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Grüne: Hindenburgstraße in Diepholz umbenennen

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Von: Eberhard Jansen

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Die Hindenburgstraße in Diepholz soll umbenannt werden, haben die Grünen beantragt.
Die Hindenburgstraße in Diepholz soll umbenannt werden, haben die Grünen beantragt. © Jansen

Diepholz – Paul von Hindenburg ist eine umstrittene historische Figur. Kritiker bezeichnen den Reichspräsidenten, der Adolf Hitler 1933 zum Reichskanzler ernannte, als „Steigbügelhalter der Nationalsozialisten“. Dennoch sind heute in Deutschland noch viele Straßen nach dem deutschen Generalfeldmarschall und Politiker der Weimarer Republik benannt. In Diepholz unternehmen die Grünen jetzt einen erneuten Vorstoß, die Hindenburgstraße, die derzeit komplett neu gestaltet wird, umzubenennen.

„Im Zuge der Umgestaltung der Hindenburgstraße sollte auch eine Auseinandersetzung mit der Geschichte des Namensgebers erfolgen“, heißt es in ihrer Begründung. Der städtische Ausschuss für Stadtentwicklung, Klima und Mobilität beschäftigt sich in seiner öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 2. Februar, ab 16 Uhr im Rathaus damit.

Ein ehrendes Gedenken an Paul von Hindenburg durch die Benennung einer Straße im Zentrum der Stadt sei nicht mehr zeitgemäß und eine Umbenennung dringend notwendig, meint Ratsmitglied Johannes Luber, der den Antrag für seine Fraktion Bündnis 90/Die Grünen stellte: „Im Zuge der baulichen Umgestaltung bietet sich nun eine Chance für den Neustart der Straße auch in Bezug auf ihren Namen.“

Ehrung von Prof. Wilhelm Oppermann

Der Vorschlag der Grünen lautet, dass die jetzige Hindenburgstraße nach Prof. Wilhelm Oppermann, einem früheren Lehrer des Diepholzer Gymnasiums Graf-Friedrich-Schule (GFS), benannt werden sollte. Oppermann wurde nach Ende des Zweiten Weltkrieges „als völlig unbelasteter Demokrat von Mai bis November 1945 kommissarischer Landrat“, so die Grünen. Die Benennung der Straße nach ihm biete sich an, da Oppermann in den Gebäuden der heutigen Grundschule an der Hindenburgstraße unterrichtete. Auch auf Grund des 100-jährigen Gründungsjubiläums der Graf-Friedrich-Schule im Jahr 2023, erscheine die Ehrung „einer ihrer herausragendsten und aufrichtigsten Lehrkräfte während der Nazizeit“ passend. Damit setze die Stadt Diepholz nach Meinung der Grünen in Zeiten des wiedererstarkenden Rechtsnationalismus ein deutliches Zeichen und nehme ihre Verantwortung zur Auseinandersetzung sowohl mit der deutschen als auch der Stadtgeschichte wahr.

Bereits 2014 hatten die Diepholzer Grünen die Umbenennung der Hindenburgstraße beantragt, was seinerzeit im Rat der Stadt keine Mehrheit fand. Damals schlugen die Antragsteller vor, die Straße nach dem 1881 in Diepholz geborenen Politiker und engagierten Europäer Wilhelm Heile zu benennen. CDU und FDP sahen damals keinen Handlungsbedarf.

2017 war auch der Diepholzer Ratsherr der Linken, Peter Parizsky, mit seinem Umbenennungs-Antrag gescheitert.

Folge: Neue Adresse für 67 Gebäude

Die Umbenennung der Hindenburgstraße wäre nicht nur ein politisches Zeichen, sondern hätte auch praktische Konsequenzen für die Anlieger: Etwa 250 Anwohner, einige Unternehmen und zwei Schulen – insgesamt 67 Gebäude – würden dann eine neue Adresse bekommen.

Auch Thema im Ausschuss: Neues Baugebiet:Groweg II

Nicht nur die Umbenennung der Hindenburgstraße ist Thema in der nächsten Sitzung des städtischen Ausschusses für Stadtentwicklung, Klima und Mobilität. Auch das neue Baugebiet Groweg II östlich der Bahn und südlich des Growegs (in Höhe der Firma Heinrich Dönselmann-Theile – hdt) steht auf der Tagesordnung. Etwa 30 Einzel- und Doppelhäuser sollen hier entstehen. Derzeit landwirtschaftlich genutzte Flächen eines privaten Eigentümers werden dazu planungsrechtlich erschlossen. In dem Gebiet – direkt am Groweg – ist auch eine neue Kindertagesstätte geplant. Die Diepholzer Kommunalpolitiker müssen im laufenden Planverfahren einige Beschlüsse fassen.

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