380-kV-Stromleitung: Arbeiten zur Verlegung des Erdkabels

Horizontalspülbohrung unter der Fahrbahn der B214

Eine der Baustellen für die Erdverkabelung des Abschnitts der 380-kV-Stromleitung zwischen Dickel und Sankt Hülfe: Eine Baustraße im Bereich Wiesengrund/Mühlenweg in Sankt Hülfe. Im Hintergrund die B 214.
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Eine der Baustellen für die Erdverkabelung des Abschnitts der 380-kV-Stromleitung zwischen Dickel und Sankt Hülfe: Eine Baustraße im Bereich Wiesengrund/Mühlenweg in Sankt Hülfe. Im Hintergrund die B 214.

Sankt Hülfe/Dickel – Große Tiefbaustellen fallen im Bereich Sankt Hülfe auf – unter anderem an der Umgehungsstraße B 214 zwischen Wetschen und dem Kreisel B  51. Die Arbeiten gehören zur Erdverkabelung der 380-kV-Stromleitung von Ganderkesee zum Umspannwerk Sankt Hülfe. Auf dieser insgesamt 60 Kilometer langen Trasse wird vorwiegend Strom aus Windenergie von der Nordsee Richtung Süden transportiert.

Der größte Teil der Strecke wird als Freileitung mit hohen Masten gebaut, was insbesondere Naturschützer und Landwirte in den vergangenen Jahren in vielen Diskussionen kritisierten. Dort, wo Wohnbebauung geschützt werden muss, beziehungsweise Mindestabstände nicht einzuhalten sind, wird die etwa fünf Mal so teure Erdverkabelung verwendet – so im südlichen, etwa sechs Kilometer langen Abschnitt der Leitung zwischen Dickel bis nach Sankt Hülfe. In Dickel wird seit Oktober die dazu notwendige Kabelübergangsanlage „Dickel/West“ gebaut.

„In diesem als Erdkabel umgesetzten Abschnitt haben im Dezember die Arbeiten begonnen und sind aufgrund der bis dahin günstigen Wetterlage gut vorangeschritten“, so Oliver Smith auf Anfrage unserer Zeitung. Er ist für Niedersachsen zuständiger Referent für Bürgerbeteiligung des Netzbetreibers Tennet, der die Leitung baut.

Zu den Baustellen im Bereich Dickel / Sankt Hülfe erklärte Smith: „Zunächst wurden Zuwegungen – Baustraßen – eingerichtet. Vor Baubeginn hat hier eine archäologische Prospektion stattgefunden.“ Es seien aber bislang keine historisch wichtigen Gegenstände im Boden gefunden worden.

Für den Bau des Erdkabelgrabens werde zu Beginn abschnittsweise der Mutterboden abgezogen. Nach den archäologischen Untersuchungen werden der Kabelgraben ausgehoben und Leerrohre verlegt. Die verschiedenen Bodenschichten werden dabei getrennt voneinander gelagert. Im Anschluss wird der Kabelgraben wieder schichtgenau mit dem entnommenen Material verfüllt. Alle Arbeiten erfolgen abschnittsweise und fortlaufend, so Oliver Smith.

380 Kilovolt

Im Jahr 2023 soll die Gesamtstrecke der 380-kV-Leitung von Ganderkesee nach Sankt Hülfe fertig sein. Die Spannung von 380 Kilovolt (kV) wird laut Oliver Smith verwendet, weil diese für den Stromtransport über längere Strecke am geeignetsten ist. An Umspannwerken wie in Sankt Hülfe könne grundsätzlich Strom hinzugefügt oder abgeleitet werden.

Die winterliche Wetterlage hat vor knapp zwei Wochen zu einem vorübergehenden Baustopp geführt. „Derzeit finden aber vorbereitende Maßnahmen zum weiteren Bauverlauf statt. Hierzu zählt vor allem die Anlieferung von Geräten“, erklärte der Tennet-Referent für Bürgerbeteiligung.

Die Umgehungsstraße B 214 von Wetschen aus hinter der Einmündung zur alten Bundesstraße in Richtung Diepholzer Innenstadt Sulinger Straße (Richtung Sankt Hülfe) wird von Ost nach West unterquert. Das heißt: Zwölf, jeweils gut armdicke Erdkabel werden unter der Fahrbahn hindurch verlegt. So muss die Bundesstraße nicht gesperrt werden und es entstehen keine Schäden an der Fahrbahn. Für diese Unterbohrung, die in dieser Woche beginnen soll, setzt Tennet das Horizontalspülbohrverfahren ein (Horizontal Directional Drilling – HDD). Es wurde dazu bereits die Baustraße – eine Abzweigung der B 214) – eingerichtet. Die Verlegung mit dem HDD-Verfahren unter der Straße hindurch wird etwa vier bis sechs Wochen dauern. Nach jetzigem Kenntnisstand wirkt sich der Baustopp, auch aufgrund der günstigen Wetterlage zum Ende des letzten Jahres, nicht auf den Zeitplan aus so der Tennet-Sprecher.

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