Freude über Diepholzer Sieg

Auf Herausforderungen des Internethandels reagiert

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Die Mitglieder der Diepholzer Arbeitsgruppe freuen sich über den Gewinn des bundesweiten Wettbewerbs „Die digitale Stadt“ (von links): Wirtschaftsförderer Bernd Öhlmann, Werner Zerhusen (Inhaber Sporthaus Hadeler), Johanna Schmidt (städtische Wirtschaftsförderung/Projektmanagement) und Dirk Ahrens (Inhaber Juwelier Ahrens). Es fehlt Mark Kürble, Vorsitzender der Fördergemeinschaft Lebendiges Diepholz.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Wer will da noch meckern? Bundesweit ist Diepholz ganz vorn. Die Kreisstadt ist in Deutschland Vorreiter und hat den Wettbewerb „Die digitale Stadt“ gewonnen, den der Handelsverband Deutschland (HDE) und Ebay ausgerufen hat (siehe auch Seite „Kreis und Region“). Das 83-seitige Konzept für die Teilnahme hat eine Arbeitsgruppe erstellt.

Unter Leitung von Bernd Öhlmann, Geschäftsführer der der Diepholzer Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing (Wista) gehörten dieser Gruppe neben der neuen Wista-Mitarbeiterin Johanna Schmidt an: Der Vorsitzende der Fördergemeinschaft Lebendiges Diepholz, Mark Kürble, sowie die Einzelhändler Werner Zerhusen (Inhaber Sporthaus Hadeler) und Dirk Ahrens (Inhaber Juwelier Ahrens) an.

„Es ist ein unglaublich tolles Gefühl, dass das, wofür wir im Team hart gearbeitet haben, von der Jury honoriert worden ist, und wir jetzt die Chance haben, unser Konzept gemeinsam mit eBay und dem HDE umsetzen zu können“, freut sich Wirtschaftsförderer Bernd Öhlmann: „Die Arbeit an der Ausschreibung hat uns allen viel Spaß gemacht und unseren Einzelhändlern gebührt unser Dank für ihre spontane Bereitschaft und den Mut mitzumachen.“

Grundsatzdokument fasste Absichten im Vorfeld zusammen

Im Vorfeld des Wettbewerbs haben sich Öhlmann und seine Mitstreiter grundsätzliche Gedanken zu Situation des Einzelhandels – auch in Diepholz – gemacht und zusammengefasst:

„Der Online-Handel boomt! Festzustellen ist, dass die Verbraucher zunehmend dazu tendieren, online einzukaufen. Diese Entwicklung bedeutet für den stationären Handel vor allem eins: Um das wirtschaftliche Überleben kämpfen! Von diesem Trend ist die Stadt Diepholz in besonderem Maße betroffen. Denn Städte im ländlichen Bereich haben es bei der Erreichung der Taktfrequenz in der Innenstadt erheblich schwerer als Großstädte wie Hamburg, Köln oder Berlin. Die Stadt hat eine verhältnismäßig kleine Fußgängerzone, aber dennoch ein breites Spektrum an Angeboten und Dienstleistungen“, so die Diepholzer Arbeitsgruppe – und weiter: „Das besondere Merkmal ist der inhabergeführte Facheinzelhandel. Dieser ist - im Vergleich zu anderen Standorten – weiterhin vor Ort sehr stark vertreten. Das breite Angebot reicht von Kleidung und Schuhen über Accessoires, Kosmetik und Sportartikeln, Dekorationsartikeln, Büchern bis hin zu Haushaltsgeräten. Leider erkennen oftmals nur Besucher von außerhalb, die aus ihren eigenen Städten nur die „überallgleich Ketten“ kennen, den besonderen Charme der Grafenstadt Diepholz“, so die Arbeitsgruppe. Die Wirtschaftsförderung habe sich deshalb schon vor Jahren konzeptionell so aufgestellt, dass nicht die Behebung eines temporären Ladenleerstands, sondern die Bereitstellung von innovativen Rahmenbedingungen für eine zukunftsorientierte Entwicklung des lokalen, stationären Facheinzelhandels das primäre Ziel ist.

„Auch wenn dies ein kräftezerrender und langer, leider nicht immer populär zu verkaufender Weg ist“, sagte Bernd Öhlmann.

Die Entscheidung, Diepholz in dem Wettbewerb als Sieger zu erklären, fasste eine Expertenjury. Diese bestand aus Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer HDE Handelsverband Deutschland, Prof. Gerrit Heinemann, Leiter eWeb Research Center der Hochschule Niederrhein, Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer Institut für Handelsforschung (IFH), Dr. Stephanie Rumpff, PricewaterhouseCoopers, Stephan Tromp, stellvertretender Hauptgeschäftsführer HDE Handelsverband Deutschland, und tefan Wenzel, Deutschland-Chef von Ebay.

Vorbild ist Mönchengladbach

Vorbild für die Aktion ist das Pilotprojekt „Mönchengladbach bei Ebay“. Seit Herbst 2015 bieten Mönchengladbacher Ladeninhaber ihr Sortiment über die bisherigen Verkaufskanäle hinaus auch bei eBay an. Die Bilanz fiel laut einer Pressemitteilung von ebay nach fünf Monaten ausgesprochen positiv aus: Die Umsätze aus dem ersten Vierteljahr wurden auf mehr als zwei Millionen Euro verdoppelt. 53 000 Artikel wurden dabei von den rund 75 teilnehmenden lokalen Händlern in mehr als 70 Länder verkauft.

Stephan Tromp, stellvertreten der Hauptgeschäftsführer HDE Handelsverband Deutschland: „Mit dem Wettbewerb ,Die digitale Innenstadt' wollen wir mit der Gewinnerstadt Diepholz gemeinsam zeigen, wie wir auf die Herausforderungen des Internethandels und das veränderte Kaufverhalten reagieren können. Das Ziel: Die Wettbewerbsfähigkeit des Einzelhandels in Diepholz durch einfache Omni-Channel-Maßnahmen stärken.“

Lesen Sie auch: „Die digitale Innenstadt“: Diepholz ganz vorn

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