Hallenbad „Delfin“ und Freibad Müntepark nicht ohne Verluste zu betreiben

5,82 Euro Stadt-Zuschuss für jeden Bad-Besucher

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Die Diepholzer Bäder – Freibad Müntepark (Foto) und Hallenbad „Delfin“ – sind wie nahezu alle Einrichtungen dieser Art ein Verlustgeschäft. Umgerechnet zahlt die Stadt Diepholz für jeden Besucher 5,82 Euro indirekten Zuschuss.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Öffentliche Bäder sind in der Regel ein Zuschussgeschäft – aber auch wichtiger Teil der Infrastruktur einer Kommune. Die Stadt Diepholz bezuschusst die beiden Bäder Freibad Müntepark und Hallenbad „Delfin“ jährlich indirekt mit rund 690000 Euro. Im Jahr 2014 machten die beiden Bäder zusammen 687000 Euro Verlust.

Direkt bezuschusst die Stadt die Bäder nicht, denn diese hat sie schon vor vielen Jahren an die Stadtwerke Huntetal übertragen. Grund: Die Stadtwerke könne als Unternehmen die Verluste steuermindernd geltend machen. Damit sind die „roten Zahlen“ netto niedriger als bei einer Kommune, die ja keine Steuern zahlt.

Die Stadtwerke vermindern den Teil ihres Gewinns, den sie durch den Verkauf von Strom, Gas und Wasser erzielen und der anteilmäßig an die Gesellschafterkommunen Diepholz, Barnstorf, Rehden und Wagenfeld ausgezahlt wird, bei der Stadt Diepholz um den Bad-Verlust.

Anders ausgedrückt: Gäbe es in Diepholz nicht die verlustbringenden Bäder, bekäme die Stadt von den Stadtwerken jährlich etwa 690000 mehr ausgezahlt (dann wäre der Gewinnanteil etwa 1,3 Millionen statt jetzt 650000 Euro).

Das sind den Stadtvätern die Bäder aber Wert. Eine Diskussion um die Schließung – wie in anderen Städten und Gemeinden Deutschlands schon vollzogen – gibt es in Diepholz nicht.

Rechnet man den Verlust aus dem Betrieb von Hallenbad „Delfin“ (554000 Euro Verlust wegen höheren Kosten und längerer Saison) und Freibad Müntepark (134000 Euro Verlust) auf die zusammen 118000 Besucher im Jahr 2014 um, so kostet jeder Badegast die Stadt Diepholz 5,82 Euro.

Auf die Einwohnerzahl von 16000 umgerechnet zahlt jeder Bürger für jeden Bad-Besucher 42,90 Euro.

Vor diesem Hintergrund betonen die Stadtwerke, dass die Eintrittspreise sowohl im Jahr 2014 als auch im Jahr 2015 in allen drei von ihr betriebenen Bädern (neben den beiden Diepholzer Bäder auch das Freizeitbad Hunteholz in Barnstorf) stabil sind.

Stadtwerke-Geschäftsführer Waldemar Opalla bei der Vorstellung des Geschäftsberichtes 2014: „Damit konnten die Stadtwerke die Preise seit fünf Jahren konstant halten. Über die Preise im kommenden Jahr wird der Aufsichtsrat zu entscheiden haben.“ Beispielsweise kostet eine Einzelkarte für Erwachsene im Freibad Müntepark drei Euro. Kostendeckend würden etwa acht Euro sein.

Zum Betrieb der Bäder gehören auch Investitionen. 68000 Euro haben die Statwerke 2014 in alle drei Bäder investiert.

Hinzu kommen Kosten für die ebenfalls notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen, die man auch als eine Art Investition betrachten kann.

„Insgesamt haben wir so in den beiden Diepholzer Bädern etwa 126000 Euro in die Hand genommen, um die Bäder instandzuhalten sowie mit moderner, energieeffizienter Technik auszustatten und deren Attraktivität zu steigern“, erklärte gestern Stadtwerke-Sprecherin Heidrun Lettau auf Anfrage unserer Zeitung.

2014 wurde im Freibad Müntepark eine neue Einstiegstreppe für das Schwimmerbecken sowie ein zusätzliches Geländer am Nichtschwimmerbecken eingebaut. Zudem wurden im Freibad neue, energieeffiziente Umwälzpumpen angeschafft.

Im Hallenbad „Delfin“ wurden unter anderem die Chlordioxidanlage und die Schwallwasserkammer des Erlebnisbeckens erneuert. Zudem wurde in Unterwasserbeleuchtung in den drei Becken im Hallenbad investiert.

www.stadtwerke-huntetal.de

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