Relativ wenige Anmeldungen

Hüttenstadt auf Lüdersbusch: Holz bleibt zum Möbelbau übrig

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Gemeinsames Sägen: Beim Bau der Hüttenstadt ist Teamgeist gefragt.

Diepholz – Die Hüttenstadt ist Kult. Generationen haben bei der Diepholzer Ferienaktion schon mitgemacht, fast eine Woche lang Hütten aus Holz gebaut, gemeinsam viel Spaß gehabt und auch in den eigenen Holzbauwerken übernachtet. Seit etwa 1988 gibt es die Hüttenstadt-Aktion in Diepholz. Doch dieses Jahr ist etwas anders auf Lüdersbusch. „Nur“ 58 Kinder und Jugendliche machen mit. Im vergangenen Jahr waren es fast doppelt so viele gewesen – in früheren Jahren sogar mal 190.

Worin die dieses Mal so spürbar niedrigere Teilnehmerzahl begründet ist? Danilo Sodogé aus dem Diepholzer Jugendbüro hat dafür keine Erklärung.

Eigentlich ist alles wie immer. Doch in diesem Jahr hat die Stadt das Anmeldesystem für alle Ferienaktionen komplett auf digital umgestellt. Statt Programmheften wurden in den Diepholzer Schulen nur 2 000 Zettel mit Infos und dem Verweis auf die städtische Internetseite verteilt. Wer einfach so auf die Startseite des Diepholzer Internetauftritts geht, findet die Ferienaktionen nicht auf Anhieb. Sie verstecken sich dort unter dem Button „Online-Angebote“.

Die Eltern von 58 Jungen und Mädchen haben es aber offenbar geschafft, ihre Sprösslinge online zur Hüttenstadt anzumelden und auch über diesen Weg die Gebühr zu bezahlen.

Maike Ulbricht kümmert sich um die Verpflegung.

Der Spaß, den die Kinder und Jugendlichen in dieser Woche auf Lüdersbusch haben, ist aber nicht virtuell, sondern sehr real. Hier dürfen sie den Hammer schwingen, selbst sägen und Bretter zusammennageln. Und weil die gleiche Menge Holz wie in den Vorjahren – Abfall aus einem Sägewerk – angeliefert wurde, ist nun Material übrig, um Möbel für die Hütten zu bauen.

58 Kinder und Jugendliche bauen derzeit eine Hüttenstadt auf Lüdersbusch.

Aus manchen früheren Teilnehmern sind inzwischen Helfer geworden: So wie Angelina Hesslau, Medy Menzel und Aaron Oehlmann, die nun aufpassen, dass in ihrer Baugruppe alles klappt. „Insgesamt haben wir 25 Helfer“, berichtet Danilo Sodogé. Außer ihm und seinem Jugendbüro-Kollegen André Pfennig und den fleißigen Unterstützern des städtischen Bauhofes sind die weitaus meisten ehrenamtlich dabei. So wie Maike Ulbricht. Die heute 39-Jährige kümmert sich um die Verpflegung, steht in der Küche des Schützenkorps-Gebäudes, in dem die Teilnehmer von Donnerstag auf Freitag auch übernachten können – wenn sie es vorziehen, nicht in den Hütten zu schlafen. Am Dienstag bereitete Maike Ulbricht Schnitzel mit Bratkartoffeln zu. Mit zehn Jahren hatte sie zum ersten Mal beim Hüttenbauen mitgemacht.

Die drei jetzigen Helfer Medy Menzel, Angelina Hesslau und Aaron Oehlmann (v.l.) waren schon als Kinder dabei.

Nach dem Bau steht für Donnerstag wieder „Leben in der Hüttenstadt“ auf dem Programm der einwöchigen Ferienaktion. Kinderdisco, Spielenachmittag, Nachtwanderung, Kino und Grillen gehören dazu – bevor dann am späten Abend Ruhe auf Lüdersbusch einkehrt und die Kinder am Freitagmorgen von ihren Eltern wieder abgeholt werden – nach einer erlebnisreichen Woche.

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