Der Gründer geht von Bord

Bio-Firma Lebensbaum: Ulrich Walter wechselt in Beirat

Ulrich Walter (70) verlässt das vom ihm 1979 gegründete Bio-Unternehmen Lebensbaum und wechselt in den neuen Beirat. Foto: Lebensbaum
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Ulrich Walter (70) verlässt das vom ihm 1979 gegründete Bio-Unternehmen Lebensbaum und wechselt in den neuen Beirat.

1979 hatte Ulrich Walter die Diepholzer Bio-Firma Lebensbaum gegründet. Jetzt zieht er sich in den Beirat zurück.

Diepholz - Ulrich Walter sieht etwas müde aus. Er ist gerade aus Mexiko zurückgekommen und hat noch Jetlag. Etwa 40 Mal war er schon in dem mittelamerikanischen Land, schätzt der 70-Jährige, zudem 50 Mal in Ägypten und 30 Mal in Indien. Dort besuchte der Gründer und Geschäftsführer der Diepholzer Bio-Firma Lebensbaum in den vergangenen 40 Jahren regelmäßig Betriebe, die Tee, Kaffee und Gewürze anbauen. Das Wort „Lieferanten“ vermeidet Walter. Für ihn sind die Menschen in den Anbaugebieten Partner, mit denen er viele Jahre in guten und schlechteren Zeiten zusammenarbeitete.

Zum Jahreswechsel zieht sich Ulrich Walter aus der Lebensbaum-Geschäftsführung zurück, wechselt zum 1. Januar als Vorsitzender in den neu eingerichteten Beirat des Unternehmens. Sein Büro im Lebensbaum-Gebäude an der Dr.-Jürgen-Ulderup-Straße 12 in Diepholz hat Walter schon teilweise ausgeräumt. Wenn er als Geschäftsführer ausscheidet, will er auch räumlich einen klaren Schlussstrich ziehen.

Zwischenlösung an der Bahnhofstraße

Der Beirat, der sich aus dem Tagesgeschäft der Firma heraushält, wird daher nicht im Lebensbaum-Gebäude angesiedelt.

Ulrich Walter hat für sich und die Auwa Holding, in der die Rehdener Familie Walter ihre Firmenbeteiligungen gebündelt hat, Büroräume an der Bahnhofstraße angemietet. „Das ist aber nur eine Zwischenlösung“, erklärt Ulrich Walter im Gespräch mit unserer Zeitung. Zusammen mit seinem Partner Friedrich Schilling werde er 2020 ein neues Gebäude an der Wellestraße auf dem brachliegenden Grundstück neben der früheren Volksbank (jetzt Gesundheitsamt) erstellen, das auch Platz für andere Einrichtungen und Wohnungen bietet.

Generationenwechsel früh eingeleitet

Den Generationswechsel in seiner erfolgreichen Bio-Firma, die er 1979 gegründet hatte und die heute 200 Mitarbeiter beschäftigt, hat Ulrich Walter schon lange eingeleitet. Seit 2013 gehören die Ulrich Walter GmbH (Lebensbaum), die BiologX GmbH (Logistik) und Niehoffs Kaffeerösterei (Gronau) als Tochtergesellschaften zur Pure Taste GmbH & Co. KG.

Nun geht die Mehrheit der Pure Taste an Adiuva. Das ist eine Unternehmensbeteiligungsgesellschaft, die laut Walter deutsches Unternehmerkapital in den Mittelstand investiert. Das Kapital stammt von einer Hamburger Unternehmerfamilie.

Keine Nachfolge aus der eigenen Familie

Bereits 2015 hatte Ulrich Walter die Adiuva als Partner ins Unternehmen geholt, da es keine Nachfolge aus seiner eigenen Familie gab.

Adiuvas Kerngeschäft ist die Strukturierung und Umsetzung von Nachfolgelösungen für mittelständische Unternehmen.

Arbeitsplätze für 200 Menschen sichern

Die eigene Auwa Holding, in der die Rehdener Familie Walter ihre Firmenbeteiligungen gebündelt hat, werde weiterhin der Pure Taste verbunden bleiben.

Nach dem Ausscheiden von Ulrich Walter werden die Pure Taste Group und deren Tochtergesellschaften vom langjährigen Geschäftsführer Dr. Achim Mayr, den Walter bereits vor mehr als zehn Jahren ins Unternehmen holte, und Hans-Ulrich Schatz, seit Oktober 2018 Geschäftsführer, geleitet. Geschäftsführer der Kaffeerösterei in Gronau ist seit 2011 Thomas Busjan.

Ökologische Lebensmittelwirtschaft sichern

„Die jetzt vollzogene Entscheidung wurde auch getroffen, um die Arbeitsplätze von mehr als 200 Menschen nachhaltig zu sichern und insbesondere auch den Lieferbetrieben und Kunden ein verlässlicher Partner zu bleiben“, betont der 70-jährige Walter.

Die Familie Walter werde über ihre Holding Auwa (der Name ist eine Abkürzung für Angela und Ulrich Walter) weiter die ökologische Lebensmittelwirtschaft fördern – teils durch direkte Beteiligungen, teils durch temporärere Hilfen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Lebensbaum-Stiftung weiter stärken

Die Lebensbaum-Stiftung werde in den nächsten Jahren weiter gestärkt. Sie habe in den zehn Jahren ihrer Existenz bereits weit über 600  000 Euro für Bildung von Kindern und jungen Erwachsenen sowie die Förderung von Forschung in der ökologischen Lebensmittelwirtschaft zur Verfügung gestellt. Auch fördert sie Schutzmaßnahmen im Diepholzer Moor. Die Familie Walter gründete die gemeinnützige Stiftung bereits im Jahr 2007.

Ulrich Walter, der gelernter Reedereikaufmann ist und nach einem Studium der Sozialpädagogik in den 1970er Jahren das Diepholzer Jugendfreizeitzentrum leitete, verlässt die Spitze des von ihm gegründeten Bio-Unternehmens in einer erfolgreichen Zeit. Im Jahr 2019 stieg der Umsatz nach noch inoffiziellen Zahlen auf etwa 66 Millionen Euro.

Export verstärken

Neben anderen Investitionen will Lebensbaum im Jahr 2020 seinen Export verstärken. Im Fokus stehen dabei aktuell die Märkte in Frankreich und Polen für Tee und Gewürze aus Diepholz in Bio-Qualität.

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