Für Gerke kommt Kathe

Heimatblätter: Historischer Stabwechsel beim Landkreis Diepholz

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Ein nahtloser Übergang beim Heimatblätter-Beauftragten: Landrat Cord Bockhop (2.v.l.) überreicht Wilfried Gerke (3.v.l.) und Stephan Kathe (r.) die Abschieds- und die Ernennungsurkunde, während Kulturbeauftragter Thomas Stahl die neue gebundene Ausgabe der Heimatblätter präsentiert.

Diepholz - Von Anke Seidel. Erklären, was die Menschen in vergangenen Jahrhunderten oder Jahrzehnten im heutigen Landkreis Diepholz bewegte – und wie sie ihr Leben allen widrigen Umständen zum Trotz meisterten: 34 Jahre lang hat sich Wilfried Gerke das zur Aufgabe gemacht – als Beauftragter des Landkreises Diepholz für die Heimatblätter, die monatlich in dieser Zeitung erscheinen. Jetzt hat sich der 73-Jährige in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger: Stephan Kathe, der neue Kreisarchivar.

Im Diepholzer Kreishaus überreichte Landrat Cord Bockhop beiden eine Urkunde. Mit der einen entließ er Wilfried Gerke aus seiner Funktion des Beauftragten für die Heimatblätter – und mit der anderen ernannte er Stephan Kathe in dieser Funktion: ein nahtloser historischer Stabwechsel.

Vater Hans Gerke leitete bereits das Kreisarchiv

Der Landrat sprach Wilfried Gerke seinen Dank und seine Anerkennung aus für die „qualitative Aufarbeitung der Vergangenheit“. Gerke ließ keinen Zweifel daran, dass ihn die Regionalgeschichte schon von Jugend an interessiert hat. Außerdem berichtete der pensionierte Pädagoge, dass er schon als Jugendlicher an einer Schülerzeitung mitgewirkt hatte.

Publizistisches Interesse habe schon sein Vater Hans Gerke gehabt, so der 73-Jährige. Mit ihm teilte er genauso sein großes Interesse für die Heimat. Denn der Diepholzer Pädagoge, Heimatforscher und Autor Hans Gerke hatte von 1977 bis 1998 das Kreisarchiv geleitet.

An historische Grenzen gestoßen

„Mein Ziel war, etwas für die Symbiose zu tun“, beschrieb Wilfried Gerke seinen Wunsch, zum Zusammenwachsen des Landkreises beizutragen, der vor vier Jahrzehnten aus den Grafschaften Diepholz und Hoya entstanden war. Recherchen im Kreis- und im Zeitungsarchiv waren elementar für den Heimatblätter-Beauftragten, der dabei – manchmal – an historische Grenzen stieß. Denn die Akten aus der einstigen Kreisstadt Sulingen waren nach der Kreisreform 1932 nach Hannover gebracht worden.

Besonders, so Gerke, habe er sich über die Rückmeldungen von Lesern gefreut, die ihm zum Teil sogar ihre Kindheits- und Jugend-Erinnerungen anvertraut hatten. „Gefreut hat mich genauso, dass ich dem Kreismuseum viele Anregungen geben konnte“, so der 73-Jährige.

Neuer Band in allen Geschäftsstellen der Mediengruppe Kreiszeitung

Die Wurzeln der Heimatblätter reichen bis ins Jahr 1924 zurück. Damals erschienen sie im heutigen Diepholzer Kreisblatt, herausgegeben von der Familie Schröder. Wie wichtig sie dem Landkreis Diepholz auch nach der Kreisreform gewesen waren, betonte der Landrat mit Blick auf die Kreisgeschichte: „Der Kreistag hat 1977 die Fortführung der Heimatblätter beschlossen.“ Cord Bockhop fügte hinzu: „Auch nach 40 Jahren sehen wir uns in dieser Tradition!“

Zur Tradition gehört es im Übrigen auch, die monatlich in dieser Zeitung erscheinenden Heimatblätter alle drei Jahre als gebundene Ausgabe herauszubringen. Der neue Band liegt vor und ist zum Preis von neun Euro in allen Geschäftsstellen der Mediengruppe Kreiszeitung zu haben.

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