Raubfische in heimischen Gewässern

Große Welse am Haken

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Sportfischer Finn Heemann mit dem 1,19 Meter großen Wels, den er aus dem Diepholzer Baggersee zog.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Für den Laien fast schon unheimlich, für erfahrene Angler fast normal: Große Welse leben in vielen heimischen Gewässern und gehen in diesen Tagen häufiger an den Haken.

Finn Heemann fing beispielsweise einen 1,19 Meter großen Wels aus dem Diepholzer Baggersee an der Umgehungsstraße B 51 und brauchte zur Bergung ein Schlauchboot. Der große Raubfisch hatte sich nach dem Biss in den Köderfisch mitsamt Angelhaken und Schnur in einem Wurzelwerk verfangen, das vom Ufer nicht zu erreichen war. Nach gut zwei Stunden konnte Finn Heemann seinen ersten Wels präsentieren. 

Der 19-Jährige ist Mitglied des Sportfischereivereins Diepholz und angelte bislang vorwiegend Karpfen. Sein Vereinskollege Holger Maas, der zudem Vorsitzender des Sportfischereivereins Heede-Sankt Hülfe ist, machte ihm den Vorschlag, auch mal Welse zu fangen – und half bei dem ersten und gleich erfolgreichen Versuch. Da diese Tiere nachtaktiv sind, legte Finn Heemann abends um 20 Uhr am Baggersee die spezielle Angel aus.

Dass Welse auch in anderen Gewässern derzeit gut beißen, zeigen Fotos von erfolgreichen Anglern mit ihren Fängen im Internet. Die Tiere kommen zum Beispiel auch in der Hunte und im Dümmer vor.

Vermehrung funktioniert anscheinend gut

Europäische Welse sind weit verbreitet. In den Diepholzer Baggersee wurden 1985 fünf Exemplare aus Bamberg von Anglern eingesetzt, weiß Holger Maas. Doch diese vermehrten sich offenbar nicht. „Es waren wohl alles Männchen oder Weibchen“, vermutete Maas. 

Deshalb erfolgte in den 1990er Jahren ein Besatz mit weiteren Welsen durch Sportfischer. Diese eingesetzten Fische vermehren sich in dem relativ tiefen See offenbar gut. Holger Maas berichtet von großen Exemplaren, einige um die zwei Meter, die schon an Angeln von unerfahrenen Fischern hingen, sich aber dann losrissen. Der größte Wels, den er aus dem See holte, war 1,33 Meter lang.

„Wollen wir mal hoffen, das sich die mittlerweile gut etablierte Fischart Wels in unseren Gewässern weiterhin eigenständig so gut vermehrt“, sieht Holger Maas den Wels – übrigens ein guter Speisefisch – positiv: „Die seit Jahren ausgegebene Entnahmepflicht und damit Tötungszwang aller Welse dürfen wir bei uns nicht einfach so hinnehmen und umsetzen. Diese Regelung stammt doch nur von Führungsköpfen, die immer noch der Meinung sind, dass dieser Fisch ein Monster des Süßwassers ist, der alle anderen Fische vernichtet“, meint Maas.

Nicht nur Fische auf der Speisekarte

Nur 20 bis 40 Prozent der Nahrung eines Welses sei Fisch. Ansonsten lebe der nachtaktive, auch „Waller“ genannte Raubfisch von Schnecken, Würmern und Kleintieren. Große Welse schnappen auch mal Enten – meist Küken – von der Wasseroberfläche.

Kann ein Wels für Menschen gefährlich werden? „Nur in großen Ausnahmefällen“, sagt Holger Maas. Dann nämlich, wenn ein großes Weibchen das Nest mit Laich bewacht und sich ein Schwimmer nähert. Dann könnten große Welse angreifen.

„Im Diepholzer Baggersee würde ich nicht schwimmen“, sagte Holger Maas im Gespräch mit unserer Zeitung. Das liege aber nicht nur an den Welsen, sondern auch an den vielen Scherben von Glasflaschen, die ungebetene, an dem See nachts feiernde Besucher ins Wasser werfen.

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