Gedenken zum Volkstrauertag am „Heldenhain“

Mit Humanität und Tatkraft beginnt Chance

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Vertreter aus Politik, Vereinen und Militär gedachten am „Heldenhain“ der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Diepholz – Soldaten verhindern Kriege, helfen Flüchtlingen und spenden Hoffnung, fasste Oberstleutnant Stefan Walter vom Fliegerhorst Diepholz zusammen. „Mit humaner Ethik und Tatkraft beginnt unsere Chance“, sagte er am Sonntag am Gedenkmal „Am Heldenhain“ in Diepholz. Den Volkstrauertag sieht er auch als Tag der Hoffnung.

Bürger der Stadt Diepholz und Vertreter der Politik hatten sich nach dem Gottesdienst in der katholischen Kirche Christus König anlässlich des Gedenktages an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zum Heldenhain begeben und sich um die drei Ehrenmale gereiht, um gemeinsam für den künftigen Frieden „zu trauern. Weil er so wichtig ist“, sagte Pfarrer Bernd Heuermann in seiner Ansprache. „Der Volkstrauertag fällt immer auf einen Sonntag. Das ist auch eine Last, weil man bemerkt, wie viele hätten kommen können“, sagte er mit Blick auf die Größe des Platzes und die Lücken in den Reihen.

Seine mahnenden Worte zielten auf die Verantwortung jedes Einzelnen ab, sich für Demokratie einzusetzen. Damit meinte er alle Altersgruppen und versuchte die Frage vieler Jugendlicher, warum sie mitverantwortlich für zwei Kriege und deren Opfer seien, zu beantworten. „Natürlich sind die jungen Menschen nicht persönlich verantwortlich. Aber für den Fortbestand der Demokratie tragen sie die Mitverantwortung.“ In den meisten Familien würden Jugendliche heute in Entscheidungsprozesse und Verantwortung frühzeitig eingebunden. Sie hätten heute auch den Vorteil gegenüber Vorgänger-Generationen, dass sie aufgeklärter seien.

„Wer für diese Verfassung ist, der sollte den Mut zur Gestaltung aufbringen“, lautete sein Appell. Er warnte vor politischen Strömungen von rechts. „Die Weimarer Verfassung war, als sie fiel, noch nicht stark genug für den Druck, der ihr entgegnete“, sagte er und prophezeite der heutigen Demokratie mehr Stärke.

„Ich sage dies alles bewusst, offen und selbstkritisch als ein Mitglied der Institution römisch-katholische Kirche, die große Schuld auf sich nahm“, so Pfarrer Heuermann. „Wir wollen hier unserer Verantwortung gerecht werden, dass Sicherheit und Frieden von unserer Verfassung ausgehen zum Wohle des deutschen Volkes und für die, die zu uns kommen wollen.“

Oberstleutnant Walter stimmte in den Kanon ein: „Ich frage mich, was wohl die Männer bewegte, damals patriotisch aufgeladen und mit Blumen geschmückt in die Materialschlachten in den Tod zu gehen?“ Ihn schauderte bei dem Gedanken an die Angst der Frauen daheim, die auf Todesnachricht warteten, die Vorstellung der ausgemergelten Frauen und Kinder zu Hause und wie sich der Krieg in die Seelen grub.

„Wir sind aufgefordert, das Geschehene aufzuarbeiten, und wir wollen aus der Geschichte lernen.“ Er benannte dieses Lernen: „Wir wollen beste Helden sein, keine Maulhelden ohne Nabelschau, für Solidarität und eine friedliche Welt. Gegen Politikverdrossenheit und ohne Extremismus.“

Es „brenne“ in dieser Welt, Millionen Menschen seien auf der Flucht, sagte er. Der Index der menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen zeige, dass in 28 afrikanischen Staaten seit 1990 die Armut angestiegen sei. Das seien die Brennpunkte dieser Zeit.

Stille herrschte ohnehin zum Anlass, am Ende war es noch stiller. Hoffnung versprühte das Gedicht „Wenn jeder eine Blume pflanzte“ von Peter Härtling, das René Menzel, Bootsmann der Marine, vortrug.  sbb

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