Glückstour für krebskranke Kinder

Schornsteinfeger sammeln auf einer Radtour im Landkreis Spenden

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Schornsteinfeger Maic Wetzel (v.l.) fährt mit mehr als zwei Dutzend seiner Kollegen die Glückstour. Ole und Björn Dauskardt vom Ofenhaus Colnrade versteigern einen Ofen, wenn die Glückstour bei ihnen Halt macht. Der Erlös geht an krebskranke Kinder.

Landkreis Diepholz - Von Marc Lentvogt. „Komm, wir fahren noch mal 1000 Kilometer Rad. Das tut nicht so weh wie das, was die Kinder durchmachen.“

Seit mittlerweile neun Jahren treibt dieser Gedanke Schornsteinfegermeister Maic Wetzel an, sich gemeinsam mit seiner Frau Antje und mehreren Dutzend Berufskollegen für eine Woche auf das Rennrad zu setzen, um die Glückstour – so der Name der Aktion – zu fahren.

Wetzel ist sichtlich betroffen, wenn er von Besuchen in Einrichtungen für krebskranke Kinder erzählt. Auf ihrem Weg halten die Schornsteinfeger bei Betroffenen, vor allem aber sammeln sie Spenden, die sie direkt weitergeben – beispielsweise an das Kinderhospiz Löwenherz. Seit 2006 sind mehr als 1,5 Millionen Euro zusammengekommen.

Die Betroffenheit nimmt Wetzel aber nicht die Kraft, sie schenkt ihm weitere. Die Lust, die er wenige Tage vor dem Start in Düsseldorf (20. Juni) versprüht, ist ansteckend. „Helfen tut gar nicht weh, ist gar nicht so aufwendig“, zeigt er sich bescheiden.

Unser radelnder Reporter hat sich – wie versprochen – Gedanken gemacht und ist mit dem Rad nach Colnrade gefahren.

Dabei ist der Einsatz der Schornsteinfeger nicht hoch genug einzuschätzen. 30 bis 35 von ihnen nehmen sich Urlaub, um die Glückstour zu fahren. Sie bezahlen Essen, Hotels, Benzin für Begleitfahrzeuge, das gesamte Fahrradequipment aus der eigenen Tasche. 

Alles, was sie bekommen, soll ausnahmslos den krebskranken Kindern zu Gute kommen. „Ich schwöre“, so Wetzel, „jedem mit unserem Trikot kann man 10 Euro in die Hand drücken, und es kommt da an, wo es hinsoll.“

Auf einen höheren Betrag hoffen die Glückstour-Fahrer am 24. Juni in Colnrade. Auf ihrer Etappe von Nienburg nach Oldenburg werden sie den Landkreis Diepholz durchqueren und eine Mittagspause bei Björn und Ole Dauskardt vom Ofenhaus Colnrade machen. Vor zwei Jahren hatten die Brüder Wetzel für eine Schulung in ihrem Haus, doch statt einer Rechnung erhielten sie von ihm eine Einladung: Wollt ihr nicht etwas für die Glückstour spenden?

Zum Wohl der Kinder wird ein Ofen versteigert

Der Streckenverlauf in diesem Jahr erlaubt es nun, dass die Schornsteinfeger im Ofenhaus einkehren und den Dauskardts die Möglichkeit zu einer Spende geben: Einen 5000-Euro-Ofen können die Gäste in Colnrade ersteigern. Den gesamten Erlös wird das Ofenhaus den Glückstour-Fahrern für die Kinder mit auf den Weg geben.

„Wir hoffen, jemanden mit großem Herzen und großem Portemonnaie zu finden“, sagt Björn Dauskardt. Das Mindestgebot haben sie auf 1 000 Euro festgelegt, die Brüder haben aber die Hoffnung, zum Wohle der Kinder könnte der Listenpreis vielleicht verdoppelt werden.

Das Ofenhaus hat am 24. Juni regulären Cafébetrieb, zusätzlich wollen die Brüder den Grill anschmeißen. „Die Grillsachen könnten wir eigentlich auch gegen eine Spende abgeben“, überlegt Björn Dauskardt spontan. Bruder Ole nimmt ihm die Entscheidung sofort ab: „Das machen wir!“

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