Wahrer Ansturm auf das Café International / Basar für Ideen und Wünsche

Gutes Miteinander

Gut besucht un beste Stimmung: Das zweite Café International im Gemeindehaus neben der St. Nicolai-Kirche. - Foto: Bredemeyer

DIEPHOLZ - Von Helge Bredemeyer. Wer gedacht hatte, das erste „Café International“ vor 14 Tagen wäre vielleicht eine „Eintagsfliege“ gewesen, lag falsch. Der Ansturm auf die zweite Veranstaltung im Gemeindehaus an der St.-Nicolai-Kirche zur Begegnung von Einheimischen und Flüchtlingen war enorm. Es herrscht eine Art „Basarstimmung“, wenn man die Stimmung orientalischern Basare kennt. Begrüßen, Wiedersehen, neue Kontakte knüpfen, das Buffet nutzen und Plätze wechseln bestimmten das lockere Treffen der eineinhalb Kaffeestunden.

Der Berg der Kuchen wuchs durch Spenden. Und nicht nur welche aus den deutschen Küchen waren darunter, sondern ganz besonders viele aus den Küchen der internationalen Gästeschar. Das Küchenteam war hoch erfreut und hatte alle Hände voll zu tun. Aber die Hände der Gäste rührten sich auch. Spätestens beim Abräumen und beim Abbau.

Hausherr Pastor Lutz Korn war überrascht und begeistert. Lud draußen der „Papppastor“ im Talar zum Eintritt, kümmerte sich der Pastor „in echt“ drinnen im Freizeithemd um die vielen Gäste.

Zu den mindestens 40 Besuchern aus den Flüchtlingsunterkünften kamen 20 deutsche Besucher und Helfer.

Der Austausch kam wie beim Handeln im Basar immer mehr in Schwung: Hier wurde gedolmetscht, dort mit Rita Windhorst eine Häkel- und Strickwerkstatt eröffnet, an anderer Stelle durften Kinder in der Überraschungskiste von Ingrid Schilling nach Kuscheltieren grabbeln und Johann von Pruski zeigte als erfahrener Kenner Syriens und des Libanons Bilder aus der „heilen“ Zeit. Die Gäste fühlten sich angesprochen und auch verstanden, dass sie Heimweh nach ihrem ehemals so schönem Land haben.

Gut aufgenommen wurde die Idee, doch den Computer Club Diepholz um Hilfe zu bitten, beim Mailversand von Bewerbungsunterlagen fachmännisch zu helfen. Die ersten Kontakte wurden bereits aufgenommen, ebenso fühlten sich zwei Hemsloherinnen durch die weit offene Tür eingeladen, einmal reinzuschauen. Dann äußerten sie sich spontan, gerne wiederzukommen und dann auch mitzuarbeiten.

„Das ist hier die beste Plattform, sich öffentlich zu treffen, Meinungen zu tauschen und herauszufinden, wie sich untereinander geholfen werden kann“, zog Pastor Korn abschließend Bilanz. Vier junge Perser waren dabei, die ihre Taufe mit ihm und der Flüchtlingscafé-Gemeinde feiern möchten. An Bildern aus dem Café hatten alle ihren Spaß. Die Handys klickten, die Bilder wurden angeschaut und gleich verschickt. So entsteht jetzt auch eine Bilderserie dieser ganzen Aktion, die wohl nach Pfingsten einmal allen gezeigt wird.

Allen Mitarbeitenden und Spendern wurde gedankt. Der Aufruf nach Kuchen und Strickgarnen und -nadeln war nicht umsonst gewesen.

Ein wenig außer dem 14-Tage-Rhythmus wird schon zum nächsten Samstag von 15.30 bis 17 Uhr wieder zum „Café International“ eingeladen, weil die Woche drauf die eisernen Konfirmanden zu Gast in der Kirchengemeinde St. Nicolai sind. - hb

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