Ferienspaß auf Lüdersbusch: 120 Kinder bauen eine Hüttenstadt

Mit Hämmern, Nägeln und erstmals Zollstöcken

Wolfgang Reimann (rechts), einer der 35 Betreuer in der Hüttenstadt auf Lüdersbusch, hilft Anton und Konstantin beim Bau. - Foto: Manholt

Diepholz - Von Louisa Manholt und Maleen Klenke. Dumpfe Schläge einer Schamanentrommel schallen durch Lüdersbusch. Auch Kinderstimmen sind zu hören. Alle Jungen und Mädchen legen beim Klang der Trommel die Arbeit nieder und versammeln sich vor der Schießhalle „Buschwirt“. Bauleiter René Menzel begrüßt die 120 Jungen und Mädchen. Sie machen mit bei einer der beliebtesten Diepholzer Sommerferien-Aktionen: Dem Bau der Hüttenstadt auf Lüdersbusch.

Seit 26 Jahren gibt es dieses jährliche Ereignis. René Menzel erläutert den Ablauf des Tages und stimmt gemeinsam mit den Kindern ein Geburtstagslied für Eugen Bachmann an. Bachmann ist einer von 35 Betreuern und seit 15 Jahren mit dabei. Einige Jahre davon hat er selbst als Teilnehmer eine Holzhütte errichtet. Als zusätzliche Überraschung bekommt er von den Helfern ein neues Fahrrad überreicht. Bachmann ist von dieser Geste sichtlich gerührt.

Im Anschluss werden Zollstöcke, Sägen, Nägel und Hämmer verteilt. Die Kinder stellen sich dafür geordnet in einer Reihe auf und warten geduldig, bis sie dran sind. Unterdessen verteilen sich die Betreuer in die drei verschiedenen Bereiche der Hüttenstadt.

Die drei mit Flatterband abgegrenzten Bereiche sind nach Altersklassen sortiert. Im ersten Bereich versammeln sich die Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis acht Jahren, die von besonders vielen und jungen Betreuern unterstützt werden. Viele Kinder sind hier zum ersten Mal dabei und machen erste Erfahrungen mit Werkzeugen. Die Teilnehmer zwischen acht und zehn Jahren bauen ihre Hütten im zweiten Bereich. Im dritten Bereich sind die Größeren bis zwölf Jahren und arbeiten nahezu eigenständig an ihren Holzhütten.

In der Küche wird derweil das Mittagessen für die freiwilligen Betreuer zubereitet. René Menzels Frau Linda kümmert sich tagtäglich um die Verpflegung. Die Kinder bringen ihr Essen von zu Hause mit.

Abseits der Werkelnden steht der Leiter der städtischen Ferienaktion. Danilo Sodogé kommt vom Jugendbüro Diepholz und ist seit 2004 für die Hüttenstadt zuständig. Er empfindet die Atmosphäre als besonders gut. „Die Chemie ist super“, freut er sich über das gut koordinierte Team. Seit er vor ein paar Jahren eine neue Hierarchie einführte, gibt es wenig Stress untereinander. Jeder Betreuer hat eine feste Aufgabe und Ansprechpartner bei Problemen. Sodogé wird nur in wenigen Fällen als Problemschlichter hinzugezogen. „Auch mit dem Wetter können wir dieses Jahr zufrieden sein“, stellt Sodogé freudig fest. Es sei weder brütend heiß noch regnerisch. Leicht bewölkter Himmel bietet sich prima für das Arbeiten an.

Auffällig sind auch die Buttons in drei Farben, die jeder vor Ort trägt. Während die Betreuer blaue Anstecker haben, werden die Kinder zwischen Rot und Gelb aufgeteilt. Die Gelben dürfen schon alleine nach Hause gehen, die Roten müssen auf ihre Eltern warten.

Das Pappelholz liegt an verschiedenen Stellen bei den drei Bereichen, wo die Kinder es nach Bedarf nehmen. Sodogé holte im Vorfeld die vorgeschnittenen Baumteile aus Damme. Die Jungen und Mädchen bauen in diesem Jahr erstmals mithilfe eines Zollstocks ihre Hütten, damit diese ein Höchstmaß nicht überschreiten. So wird Holz gespart. Auch neu in diesem Jahr ist das Zelt des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), in dem kleinere Verletzungen sofort behandelt werden. Kindgerecht kümmern sich Jessica Scharmentke und Rike Gorba um die Nachwuchsbaumeister.

Wenn die Holzhütten fertig sind, ist aber noch lange nicht Schluss. Mit Restholz oder mitgebrachten Stoffen werden die Hütten verschönert. Ob Bänke oder Gardinen, Gartenzaun oder andere Möbelstücke: Die Kinder dürfen ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Am Donnerstag gibt es in der Hüttenstadt ein Unterhaltungsprogramm. Für alle besteht die Möglichkeit, im „Buschwirt“ ihr Nachtlager aufzuschlagen. Die ganz Mutigen dürfen in ihren eigenen Hütten übernachten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Organisierter Rucksacktrip: Reisen mit lokalen Veranstaltern

Organisierter Rucksacktrip: Reisen mit lokalen Veranstaltern

Blühende Kerzen und flüssiges Gold: Erntezeit am Bodensee

Blühende Kerzen und flüssiges Gold: Erntezeit am Bodensee

BVB nach 3:0 beim HSV Tabellenführer - 96 verpasst Sieg

BVB nach 3:0 beim HSV Tabellenführer - 96 verpasst Sieg

Oktoberfest 2017: Das waren die Eindrücke vom fünften Tag

Oktoberfest 2017: Das waren die Eindrücke vom fünften Tag

Meistgelesene Artikel

Erntefest Ströhen: „Unglaublich, was ihr auf die Beine stellt“

Erntefest Ströhen: „Unglaublich, was ihr auf die Beine stellt“

Schuppen an der Autobahn 1 in Flammen

Schuppen an der Autobahn 1 in Flammen

637. Großmarkt: Viel Spaß und ein nasses Ende

637. Großmarkt: Viel Spaß und ein nasses Ende

Keine Chance für Schulbau am Stadion

Keine Chance für Schulbau am Stadion

Kommentare