„Hier kann der Landrat noch was lernen“

Aschener Erntefest lockt viele Besucher zum Heimatmuseum

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„Volles Haus“ in der Koopschen Scheune: Nach dem Umzug zum Erntedankfest war hier erst einmal Kaffeetrinken angesagt.

Aschen - Der Landrat-Stellvertreter schien sich wohlzufühlen im Aschener Heimatmuseum: „Ihr hattet heute die Wahl“, rief Heiner Richmann den Besuchern des Aschener Erntefestes in der vollbesetzten Koopschen Scheune zu. „Dass Ihr hierher gekommen seid, war auch eine gute Wahl!“

In seinem Grußwort verriet er, dass man sich in seiner Heimat Hüde beim Thema Dorfhaus durchaus Tipps aus Aschen geholt habe. „Auch ein Landrat kann in Aschen noch was lernen“, stellte Willi Sillmann daraufhin vergnügt fest.

Dieser hatte als stellvertretender Vorsitzender des Aschener Heimatvereins und „Cheforganisator“ des Erntefestes zunächst zurückgeblickt in die Tradition der Erntefeste. Heute hätten die Erntewagen keinen Opfercharakter mehr, sondern sie sollen wieder in Erinnerung rufen, welche Vielfalt an Nahrungsmitteln die Erde für den Menschen bereitstellt, und dass sie nicht selbstverständlich sind, so Sillmann.

Ortsvorsteher blickt auf die Zukunft: Jahrgangsgemischte Grundschule

Eine besondere Begrüßung gab es für die Vertreter des Heimatvereins Vahrenesch, die in nachbarschaftlicher Verbundenheit dem Aschener Fest einen Besuch abstatteten. Die weiteste Anreise hatte wohl Karin Sievert aus Germersheim in der Pfalz. Sie hatten, wie Sillmann berichtete, vor etwa 20 Jahren auf dem Hohen Sühn gewohnt und sich auch stark in die Dorfgemeinschaft eingebracht, nun stattete sie „ihrem“ Ort wieder einen Besuch ab.

„Tradition und Zusammenhalt sind wesentliche Bestandteile der Aschener Dorfgemeinschaft“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Gerhard Albers. Der Umzug habe wieder einmal gezeigt, dass die Mischung im Ort stimme. Er sei froh, dass er bereits zum Umzug, dem ersten Teil des Festes, dabeigewesen war: „Wer geht schon erst zur zweiten Halbzeit zum Fußball?“

Ortsvorsteher Wilhelm Paradiek nutzte seine Begrüßung auch für einen Ausblick auf wesentliche Themen der Dorf-Zukunft. So öffne die neue jahrgangsgemischte Eingangsstufe an der Grundschule in Aschen Eltern im gesamten Stadtgebiet die Möglichkeit, ihre Kinder nach Aschen zu schicken.

Paradiek nannte es zudem einen „Glücksfall“, dass der Ort in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen wurde, ein Prozess, der Aschen viele neue Möglichkeiten biete. Er lud die Bürger zum Mitmachen ein. Eine erste Arbeitskreissitzung ist am 19. Oktober um 18.30 Uhr bei Milbe.

Krönung von Erntekönigin Jonna Tänzer

Nachdem Rosi Zargus im vergangenen Jahr einige persönliche Erinnerungen zum Erntefest mitgebracht hatte, las sie nun einige Texte zum Thema Ernte vor. Auch hatte sie Lavendelkissen für ihre Zuhörer mitgebracht: „Wenn Ihr mal eine unruhige Nacht habt...“

Humorvoll ging es weiter, Mitglieder der „Lustigen Bühne Wetschen“ und der Plattdeutschen Bühne Rehden gaben einige Sketche zum besten. Höhepunkt des Tages war die Krönung der Erntekönigin. Jonna Tänzer nimmt jetzt für ein Jahr diese Funktion wahr. Begleitet wird sie von Victoria Trimpe und Liliana König als Ehrendamen.

Bei der Umkrönung dankte Willi Sillmann der bisherigen Königin Julia Engemann und ihren Ehrendamen Maja und Maleen Schaper.

Mit einem Umzug durch den Ort zur Musik vom Spielmannszug Bohmterheide hatte das Erntefest begonnen. Bevor dieser sich in Bewegung setzte, hatten die Kinder aus der evangelischen Kindertagesstätte und der Grundschule Vorführungen gezeigt. Nach einer kurzen Andacht von Pastor Rainer Hoffmann stürmten die kleinen Darsteller dann schnurstracks zu den geschmückten Kettcars, Bollerwagen und Rollern, um den Umzug nicht zu verpassen.

sr

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