Handzettel für Flüchtlinge im Diepholzer Hallenbad

„Kulturelle Irritationen“

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An den Damen-Duschen im Diepholzer Hallenbad machen Piktogramme nun auch Flüchtlingen klar: Hier dürfen Männer nicht rein und das Fotografieren ist verboten.

Diepholz - In den letzten Monaten konnten die Stadtwerke Huntetal in ihrem Diepholzer Hallenbad „Delfin“ – wie andere Bäder in Deutschland auch – einen Besucherzuwachs durch Flüchtlinge feststellen. Mit den neuen Besuchern seien anfangs auch kulturelle und sprachliche Barrieren aufgetreten, teilte das Unternehmen auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Die Stadtwerke haben daraufhin laut der Pressemitteilung eine Reihe von Maßnahmen zum „interkulturellen Verständnis des richtigen Verhaltens im Bad“ entwickelt.

So wird den Flüchtlingen bei ihrem ersten Badbesuch an der Kasse ein mehrsprachiger Handzettel ausgeteilt, auf dem die Verhaltensweisen und Baderegeln für das Hallenbad beschrieben sind.

Darüber hinaus wurden neue, leicht verständliche Piktogramme im Hallenbad angebracht. Diese zeigen, dass Männer in Damen-Umkleiden und -Duschen nichts zu suchen haben und dass das Fotografieren im Bad verboten ist.

Zudem setzen die Stadtwerke in Kürze kleine bauliche Maßnahmen um: Zusätzliche Trennwände im Flurbereich des „Delfin“ zwischen Dusche und Umkleide sollen für mehr Privatsphäre und Schutz vor Blicken sorgen.

„Im Hallenbad Delfin sind alle willkommen, egal ob Flüchtlinge oder Einheimische. Es gibt aber feste Regeln, an die sich jeder Badegast halten muss. Und diese Regeln werden wir bei allen Badegästen unabhängig von ihrem Herkunftsland auch durchsetzen, um allen Badegästen ein angenehmes Badeerlebnis zu ermöglichen“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Waldemar Opalla. Dies könne bis zur Erteilung eines Hausverbots gehen, betonte er.

Die anfänglichen „kulturellen Irritationen“ konnten laut Mitteilung der Stadtwerke Huntetal durch die eingeleiteten Maßnahmen ausgeräumt werden.

ej

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