„Diepholzer Sandbar“ öffnet

Heimische Schausteller wollen „Biergartenatmosphäre“ auf dem Marktplatz schaffen

Schaustellerfamilie Jörling bei den Aufbauarbeiten ihrer „Diepholzer Sandbar“ auf dem Marktplatz in Diepholz.  
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Schaustellerfamilie Jörling bei den Aufbauarbeiten ihrer „Diepholzer Sandbar“ auf dem Marktplatz in Diepholz.
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Diepholz – „Seit Dezember haben wir keine Einnahmen mehr und so gut wie alle Veranstaltungen für dieses Jahr wurden wegen Corona abgesagt.“ Das berichtet Franz-Karl Jörling von der Diepholzer Schaustellerfamilie Gerste/Jörling. „Die finanziellen Reserven sind aufgebraucht. Wir mussten uns ein neues Standbein aufbauen und die Stadt hat uns dabei sehr geholfen.“

Dieses neue Standbein soll die „Diepholzer Sandbar“ sein. Am Freitag, 19. Juni, ist Eröffnung. Mit insgesamt 30 Litern Freibier für die Großen und Lebkuchenherzen für die Kinder lädt die „Sandbar“ ab 17 Uhr auf das Marktplatzgelände in Diepholz ein. Angeboten werden neben Kaltgetränken auch Hamburger, Hot Dogs und Pommes sowie Softeis.

Sechs Tonnen Sand werden um die „Sandbar“ verteilt, sodass ein Gefühl von Urlaub aufkommen kann. „Für eine Diepholzer Strandbar fehlt uns leider das Wasser“, witzelt Ehefrau Melody Jörling.

Hinweisschilder sollen an die Einhaltung des Mindestabstandes aufmerksam machen. Bei der Selbstbedienung werde darauf geachtet, größere Warteschlagen zu vermeiden. Außerdem liegen auf den Tischen Zettel bereit, auf die der Name, eine Rückrufnummer, sowie die Adresse eingetragen werden müssen. Zudem dürften pro Tisch nur Personen aus zwei Haushalten sitzen, erzählt Melody Jörling.

Die Diepholzer Schaustellerfamilie hofft darauf, dass die Diepholzer die Möglichkeit zum Verweilen annehmen und einfach vorbei schauen. Ausreichend Sitzmöglichkeiten und Schirme seien gegeben, sodass bei dezenter Musik „Biergartenatmosphäre“ aufkommen kann, meint Jörling.

Aus der Not heraus hatte die Familie Jörling bei der Stadt Diepholz nach einer Möglichkeit angefragt, ihre Dienstleistungen als Schausteller anzubieten. Zunächst durften Verkaufsstände am Hagebaumarkt, wie auch auf dem Gelände der Esso-Tankstelle (Reifen Günther) in Diepholz aufgestellt werden (wir berichteten). „Leider liefen diese Stände nicht wirklich gut an“, räumt Melody Jörling ein.

Nun startet die Familie einen neuen Versuch, um durch die Einnahmen der „Diepholzer Sandbar“ wenigstens ihre Existenz über die Corona-Zeit hinweg sichern zu können.

Die „Sandbar“ auf dem Diepholzer Marktplatz soll in der ersten (Test-)Woche von Montag bis Freitag von 12 bis 22 Uhr geöffnet haben. Samstag und Sonntag jeweils ab 14 Uhr. Die Familie will in der in der ersten Woche schauen, wie das Angebot angenommen wird, und die Zeiten gegebenenfalls anpassen.

Die Fläche hat die Schaustellerfamilie aus Diepholz gebührenfrei von der Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt bekommen.

Bürgermeister Florian Marré äußerte sich zu dieser unterstützenden Maßnahme: „Wir als Stadt Diepholz sind selbst Veranstalter von Märkten und wissen über das große Leid der Schausteller in der aktuellen Zeit. Diese Bürger sind durch die Corona-Pandemie unverschuldet berufsunfähig geworden und unsere Aufgabe als Stadt ist es, allen Menschen und Betrieben zu helfen.“ Auch andere Diepholzer Betriebe hätten Unterstützung erfahren. Deshalb habe die Stadt der Familie Jörling den Platz auf dem Marktplatz als Möglichkeit gewährt. „An zentraler Stelle kann ein Treffpunkt in Diepholz entstehen“, so Marré weiter, der allerdings auch daran erinnerte, die Corona-bedingten Abstandsregelungen weiter einzuhalten. „Es soll auch ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber der Schausteller-Branche sein“, so Marré. Ob auch Fahrgeschäfte in naher Zukunft aufgestellt werden dürfen, sei noch offen.

Aber die Jörlings hätten wohl nichts dagegen, einen kleinen „Lunapark“ auf dem Gelände neben der „Diepholzer Sandbar“ anbieten zu können. edh

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