Verkaufsidee: Honig aus dem Schrank

Hobbyimker Manuel Finkenstädt bietet Bienen-Produkte kontaktlos an

Selbstbedienung ist angesagt beim Honigkauf: Manuel Finkenstädt bietet seine Produkte im Schrank an seinem Wohnhaus in Diepholz an.
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Selbstbedienung ist angesagt beim Honigkauf: Manuel Finkenstädt bietet seine Produkte im Schrank an seinem Wohnhaus in Diepholz an.

Diepholz – Aus der Not geboren ist die Idee des Honigschranks, den Imker Manuel Finkenstädt in Diepholz in die Tat umgesetzt hat. Für jeden frei zugänglich bietet der Hobbyimker seine Waren an seinem Wohnhaus an der Straße „An der Herrenweide“ in Diepholz an.

Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Verkäufe auf Bauern- oder Biomärkten für den 41-Jährigen weggefallen. „Viele Kunden sind erkältet an die Haustür gekommen und haben geklingelt. Da wir einen Risikopatienten im Haushalt haben, musste ich mir eine kontaktlose Variante für den Verkauf einfallen lassen“, so Finkenstädt. Angelehnt an die „Milchtankstellen“, wie sie beispielsweise an der Heeder Dorfstraße zu finden sind, hat der Diepholzer einen Gartenschrank umfunktioniert.

Die Vorteile seien neben dem kontaktlosen Verkauf auch die Anonymität, die die Kunden vor einem Kauf an der Haustür abhalten könnten. „Viele Kunden haben Scheu, an einer fremden Haustür zu klingeln“, erklärt er. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Hobbyimker seine Produkte verkaufen kann, ohne selbst vor Ort zu sein. Von 9.30 Uhr bis 21 Uhr können Kunden ganzjährig die verschiedenen Produkte erwerben. Mehrmals täglich kontrolliert Finkenstädt die Kasse und schaut, ob noch alle Produkte verfügbar sind.

Von jeder Sorte Honig befindet sich lediglich ein Glas in dem Schrank. „Um Diebstahl vorzubeugen und einen möglichen Schaden nicht all zu hoch werden zu lassen“, so der 41-Jährige.

Über dem Schrank ist an der Hauswand eine gut sichtbare Videokamera angebracht. „Die Diepholzer waren bisher ehrlich. Auch die Beträge in der Kasse stimmten mit den entnommenen Produkten überein.“

Ein Nachteil des kontaktlosen Verkaufs über den Honigschrank seien die fehlenden Kundengespräche. „Manche Kunden klingeln trotzdem noch an der Haustür und wollen sich am Schrank beraten lassen, was ich auch gerne tue“, erklärt der Hobbyimker.

Das Angebot des Honigschranks sei gut angenommen worden. Finkenstädt habe bereits Kunden aus dem Mindener und Osnabrücker Raum gesehen, was er an den Kennzeichen der vorgefahrenen Autos erkannt habe.

Zu Beginn war der Diepholzer skeptisch, ob sich das Modell bewähren würde. Doch die Resonanz sei positiv und Vandalismus habe es bislang nicht gegeben.

Der Kundenstamm seiner Imker-Produkte gestaltet sich sehr breit. „Von Kindern aus der Nachbarschaft bis hin zu Senioren ist alles dabei.“

Zu den angebotenen Honig-Grundsorten gehören Frühjahrstracht, Sommertracht, Rapshonig, Moorhonig, Lindenhonig und Buchweizenhonig. Der Preis pro 500-Gramm-Glas beträgt fünf Euro.

Außerdem wird in dem Honigschrank neben Kosmetika wie Handcreme oder Lippenbalsam auch Propolis angeboten. Das als Bienenantibiotikum in der Naturheilkunde bekannte Mittel habe antibiotische, antivirale und antimykotische Wirkung, so Finkenstädt. Besonders bei Hautkrankheiten helfe die harzartige Masse, die die Bienen dafür benutzen, ihren Stock keimfrei zu halten, erklärt der Hobbyimker.

Seinen Honigwein kann der 41-Jährige nicht in dem Schrank anbieten, da er nicht überwachen kann, wer das alkoholische Getränk heraus nimmt.

Den Holzschrank, den Finkenstädt im Garten stehen hatte, rüstete er mit einer Glasscheibe um. Für die Winterzeit hat er zudem LED-Lichter im Schrank integriert, damit Kunden die Ware besser sehen können. Der Honig könne auch bei Frost im Schrank stehen.

Mit seiner Idee des Honigschranks gehört Finkenstädt zu den Gewinnern der Aktion „Kaufnebenan!“ des Unternehmens Visa. Im Rahmen einer Ideenaktion wurden Händler dazu aufgerufen, ihre besten Ideen, mit der Coronakrise umzugehen, einzusenden.

Die Jury, bestehend aus Visa, nebenan.de und dem Handelsverband Deutschland hat die Imkerei mit ihrer Idee als einen der 50 Hauptgewinner gewählt. Die Diepholzer Imkerei Finkenstädt erhält eine Förderung in Form einer Online-Kampagne.

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