Projekt im Aschener Moor geht voran / 520 Meter werden freigelegt

Historischer Bohlenweg als Naturerlebnis

Schon jetzt weisen Infotafeln an der Straße Lindloge auf den Bohlenweg im Aschener Moor hin. Foto: Ripking

Aschen - Von Jannick Ripking. „Naturerlebnis am prähistorischen Bohlenweg im Aschener Moor“: Detlef Tänzer, Geschäftsführer des Vereins Naturpark Dümmer, stellte dem Kulturausschuss der Stadt Diepholz am Donnerstagnachmittag dieses Projekt vor. Es sind archäologische Ausgrabungen an einem mehr als 2000 Jahre alten Bohlenweg, der durch das Aschener Moor südlich der Lindloge führt. Der Weg soll dort anschließend für Besucher erlebbar gemacht werden.

Das Projekt begann 2017 und endet 2021. Es kostet knapp 700 000 Euro. Etwas mehr als 450 000 Euro bezieht der Naturpark Dümmer aus Fördergeldern des Landes Niedersachsen. Das ist mehr Geld als zunächst bewilligt. Es werden jetzt 520 Meter Bohlenweg freigelegt – ursprünglich war 300 Meter vorgesehen.

Weitere Finanzierer des Projektes sind der Naturpark Dümmer selbst sowie die Stadt Diepholz, der Landschaftsverband Weser-Hunte, diverse Torfwerke, das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege und Privatleute.

Der zu erkundende Bohlenweg stammt nach Schätzungen aus der Zeit zwischen 40 und 60 vor Christus. Mit ihm wurde das Moor überwunden, das eine natürliche Grenze war.

Ein Unternehmen aus Vechta hatte den Zuschlag bekommen, die Grabungen zu leiten. Dabei wurden und werden Teilstrecken des Bohlenweges zur Erkundung und Dokumentation freigelegt, so Tänzer. Es seien bereits interessante Funde gemacht worden, die zur Aufbereitung an das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege gegangen sind. Unter anderem tauchten kleine Figuren auf.

Der Bohlenweg im Aschener Moor sei der erste Standort im Dümmer-Weser-Land, an dem diese Art der Forschung betrieben werden könne, sagte Tänzer. „Unser Hauptziel ist aber, dass wir eine Erlebbarkeit des Bohlenweges schaffen“, so der Geschäftsführer des Naturparks Dümmer. Dafür soll im letzten Abschnitt des Projektes ein rund 950 Meter langer und 1,5 bis drei Meter breiter touristischer Weg mit Informationstafeln entstehen. Eine Aussichtsplattform bildet den Abschluss. Sie ermöglicht Besuchern einen Blick über Moor und Bohlenweg. „Unsere Region würde davon profitieren“, ist sich Detlef Tänzer sicher, „weil Naturerlebnisse immer stärker im Tourismustrend liegen.“

Exponate – darunter konservierte Teile des Bohlenweges – sollen am Besuchersteg platziert werden. Infotafeln sollen fachfremden aber interessierten Touristen das „Naturerlebnis am prähistorischen Bohlenweg im Aschener Moor“ näherbringen.

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