Herzenswunsch: Dialog mit den Verbrauchern

„Frag doch mal den Landwirt“

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Landwirte laden Kunden zum Dialog über ihre Arbeit ein.

Diepholz - Von Simone Brauns-Bömermann. Wir haben es satt!“, hieß es am Sonnabend bei der Großdemonstration in Berlin gegen konventionelle Landwirtschaft – und zeitgleich „Wir machen Euch satt“ nicht nur bei der Gegen-Kundgebung in Berlin, sondern genauso vor dem Combi-Verbrauchermarkt in Diepholz.

„Dort suchte eine Gruppe von engagierten Landwirten den offenen Dialog mit Verbrauchern über ihre lebenswichtige Arbeit. Unaufdringlich begrüßten die etwa 15 Landwirte mit Handschlag und Handzetteln die Kunden: „Wir möchten auf unsere prekäre Situation als Landwirt und Nahrungsmittelerzeuger aufmerksam machen.“ Die Landwirte zeigten sich mit der Aktion und ihrem fast stummen Protest solidarisch mit ihren Kollegen in Berlin, die sich dort gegen die Kritik von Tierschutzverbänden und Naturschutzorganisationen wehrten.

Nach ihrer Meinung sei das teilweise eine massive Verunglimpfung ihres Berufsstandes. Sie zeigten sich solidarisch mit den vielen Landwirten aus ganz Deutschland, die zum Wochenende zum Start der Grünen Woche nach Berlin gereist waren. De Facto ergaben sich vor und im Combi-Markt in Diepholz viele kurze Dialoge mit Verbrauchern. Wenn zum Beispiel Landwirtin Melanie Ahlhorn aus Diep- holz auf ihre ehemalige Grundschullehrerin traf und die sich sofort an Melanies Engagement erinnerte: „Sie kam schon in der Grundschule mit einem Kälbchen und Anhänger zum Unterricht, um den Mitschülern zu zeigen, was sie Zuhause arbeiteten.“

Eine andere ältere Dame beteuerte, dass sie sowieso – sofern es im Verbrauchermarkt möglich sei – regionale Produkte kaufe. Zahlreiche Kunden wählten zwar die Variante „Augen zu und durch“ und ignorierten die Landwirte. Die aber bewerteten ihre Aktion unter dem Strich als gelungen.

Jürgen Langhorst, der die Aktion für die Diepholzer Landwirte koordinierte, wollte trotz Schneegestöbers noch mit dem Schlepper und dem Banner am Anhänger mit der formulierten Bitte: „Redet mit uns, statt über uns“ durch die Kreisstadt fahren, um Menschen auf die Situation der Landwirte aufmerksam zu machen.

Mit Aufklebern „Frag doch mal den Landwirt“ erinnerten die Landwirte die Verbraucher daran, dass auch der Verbraucher mit seinem Kaufverhalten Einfluss auf die Lebensmittelproduktion nehmen kann. Wenn er sich nämlich dafür interessiert, wie Lebensmittel hergestellt werden, käme er automatisch in den Kontakt mit dem Erzeuger.

Mit Aktionen wie Hofbesichtigungen, Milchtankstellen und „Grünes Klassenzimmer“ machen Landwirte in der Grafschaft Diepholz seit langem positiv auf sich aufmerksam.

Jetzt vernetzen sie sich zunehmend auch über die sozialen Netzwerke und suchen den öffentlichen Dialog.

„Wir glauben, dass unsere Tiere durchaus artgerecht und gesund gehalten werden, bevor sie zu Lebensmitteln werden“, so Jürgen Langhorst.

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