Abwechslung und Action mit Traceur Jan-Eike Erfeling 

Hindernisse überwinden: Parkour im „Regenbogenland“

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Parkour im Diepholzer „Regenbogenland“: Mit Hilfe von Traceur Jan-Eike Erfeling balancieren die teilnehmenden Kinder auf einer Metallstange und lernen, alle möglichen Hindernisse zu überwinden. 

Diepholz - Von Justine Kaddatz. Wandsprünge, Saltos, Abrollen: Das sind wichtige Bestandteile der aus Frankreich stammenden Sportart Parkour. Hierbei geht es darum, alle möglichen Hindernisse zu überwinden, um möglichst schnell von A nach B zu gelangen. Auch in Diepholz wird diese actionreiche Sportart betrieben, die sich vor allem in Städten einer großen Beliebtheit erfreut.

Ähnlich beliebt ist die Unterart „Free Running“, bei der es weniger um die Effizienz geht, die beim Parkour höchste Priorität hat, als vielmehr um die Bewegungen und Tricks an sich.

Der Diepholzer Jan-Eike Erfeling hat Parkour vor 16 Jahren für sich entdeckt, als er im Internet auf die Sportart stieß. Seitdem hat er als Traceur – so werden Parkourläufer bezeichnet – viel erreicht. Sechs Jahre kämpfte er um eine Parkouranlage, die die Stadt Diepholz schließlich 2015 gemeinsam mit den anderen Geräten im „Regenbogenland“ im Innenbereich zwischen Willenberg und Moorstraße errichtete.

„Ich konnte auch eigene Ideen mit einbringen.“, erklärte der Traceur: „Ich bin mit der Anlage sehr zufrieden.“ Der Diepholzer hatte damals eine Gruppe mit anderen Parkourläufern namens „Sidesteps“, mit der er sogar an Wettbewerben teilnahm. Diese gibt es allerdings nicht mehr, da alle anderen Mitglieder aus Diepholz weggezogen sind.

Es gab laut Erfeling immer mehr Nachfragen, ob man nicht einen Kurs für die jüngeren Interessenten ins Leben rufen könne.

Nun bietet der 29-jährige gelernte Büro- und Kommunikationskaufmann, der bei Boge Elastmetall in Damme arbeitet, seit einem Jahr einen Parkourkurs für Kinder an.

Nur Turnschuhe und bequeme Sportsachen nötig

Teilnehmen kann jeder, der Lust hat. Alles, was man braucht, sind ein paar Turnschuhe und bequeme Sportsachen. Den teilnehmenden Kindern zwischen sechs und 13 Jahren macht Parkour unheimlich viel Spaß. Der zwölf Jahre alte Simon kannte die Sportart bereits aus der Schule. „Das haben wir im Sportunterricht gemacht.“, erzählte er, daraufhin wollte er Parkour dann auch in seine Freizeit mit einbringen.

Überhaupt haben viele Kinder, wie auch der neunjährige Philipp und der sechsjährige Joaquin, die den Kurs besuchen, schon immer gern geklettert, was sich bei dieser vielseitigen Sportart sehr gut ausbauen lässt.

Ernste Verletzungen hat es nach Angaben des 29-jährigen Personal Trainers noch keine gegeben. Um diese zu vermeiden, sind alle scharfen Kanten der Anlage abgerundet.

Wer beim Parkour-Training mitmachen möchte, kann sich über die Facebook-Seite „Parkourdiepholz“ melden oder zu den Trainingszeiten vorbeikommen. Am Montag trainiert Jan Erfeling zwischen 15 und 16.30 Uhr mit den Teilnehmern auf der Außenanlage im „Regenbogenland“, freitags zwischen 17 und 19 Uhr im Rahmen des TuS Sankt Hülfe-Heede in der Turnhalle in Sankt Hülfe. Die Kosten betragen fünf Euro pro Training.

Im Einklang mit der Natur

Die Ursprünge des Parkour führen zurück bis zu dem französischen Marineoffizier Georges Hebert. Während des Ersten Weltkrieges entwickelte er eine Methode zur mentalen und physischen Ausbildung im Einklang mit der Natur, genannt „Méthode Naturelle“.

Der französische Soldat Raymond Belle erlernte später im Indochinakrieg diese Methode und brachte sie auch seinem Sohn David Belle bei. Dieser entwickelte die Technik dann wiederum gemeinsam mit ein paar Freunden zu dem Parkour, wie es heute auf der ganzen Welt verbreitet ist.

Aus der Gruppe um David Belle herum entstand auch die erste Parkour-Gruppe „Yamakasi“, zu der 2001 ein gleichnamiger Film entstand.

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