CDU stärkste Partei

Grüne bei Kreistagswahlen in Diepholz mit größtem Plus

Viele Wahlscheine mussten die Helfer auszählen, aber nur etwas mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten hat im Landkreis Diepholz von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Denn die Wahlbeteiligung lag bei knapp 58 Prozent.
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Viele Wahlscheine mussten die Helfer auszählen, aber nur etwas mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten hat im Landkreis Diepholz von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Denn die Wahlbeteiligung lag bei knapp 58 Prozent.

Mit kräftigem Rückenwind segeln die Grünen in den nächsten Kreistag: Fast vier Prozent mehr Stimmen konnte Bündnis90/Die Grünen für sich verbuchen. Ihr Stimmenanteil beträgt 15,65 Prozent – damit wächst ihre Fraktion auf zehn Mitglieder.

Landkreis Diepholz – Die Grünen bleiben drittstärkste Fraktion im Kreistag. Nach wie vor steht die CDU unangefochten auf Platz eins mit einem Stimmenanteil von 31,87 Prozent. Allerdings musste sie 2,17 Prozentpunkte abgeben und hat deshalb nur noch 20 Mitglieder in der Fraktion.

SPD halten 2016er-Ergebnis

Federn lassen musste auch die SPD, wenn auch deutlich weniger als die Union. Mit einem Minus von 0,55 Prozentpunkten kommt die SPD auf ein Ergebnis von 27,54 Prozent. Ihr stehen deshalb unverändert 17 Sitze zu.

Die FDP gewinnt einen Sitz dazu, weil sie ihr Ergebnis um 0,95 Prozentpunkte auf 9,32 Prozent verbessern konnte. Sie ist künftig mit sechs Abgeordneten im Kreisparlament vertreten. Rein rechnerisch ist es der Sitz, den die Freie Wählergemeinschaft abgeben muss. Weil ihr Kreistagswahlergebnis um 1,21 Prozentpunkte auf 6,21 Prozent schmolz, verkleinert sich ihre Fraktion auf vier Abgeordnete.

AfD muss die stärksten Verluste hinnehmen

Die mit Abstand stärksten Verluste musste die AfD hinnehmen. Ein Minus von 3,14 Prozentpunkten führt dazu, dass diese Partei nur noch ein Trio in den Kreistag schicken darf. Einst war sie mit fünf Abgeordneten vertreten.

Für die Linke hatte es bisher im Kreistag gerade mal zur Fraktionsstärke gereicht. Diesen Status verliert sie jetzt, weil auch sie einen Sitz abgeben musste.

Ganz neu am Start ist in der kommenden Wahlperiode die Bürgerinitiative „Sulingen!“, die aus dem Stand 1,29 Prozent holte und ebenfalls einen Sitz im Kreistag hat. Damit hat das oberste Entscheidungsgremium zwei „Einzelkämpfer“ in seinen Reihen – ein Novum für den Kreistag.

Bürgerinitiative „Sulingen!“ schafft es in den Kreistag

„Sehr schön!“, war der erste Kommentar von Ulf Schmidt, dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Kreistag, zum Ergebnis seiner Partei. Für ihn ist das Plus auch ein Beweis dafür, dass die Grünen sich mittlerweile einen Namen erarbeitet und sich Vertrauen durch ihre Arbeit erworben hätten: „Man muss einerseits ein gutes Programm haben, andererseits aber auch gute Köpfe.“ Sicher habe auch der Klimawandel eine Rolle gespielt.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Volker Meyer kann mit dem Ergebnis seiner Partei leben: „Wir haben uns gegen den Bundestrend behaupten können, die Wähler haben unsere Arbeit honoriert.“ In Bassum zum Beispiel habe die Union um vier Prozent zulegen können. Jetzt müsse man insgesamt schauen, welche regionalen Besonderheiten es gegeben habe und welche Auswirkungen sie auf die Mandatsbesetzung hätten.

FDP verfehlen knapp das Ziel eines zweistelligen Ergebnisses

„Ich bin eigentlich ganz zufrieden“, beschrieb die SPD-Fraktionsvorsitzende Astrid Schlegel ihr Gefühl „nach einem tollen Wahlkampf, in dem wir sehr gekämpft haben“. Die SPD habe ihre Fraktionsstärke halten können und das sei zufriedenstellend, „insbesondere, wenn sich immer mehr Parteien die Sitze teilen müssen“.

Wir werden im Kreistag weiterhin engagiert mitarbeiten!

Hermann Schröder, Freie Wählergemeinschaft

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Rolf Husmann hat zwar nicht wieder kandidiert, freut sich aber über einen weiteren Sitz für die Fraktion. „Ich hätte gerne zweistellig gehabt“, so Rolf Husmann mit Blick auf die Parteistimmen. Der weitere Kreistagssitz für die FDP gleiche ein bisschen das schlechte Ergebnis von 2016 aus. Anfang des Jahrtausends habe die Fraktion neun Mitglieder gehabt.

„Wir hatten uns mehr erhofft“, sagt Hermann Schröder, Fraktionsvorsitzender der Freien Wählergemeinschaft, dessen Fraktion einen Sitz verloren hat. Eines stehe jedoch fest: „Wir werden im Kreistag weiterhin engagiert mitarbeiten!“

Ernüchterung bei der Linken

Mit großer Ernüchterung nahm Peter Fassbinder als Fraktionsvorsitzender der Linken das Ergebnis zur Kenntnis. „Das ist bitter.“ Er hätte sich natürlich ein anderes Ergebnis gewünscht.

Das ist bitter.

Peter Fassbinder, Die Linke

Der AfD-Kreistagsfraktionsvorsitzende Harald Wiese war für eine aktuelle Stellungnahme zum Wahlergebnis nicht zu erreichen.

Etwas mehr als die Hälfte aller Wahlberechtigkeiten im Landkreis Diepholz hat am Sonntag ihr Stimmrecht genutzt. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 58 Prozent und war damit etwas höher als vor fünf Jahren. Damals waren 55 Prozent an der Urne gewesen.

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