Tausende Besucher in der Innenstadt

Historische Fechtkunst beim Diepholzer Grafensonntag

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Vorführungen historischer Fechtkunst zeigte beim 33. Grafensonntag eine Diepholzer Gruppe im Schlosshof – hier Thomas Goldschmidt (links) und Udo Karduck in Aktion.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Der Grafensonntag läuft einfach! Auch dieses Mal lockte die traditionelle Herbst-Veranstaltung der Fördergemeinschaft Lebendiges Diepholz und des Heimatvereins wieder mit geöffneten Geschäften, Autoschau und Aktionen am Schloss tausende Besucher in die Innenstadt.

Das ideale Wetter hatte sicherlich seinen Anteil am Erfolg auch der 33. Auflage. Bei der Eröffnung gegen 14 Uhr am Bremer Eck zeigte sich der seit 1988 von Georg Türke dargestellte „Graf Friedrich II“ wieder als Mann klarer Worte. „Habt Ihr gewählt?“, fragte er zunächst die Umstehenden und drohte denjenigen, die bis 18 Uhr nicht zur Landtagswahl gegangen seien, mit „Kerker im Schloss“.

Für zwei bekannte Bauvorhaben eines heimischen Investors an der Langen Straße und an der Prinzhornstraße, die nur sehr langsam vorankommen, hatte der „Graf“ einen neuen Begriff parat: Das Wohn- und Geschäftshaus und das Hotel bezeichnete er als „Beethoven-Häuser“ – mit Blick auf die „unvollendete“ Symphonie des Komponisten.

Beifall bekam er für seine sehr positive Bewertung des Appletree Garden Festivals auf Lüdersbusch, das jedes Jahr mehrere tausend junge Leute anlockt. Es sei die „sechste Jahreszeit“ in Diepholz – nach der fünften Jahreszeit, dem Diepholzer Großmarkt.

Für die Münte, dessen Gastronomie-Pächter gekündigt hat, forderte der „Graf“, dass der Heimatverein Diepholz die Chance bekommen solle, das historische Haus zu beleben.

Tausende pilgern zum Diepholzer Grafensonntag

Bei der Begrüßung erinnerte Grafen-Darsteller Georg Türke auch an Reinhold Dufner, den kürzlich verstorbenen langjährigen Redakteur unserer Zeitung: „Ein Mann, der uns fehlt!“

Bei der offiziellen Eröffnung des 33. Grafensonntags hieß Türke besonders Flüchtlinge und Zugereiste willkommen: „Ihr seid ein Teil von Diepholz!“ Auch dafür bekam er Beifall.

Natürlich übte Türke mit den Umstehen auch wieder den „Grafengruß“.

Für die Fördergemeinschaft Lebendiges Diepholz hieß Jolanta Malan die Besucher willkommen. Sie vertrat den verhinderten Vorsitzenden Mark Kürble.

Besichtigung des Schlossturms

Bürgermeister Dr. Thomas Schulze forderte die Besucher auf: „Genießen Sie das schöne Wetter und die tollen Angebote in unserer Stadt.“

Das taten dann sehr viele, kauften ein und informierten sich über die von Diepholzer Händlern in der Innenstadt ausgestellten Autos.

Auch im Schlosshof war viel los. Dort bot der Heimatverein Diepholz Kaffee und Kuchen sowie seine neuen Kalender mit historischen Fotos Diepholzer Gaststätten an. Der Zuspruch war groß. Zudem präsentierte der Verein eine Diepholzer „Ritter“-Gruppe, die sich mit europäischer Fechtkunst aus dem 13. bis 17. Jahrhundert beschäftigt und diese den Grafensonntag-Besuchern vorführte. Dazu gehören Thomas Goldschmidt, Christian Redetzky, Udo Karduck und Malte Melms.

Anlässlich des Grafensonntags gab es auch wieder die Möglichkeit, den sanierten Schlossturm zu besteigen, was ansonsten aus Brandschutzgründen nur für bis zu drei Personen gleichzeitig erlaubt ist. Da die Feuerwehr Diepholz mit ihrer Drehleiter vor Ort war, durfte der Heimatverein die Besucher in Zehner--Gruppen in den Turm führen. Insgesamt 85 Grafensonntag-Besucher nutzten diese Chance. Die erste Gruppe kurz nach Mittag war nur fünf Besucher stark, am Nachmittag mussten hingegen viele abgewiesen werden. Vor der neuen Brandschutz-Vorschrift hatten an Grafensonntagen bis zu 800 Menschen den Schlossturm bestiegen.

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