Schulzentrum: Miteinander statt Nebeneinander

Große Pläne für den Bildungscampus Diepholz

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Gemeinsam am Masterplan für den „Bildungscampus Diepholz“. Vertreter von Schulen, Berufsbildungszentrum, Privater Hochschule, Stadtwerke, Landkreis, Stadt, Ulderup-Stiftung und Planungsbüro.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Schulen, Sportstätten, Berufsbildungszentrum, Private Hochschule: Im Diepholzer Schulzentrum stehen sie nebeneinander. Ein Miteinander der Einrichtungen und der etwa 3500 Schüler und Studierenden dort gibt es bislang kaum.

Zudem ist das Gelände unübersichtlich, für Ortsfremde sind manche Gebäude schwer zu finden. Auch die Parkplatzsituation ist nicht optimal. Das soll sich nun alles ändern.

Die Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup-Stiftung hat bei einem Fachbüro einen Masterplan für einen Bildungscampus Diepholz erstellen lassen und finanziert. Eine Maßgabe: Alle Betroffenen wurden im Planungsprozess an einen Tisch geholt, konnten Ideen und Einschätzungen mit einbringen. Das Ergebnis stellten Mitarbeiter des Planungsbüros Baumgart und Partner am Montag in der Graf-Friedrich-Schule vor.

Dazu begrüßte Dr. Thomas Schulze als Vorstand der auftraggebenden Ulderup-Stiftung Vertreter der Leitungen von Jahnschule, Realschule, Graf-Friedrich-Schule, Berufsbildungszentrum und Privater Hochschule für Wirtschaft und Technik (PHWT) sowie der Stadtwerke, des Landkreises und der Stadt Diepholz. Sie hatten gemeinsam seit Juni 2017 die Pläne mit erarbeitet.

Breite Nord-Süd-Wegeverbindung

Kernpunkte sind eine breite Nord-Süd-Wegeverbindung für Fußgänger und Radfahrer mit Treffpunkten, eine Zufahrt und ein neuer Parkplatz an der Mollerstraße, ein neuer Parkplatz an der Hunte (Nähe Thouarsstraße), ein neues Parkplatzsystem mit Nummerierungen, ein Leitsystem auf dem Gelände mit einheitlicher Schildergestaltung und eine „Wassererlebbarkeit“ an der Hunte zu schaffen.

Im Mittelpunkt soll nach dem Masterplan ein Gebäude stehen, das das jetzige Foyer von Berufsbildungszentrum und Theater ersetzt.

„Es soll für Fußgänger durchlässig sein, da der Verbindungsweg hindurch und nur für Radfahrer drumherum führen soll“, erklärte Frank Schlegelmilch vom beauftragten Planungsbüro.

Dieses Gebäude dürfte die größte Investition und gestalterisch eine große Aufgabe sein, um die es sicherlich viele Diskussionen geben wird. Nach ersten Ideen soll dieses Zentral-Gebäude als „Herzstück“ der Planung nicht nur eine Mensa sein, sondern könnte eine Art „Markthalle“ mit Gastronomie werden. Die Öffnung für Fußgänger könne durch gläserne Schiebetüren – ähnlich wie in einem Einkaufszentrum – erfolgen, so Frank Schlegelmilch.

Plan noch nicht beschlossen

Diskussionen sind erwünscht: „Die Planung ist grundsätzlich offen für weitere Anregungen und Veränderungen“, betonte Dr. Thomas Schulze, der die Ulderup-Stiftung als „unabhängiger Impulsgeber mit langem Atem“ sieht.

Alle Beteiligten betonten: Der Plan ist nicht beschlossen. Zuständig dafür sind die politischen Gremien von Landkreis Diepholz als Eigentümer des Geländes und Schulträger sowie der Stadt Diepholz, die auch ein Interesse an einem attraktiven Bildungscampus hat. Der jetzt fertige Masterplan ist eine gemeinsame Grundlage für eine schrittweise Umsetzung einzelner Maßnahmen.

Ziele der Planung sind auch, die Sicherheit auf dem Gelände durch Beleuchtungskonzepte zu verbessern, durch attraktive Rad- und Fußwegverbindungen die Orientierung zu erleichtern und Gebäude gemeinsam von allen Institutionen auf dem Campus („zusammenhängender Komplex von Gebäuden, die zur selben Universität oder Hochschule gehören“) zu nutzen.

So könnte das heutige Schulzentrum als Bildungscampus gestaltet werden. Zentral ist eine Nord-Süd-Wegeverbindung. Eine neue Zufahrt und ein neuer Parkplatz könnten nach dem Masterplan an der Mollerstraße (vorn) entstehen.

In die Zuständigkeit der Stadt fällt beispielsweise der Anschluss an die Mollerstraße und der Bereich Schlesierstraße, wo an den jetzigen Kreuzungen (Thüringer Straße und Thouarsstraße/Scheurenkamp) zwei Kreisel angedacht sind.

Weitere Punkte des Plans: Auf einem Teil der jetzigen Grünfläche an der Thouarsstraße (zwischen Jahnschule und Hallenbad) ist ein Gebäude vorgesehen, das beispielsweise als Studentenwohnheim dienen könnte.

Die zentrale Fuß- und Radwegeverbindung führt im Norden direkt östlich am Sportplatz vorbei – nicht über die Brandenburger Straße.

Zäume und Hecken sollen größtenteils entfernt werden, um mehr Durchlässigkeit zu schaffen.

Über all das müssen die Kommunalpolitiker entscheiden – zumal die Umgestaltung durch Stadt und/oder Landkreis Diepholz bezahlt werden muss – voraussichtlich mit Zuschüssen aus Fördertöpfen.

Die Vertreter der beteiligten Schulen und Institutionen bewerteten den Masterplan bei der offiziellen Vorstellung durchweg positiv. Lars Buse, Leiter der Graf-Friedrich-Schule, gab zu bedenken, dass die Aspekte „Vandalismus und Müll“ mit bedacht werden müssen.

In anderen Orten wie beispielsweise in Osterholz-Scharmbeck gibt es für vergleichbare Lösungen ein „Campus-Management“, das sich um den ganzen Bereich kümmert und auch gemeinsame Aktionen koordiniert und organisiert.

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