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Hilfe für die Helfer bei den Tafeln

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Von: Melanie Russ

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Geldsegen für die Tafel Wagenfeld: Ulrike Meyer (v.l.), Anne Scheland, Jutta Harms, Karin Herms, Mirjam Bukowski und Helga Ruß.
Geldsegen für die Tafel Wagenfeld: Ulrike Meyer (v.l.), Anne Scheland, Jutta Harms, Karin Herms, Mirjam Bukowski und Helga Ruß. © RUSS

Landfrauen unterstützen Tafeln in Wagenfeld, Lemförde und Diepholz mit insgesamt 600 Euro. Helfer haben immer mehr Kunden und immer weniger Waren.

Wagenfeld – Ein paar Brokkoli-Köpfe, ein bisschen Brot – viel mehr war nicht übrig nach der Lebensmittelausgabe der Tafel in Wagenfeld am Donnerstagnachmittag. Am Morgen waren die vier großen Kühlschränke und die Kühlzelle noch „bis unters Dach“ mit Lebensmitteln gefüllt gewesen. Inzwischen ist es normal geworden, dass fast nichts mehr übrig bleibt.

Immer mehr Kunden und weniger Waren von den Supermärkten, die aufgrund der Knappheit mancher Lebensmittel nicht mehr so viel abgeben können, machen es dem Tafel-Team nicht gerade leicht, alle Bedürftigen zu versorgen. Zwar bekommen sie derzeit etwas weniger, doch wegschicken mussten die Ehrenamtlichen bislang noch niemanden, wie Team-Leiterin Anne Scheland berichtet. Auch weil die Tafel viele Spender hat, die regelmäßig Geld oder zusätzliche, länger haltbare Lebensmittel spenden. „Wir können besser Waren bekommen als Geld“, sagt Anne Scheland angesichts der aktuellen Schwierigkeit, Mehl, Öl und Ähnliches in größeren Mengen zu bekommen.

Trotzdem freuten sie und ihr Team sich natürlich sehr über die 200-Euro-Spende, die ihnen Ulrike Meyer und Jutta Harms im Namen der Landfrauen Diepholz überreichten. „Herzlichen Dank. Das ist ganz wertvoll“, betonte Anne Scheland.

Zuvor hatte bereits die Lebensmittelausgabe in Lemförde eine 200-Euro-Spende erhalten, und in den kommenden Tagen wird auch die Platte plus in Diepholz Besuch von den Landfrauen bekommen. Einen Euro pro Mitglied aufgerundet auf 600 Euro spenden die Landfrauen insgesamt.

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges wollten auch sie etwas Gutes tun. „Wir hatten überlegt, was sinnvoll ist“, sagt Vorsitzende Ulrike Meyer. Das Geld in die Ukraine schicken – das hatten sie schnell verworfen. Sie wollten lieber vor Ort etwas tun und kamen auf die Lebensmittelausgaben in ihrem Vereinsgebiet, die auch die ukrainischen Flüchtlinge unterstützen. „Das ist eine so tolle Arbeit.“ Jeder kenne jemanden, der eine Flüchtlingsfamilie aufgenommen habe oder sie unterstütze. „Da hat man einen persönlichen Bezug und will auch gerne helfen“, ergänzt Schriftführerin Jutta Harms.

Die Tafel in Wagenfeld unterstützt laut Anne Scheland aktuell etwa 110 Erwachsene und 100 Kinder, insgesamt 70 Familien. „So viele haben wir noch nie gehabt.“ Nicht einmal zur Hochzeit der Flüchtlingskrise 2015. Etwa 20 Familien aus der Ukraine sind unter den Kunden. „Wenn die jungen Frauen mit ihren kleinen Kindern kommen und man weiß, ihre Männer müssen im Krieg kämpfen, das ist schon herzzerreißend“, sagt eine Tafel-Helferin.

In Lemförde freute sich Susanne Middel (Mitte) von der Lebensmittelausgabe über die Spende, die Birgit Dannhus (li.) und Ulrike Meyer überreichten.
In Lemförde freute sich Susanne Middel (Mitte) von der Lebensmittelausgabe über die Spende, die Birgit Dannhus (li.) und Ulrike Meyer überreichten. © Landfrauen

Auch einige Flüchtlinge aus Syrien oder Afghanistan, die schon länger in der Region leben, zählen zu den Kunden. Viele ältere Wagenfelder, die wegen ihrer geringen Rente auf die Unterstützung angewiesen wären, kommen dagegen nicht mehr, seit die Kunden die Waren vor dem Gebäude direkt an der Hauptstraße erhalten, wie Anne Scheland berichtet: „Weil sie sich schämen. Das ist sehr schade.“ Früher konnten sich die Kunden die Waren im Gebäude selbst aussuchen, wodurch es etwas anonymer war. Doch das war mit der steigenden Zahl der Bedürftigen irgendwann nicht mehr machbar und zuletzt auch wegen der Corona-Pandemie undenkbar.

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