„Herberge zur Heimat“

Kalender des Heimatvereins Diepholz zeigt wieder alte Gebäude der Kreisstadt

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Um 1917 baute Georg Hucke, Bruder der Malerin Thea Hucke, das Haus am Postdamm gegenüber dem Freibad: Ein Bild aus dem Heimatvereins-Kalender 2020.

Den auffälligen, lilafarbenen Aufzug-Anbau hatte das Gebäude damals noch nicht. Auch beherbergte es noch keine Einrichtungen des Diakonischen Werkes, sondern war eine „Wanderer-Arbeitsstätte und Herberge zur Heimat“: Das Haus am Postdamm 4 ist auf einem der zwölf alten Fotos im neuen Kalender des Heimatvereins Diepholz zu sehen. Daraus geht auch hervor: Georg Hucke, Bruder der bekannten Diepholzer Malerin Thea Hucke, baute das Haus gegenüber dem Freibad um das Jahr 1917 herum.

Diepholz – Für den Kalender, den der Heimatverein jedes Jahr herausgibt, hat Vereins-Geschäftsführer Wilfried Krüger wieder zwölf Fotos aus seiner umfangreichen Sammlung herausgesucht, die 2 400 Bilder aus Diepholz umfasst, und auch Material aus dem Stadtarchiv verwendet.

Im vergangenen Jahr hatte der Kalender des Heimatvereins das Motto „Mensch und Arbeit“. Die Ausgabe für 2020 zeigt wieder Gebäude und Straßenzüge der Kreisstadt in vergangenen Zeiten.

Auf dem Blatt für Januar ist die Hengemühle auf dem Hof Sander in Ossenbeck/Falkenhardt im Winter zu sehen. Weitere Motive im Jahreslauf 2020 sind beispielsweise das Geburtshaus von Frieda Duensing (1864-1921), Juristin und Wegbereiterin der modernen Jugendhilfe, an der Langen Straße 34, das Hutmacher-Geschäft Scheer, Lange Straße 48 neben dem Schuhhaus Seegers, das Bremer Eck um 1915, die jüdische Synagoge an der Mühlenstraße 5 und benachbarte Häuser, das Geburts- und Wohnhaus der Malerin Thea Hucke an der Steinstraße 2 (heute Parkplatz und Durchgang zum Müntepark), das Haus Lange Straße 43 um das Jahr 1900 und die Buchhandlung Berneburg (jetzt „Stadt-Café“) an der Ecke Lange Straße/Bahnhofstraße.

Besonders interessant dürfte für viele das Kalenderblatt für April 2020 sein: Es zeigt das Gasthaus „Stadt Oldenburg“ am Parkweg 11, wo heute Reihenhäuser stehen. Im Text unter dem Bild heißt es: „Besitzer Richard und Frieda Finke betrieben das Gasthaus bis 1971, Eingang vorne, dahinter Toreinfahrt zur Diele, auf der die Pferde und der Diepholzer Leichenwagen untergebracht waren.“

Nach mehrfachen Umbauten beherbergt die frühere „Wanderer-Arbeitsstätte“ in Diepholz am Postdamm heute Einrichtungen des Diakonischen Werkes.

„Es gab in Diepholz zwei Gaststätten mit dem Namen Stadt Oldenburg“, verweist der langjährige Heimatvereins-Geschäftsführer Wilfried Krüger auf das ebenfalls inzwischen abgerissene Lokal an der Straße Ovelgönne / Ecke Thüringer Straße (Bultmann). Warum beide Gaststätten den gleichen Namen hatten, kann sich Krüger nicht erklären.

Auch der zwölfte Kalender des Heimatvereins Diepholz mit historischen Fotos ist in einer Auflage von 500 Exemplaren erschienen. Zu bekommen ist er für fünf Euro bei der Diepholzer Museumsnacht am Samstag, 19. Oktober, und beim Diepholzer Grafensonntag (20. Oktober) im Schlosshof sowie ab sofort im Rathaus, in der Buchhandlung Schüttert (Lange Straße 53, Diepholz) und bei Wilfried Krüger (Tel. 05441/927008).

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