Flüchtlingseinrichtung nicht mehr benötigt

„Haus Malta“ ab Ende Mai geschlossen

Leere im „Haus Malta“. Die von den Maltesern im Auftrag des Landes Niedersachsen betriebene Flüchtlingsunterkunft am Fliegerhorst Diepholz. wird mangels Auslastung Ende Mai geschlossen. - Foto: Jansen

Diepholz - Von Eberhard Jansen. „Haus Malta“ wird Ende Mai geschlossen. Die Flüchtlings-Erstaufnahmeeinrichtung am Fliegerhorst Diepholz wird angesichts zurückgehender Flüchtlingszahlen nicht mehr gebraucht. Seit Oktober hatte der Malteser Hilfsdienst die Unterkunft im Auftrag des Landes Niedersachsen betrieben. Die Zukunft der etwa 20 bei den Maltesern in Voll- und Teilzeit angestellten Mitarbeitern ist ungewiss. Ihre Verträge waren befristet.

Das „Haus Malta“ war im Oktober 2015 eröffnet worden. Aus Gründen des Brandschutzes war Ende vergangenen Jahres die Aufnahmekapazität von 400 auf 288 Menschen reduziert worden. Insgesamt wurden laut Mitteilung der Malteser in sieben Monaten 1 400 Flüchtlinge aufgenommen.

Die Schließung hat auch Folgen für die Stadt Diepholz. Die Landes-Unterkunft am Fliegerhorst wird dann nicht mehr auf die städtische Quote der Flüchtlingsunterbringung angerechnet. Demzufolge müssen zusätzlich 68 Asylbewerber – insgesamt 117 – bis zum 31. Juli von der Stadt Diepholz aufgenommen werden. „Dazu stehen derzeit noch nicht ausreichend Plätze zur Verfügung“, erklärte Stadt-Pressesprecher Johannes Selker auf Anfrage unserer Zeitung. Die Stadt sei aber aber nach wie vor in Gesprächen und Verhandlungen zur Anmietung von Wohnungen, so dass sie die Quote erfüllen werde, sagte Selker.

„Für uns wird es nun Zeit, Kooperationspartnern und Ehrenamtlichen danke zu sagen“, blickt Rainer Scherer, Leiter der Einrichtung „Haus Malta“ auf aus seiner Sicht erfolgreiche acht Monate zurück. Dank der Kooperation mit der Bundeswehr, dem Deutschen Roten Kreuz und der Stadtverwaltung, konnte die Einrichtung schnell aufgebaut und in Betrieb genommen werden. Mit Unterstützung des Gesundheitsamtes, der Alexianer-Klinik Diepholz sowie ehrenamtlicher Ärzte, die hausärztliche Sprechstunden anbieten, wurde die medizinische Versorgung gewährleistet, erläuterten die Malteser.

Bis heute engagierten sich über 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus der Bevölkerung sowie aus Vereinen und Verbänden – von handwerklichen Hilfen in der Bauphase über die Ausgabe von Hilfsgütern und Verpflegung im Alltag bis hin zu ersten Integrationsmaßnahmen durch vielfältige Informations-, Schulungs- und Freizeitangebote, so eine Pressemitteilung der Malteser.

„Durch ihr Anpacken, aber auch zahlreiche Sachspenden haben die Bürgerinnen und Bürger ihr Herz für die Bedürftigen gezeigt“, ist sich Rainer Scherer der erfolgreichen Fortsetzung der kommunalen Flüchtlingshilfe gewiss.

Die Gebäude der Einrichtung waren im Oktober durch das Versetzen des Zaunes vom militärischen Gelände des Fliegerhorstes abgetrennt worden. Nun strebt die Bundeswehr an, diese nach der Schließung der Flüchtlingseinrichtung möglichst schnell zurück zu bekommen. Darin sollen dann wieder Soldaten – Wochenend-Pendler und Teilnehmer von zivilberuflichen Aus- und Weiterbildungskursen – wohnen.

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