde, in Berlin, München und Niedersachsen verbracht.

Eugen Füners im Eigenverlag erschienene Bücher „Der Nestflüchter“ und „Die Lösung“ sind in Diepholz in der Buchhandlung Schüttert zu bekommen.

www.eugenfuener.de

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