50 Jahre Lions Club Grafschaft Diepholz / Gründungsmitglied Dr. Broese geehrt

„Helfen, wie es in unserer Gesellschaft nur wenige tun“

Ehrung bei der Feier „50 Jahre Lions Club Grafschaft Diepholz“: Gründungsmitglied Dr. Wolfdieter Broese (l.) wurde von Vize-Distrikt-Governor Prof. Johann Schreiner ausgezeichnet. - Foto: Jansen

Diepholz - Dr. Wolfdieter Broese war damals dabei. Der heute 86-Jährige war einer von 18 Männern aus dem südlichen Landkreis Diepholz, die am 10. Januar 1966 den Lions Club Grafschaft Diepholz gründeten. Bei der Jubiläums-Feierstunde, mit der der Club am Samstag sein 50-jähriges Bestehen beging, wurde Broese mit dem „Appreciation Award“ des Distrikt-Governors der Lions ausgezeichnet.

Prof. Dr. Johann Schreiner, Erster Vize-Governor des Lions-Distrikts 111 Niedersachsen-Bremen, überreichte die Auszeichnung sowie einen Brief des Lions-International-Präsidenten Dr. Jitsuhiro Yamada (Japan) an den früheren Chirurgie-Chefarzt des Diepholzer Krankenhauses.

Heute hat der Lions Club Grafschaft Diepholz 42 Mitglieder. Diese, ihre Damen sowie Vertreter anderer Clubs und des öffentlichen Lebens aus der Region waren am Samstagmittag zur Jubiläums-Feierstunde in den Veranstaltungsraum der Kreissparkasse Grafschaft Diepholz gekommen.

Club-Präsident Ralph Steinemann stellte in seiner Begrüßung der etwa 100 Gäste das Lions-Motto „We serve – wir dienen“ heraus. Dieses sei nicht zu verwechseln mit „We surf“, habe also nichts mit Wassersport zu tun, erklärte er humorig und betonte: „Wir sind kein elitärer Geheimbund für Wohlhabende“. Die Ziele der Lions seien, dort zu helfen, wo es der (Sozial-)Staat nicht kann oder will.

Um Geld für den Spenden-Topf zusammenzutragen, veranstalten die Clubs unter anderem sogenannte „Activities“ – Aktionen, deren Erlöse sozialen Projekten in der Region und weltweit zugute kommen.

„Lions helfen, wie es in unserer Gesellschaft nur wenige tun“, meinte Vize-Distrikt-Governor Schreiner in seinem Grußwort.

Hilfe könne immer nur begrenzt sein, sagte Landrat Cord Bockhop. Er kritisierte Menschen, die sagen: „Ich kann nicht überall helfen, also helfe ich gar nicht“.

Auch der Lions Club Grafschaft Diepholz musste sich entscheiden, wem er seine große Jubiläumsspende zukommen lässt, an der sich traditionsgemäß auch umliegende Clubs beteiligen.

Er entschied sich für das Sonnenkinderprojekt Namibia.

Diesem Verein mit Sitz in Schwaförden überreichte Lions-Präsident Ralph Steinemann 35 000 Euro für den Bau eines Küchengebäudes in einer Grundschule in Windhoek, der Hauptstadt Namibias.

Ein Grußwort bei der zweistündigen Jubiläumsfeier am Samstagmittag, die das Duo „Buddy & Soul“ sehr unterhaltsam musikalisch umrahmte, sprach auch Christian Heermeyer. Er ist Präsident des Lions Clubs Osnabrück, der 1966 Pate des damals neuen Clubs Grafschaft Diepholz war: „Wir sind stolze Paten einen wohlgeratenen Patenkindes, das im Sinne der Gründungsväter gewachsen ist.“

Der Versuch, die 50 Jahre Lions in der Region Diepholz/Sulingen in eine 15-minütige Rede zu fassen, gelang dem Clubsmitglied Hans-Werner Schwarz nicht ganz, dafür aber sehr locker und unterhaltsam.

Er nannte Beispiele für soziale Projekte, die der Lions Club Grafschaft Diepholz finanziert hat – wie die Küche der „Diepholzer Platte“ und „Sinneswagen“ für die Arbeit mit Demenzkranken in mehreren Seniorenheimen der Region. Das Spendenaufkommen der Lions in den 50 Jahren bezifferte Schwarz auf insgesamt 500  000 Euro: „80 Prozent sind im hiesigen Raum geblieben.“

Da die Jubiläums-Spende über einen hiesigen Verein bedürftigen Kindern in Namibia zu Gute kommt, informierte Klaus Hess, Mitbegründer und Präsident der Deutsch-Namibischen Gesellschaft, über Geschichte und heutige Situation in dem südwestafrikanische Land, das von 1884 bis 1915 deutsche Kolonie (Deutsch-Südwestafrika) war und in dem heute noch Deutsch gesprochen wird.

Besonderes Augenmerk legte er dabei auf das Bildungssystem des Landes, das zweieinhalbmal so groß wie Deutschland ist, aber nur 2,2 Millionen Einwohner hat. Zur Bekämpfung der Armut hat Namibia ein eigenes Ministerium. Klaus Hess lebte selbst fast ein Jahr in Namibia und warb auch für das Land als Reiseziel.

In seinen Dankesworten für die 35 000-Euro-Spende der Lions erklärte Arthur Rohlfing, Vorsitzender des Sonnenkinderprojekts Namibia, dass sich durch das Geld die Lage an der Khomas Primary School in Windhoek nachhaltig verbessern werde.

Einiges habe sich dort schon getan. Als er zum ersten Mal Kontakt zu dieser Schule hatte, habe es für die Speisung von 400 Kinder gerade mal 21 Plastikteller gegeben. Der Küchen-Neubau, der mit der Diepholzer Lions-Spende finanziert wird, soll im Frühjahr 2017 eingeweiht werden.   - ej

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